WWF-Bundesländerbarometer: Nur vier von 35 Bewertungen erreichen gute Umsetzung – Große Defizite beim Management von Biber, Fischotter, Luchs und Wolf – Lichtblick beim Seeadler
Weltwassertag: Zerstörung von Wasser-Vorkommen ist globale Umweltkatastrophe
Wien, 21. März 2014 – Zum Weltwassertag am Samstag, den 22. März, warnt die Naturschutzorganisation WWF vor einer Verschärfung der weltweiten Wasserkrise. Über 780 Millionen Menschen haben derzeit überhaupt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Etwa 2,6 Milliarden Menschen leben ohne grundlegende Sanitäreinrichtungen. Und während der Wasserbedarf weiter zunimmt, geht es den Feuchtgebieten, die im globalen Wasserkreislauf eine entscheidende Rolle haben, immer schlechter. Über 50 Prozent der Flusssysteme, Moore und Seen sind laut WWF in den vergangenen 100 Jahren verloren gegangen – und mit ihnen ging rund die Hälfte der Populationen an bekannten Süßwasserarten unwiederbringlich verloren.
„Die Ausbeutung und Verschmutzung von Trinkwasser und die Zerstörung von Feuchtgebieten ist eine schleichende, globale Umweltkatastrophe“, warnt Philipp Wagnitz vom WWF. In den Entwicklungs- und Schwellenländern würden noch heute 80 bis 90 Prozent der Abwässer direkt in Flüsse oder Seen eingeleitet. Dabei kann bereits ein Liter Abwasser etwa acht Liter sauberes Wasser verschmutzen.
„Wer Trinkwasser für alle will, der muss auch die Probleme in der Abwassereinigung angehen. Wir können uns die schlechte Bewirtschaftung einer lebensnotwendigen Ressource schlicht nicht mehr leisten“, so WWF-Experte Wagnitz. Die globale Versorgungsproblematik ist nur durch ein nachhaltiges Management zu lösen, eine effektive und konsequente Behandlung von Abwässern und den Erhalt entsprechender Ökosysteme. Außerdem muss die Bedeutung von Feuchtgebieten und Flüssen besser verstanden und diese dementsprechend geschützt werden.
Durch globale Handelsströme sind auch österreichische Unternehmen und Verbraucher unweigerlich mit lokalen Wasserproblemen verbunden, so der WWF. Allein die Produktion eines typischen Fast-Food-Hamburger verbraucht nach WWF-Angaben demnach etwa 2.500 Liter Wasser. Darin enthalten ist das Wasser zum Anbau des Getreides für die Brötchen und zur Fütterung des Viehs sowie für die Produktion des Salats.
„Um Konflikte um Wasserressourcen zu vermeiden, muss die Staatengemeinschaft endlich Pläne und Mechanismen für eine nachhaltige, grenzüberschreitende Wasserbewirtschaftung entwickeln“, fordert Wagnitz. Aufgabe von Wirtschaft und Industrie ist es, eigene Risiken besser zu verstehen und sich bei der Entwicklung von Lösungsstrategien zu beteiligen. Vor allem der Agrar-Sektor, der am weltweiten Wasserbedarf einen Anteil von 70 Prozent hat, ist dazu verpflichtet. Immerhin trägt die Landwirtschaft durch Pestizide und Dünger maßgeblich zur Verschmutzung bei.
Die Erde ist zu mehr als 70 Prozent von Wasser bedeckt ist, doch nur drei Prozent sind trinkbares Süßwasser und davon sind wiederum nur ein Prozent für die menschliche Nutzung überhaupt erreichbar. Falls die derzeitige Entwicklung anhält, werden in nur 20 Jahren mindestens 3,5 Milliarden Menschen, also fast die Hälfte der vorausgesagten Weltbevölkerung, in wasserarmen Flusseinzugsgebieten leben.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, WWF Pressesprecher, Tel. 01-48817-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Hunderte Menschen setzen Zeichen für den Schutz des Platzertals
660 Meter Menschenkette in Innsbruck machte Ausmaß des geplanten Tiwag-Staudamms sichtbar – Initiative „Rettet das Platzertal“ fordert Stopp des Projekts und naturverträgliche Alternativen
WWF zu EABG-Einigung: Schutz der letzten Flussjuwele vor Aushebelung bewahrt
Untauglicher Entwurf der Koalition in parlamentarischen Verhandlungen entschärft, aber Druck auf Flüsse bleibt hoch – WWF fordert Energiewende mit naturverträglichen Standorten und mehr Effizienz
Budget: WWF kritisiert Kürzungen bei Umwelt und Klima
Umweltschutzorganisation ortet falsche Prioritäten: Umweltschädliche Subventionen bleiben großteils unangetastet, Biodiversität bleibt unterfinanziert, beim Klimaschutz wird gekürzt
WWF: Österreichs Luchsbestand auf nur mehr rund 30 Tiere geschrumpft
Tag des Luchses: Aktueller FFH-Bericht an die EU-Kommission zeigt weitere Verschlechterung der bislang größten Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel – WWF fordert rasche Bestandsstützung
WWF: Neun von zehn Flusspegeln mit Niedrigwasser
90 Prozent der Pegelmessstellen mit niedrigen bis sehr niedrigen Abflüssen – Flüsse in Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert mehr Renaturierung und Schutz für Gewässer
Welttag der Ozeane: WWF fordert Verdreifachung der Schutzgebiete im Mittelmeer
Rund 90 Prozent der Meeresfläche im Mittelmeer derzeit nicht geschützt – Überfischung, Verschmutzung und Klimakrise bedrohen einzigartige Artenvielfalt
WWF-Check: Rund ein Drittel der Grillfleisch-Angebote ohne österreichische Herkunft
95 Prozent der Grillfleisch-Angebote aus konventioneller Tierhaltung, nur jedes 20. Angebot ist Bio – WWF fordert verpflichtende Kennzeichnung von Herkunft und Haltung
Neue Studie: Ökonomin Stagl warnt vor Budgetrisiken durch fehlende Klimapolitik
Analyse zeigt hohe finanzielle Risiken durch Extremwetter, fossile Preisschocks und fehlende Vorsorge – WWF fordert stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken im Doppelbudget













