Im WWF-Reservat hat die Storchen-Saison begonnen – 2025 gutes Jahr für den Storchen-Bestand – Weitere Rückkehrer werden in den kommenden Wochen erwartet
Wissenschafter alarmiert: Wale vor dem Untergang
Gland / Wien, 10. Juni 2009 – Laut einer wissenschaftlichen Studie bedroht die Öl- und Gas-Förderung der Energieriesen Exxon, BP und Rosneft die Lebensgrundlage einer der am stärksten gefährdeten Walarten: Vom Westlichen Grauwal existieren nur mehr 130 Exemplare, darunter befinden sich nur noch 25-30 zeugungsfähige Weibchen. Ein Ausschuss des Western Gray Whale Advisory Panel (WGWAP), bestehend aus 11 Top-Wissenschaftern und Vertretern von Shell und Sakahlin Energy, erörterte soeben den schädigenden Einfluss der Öl- und Gasindustrie auf die Hauptnahrungsgründe der Wale vor der russischen Küste der Insel Sachalin. Jedes Jahr wandern die Wale im Sommer dorthin. Ölkonzerne führen dort seismische Test und Bauprojekte für Bohrinseln durch, die die majestätischen Tiere aus ihrem Lebensumfeld verdrängen und somit deren Fortpflanzung verhindern.
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass im Jahr 2008 ein dramatischer Rückgang der Walpopulation in ihrem jährlichen Hauptnahrungsgebiet nahe der nordöstlichen Küste der Insel Sachalin in Russland zu beklagen war. Dies lässt sich auf die intensiven industriellen Aktivitäten der Ölkonzerne in dieser Region zurückführen, dem wohl derzeit weltweit größten Öl- und Gasförderprojekt. Diese Ergebnisse sind besonders alarmierend, da die Wale, wenn sie von diesem Hauptnahrungsgebiet verdrängt werden, sich weniger oft fortpflanzen können. „Westliche Grauwalkühe und ihre Kälber fressen nahe der Küste, aber der von Öl- und Gasförderung erzeugte Lärm verdrängt sie aus dem Gebiet, “ sagt WWF-Meeresexperte Georg Scattolin. Nach Messungen des WWF übersteigt der Lärmpegel die Grenzwerte und erreicht mitunter über 130 Dezibel. Die Schmerzgrenze des menschlichen Gehörs liegt etwa bei diesem Wert, dies entspricht der Lautstärke eines Presslufthammers. „Nachweislich ändert das das Verhalten der Wale, die sich per Schallwellen orientieren und kommunizieren und äußerst sensibel auf Lärmbelastung reagieren Jegliche Störung im Umfeld dieser stark bedrohten Tiere ist besonders besorgniserregend, da es nur noch 130 von ihnen gibt.“ Die Öl-Konzerne Exxon, BP und Rosneft weigern sich allerdings, ihren bedrohlichen Einfluss auf das Überleben des Westlichen Grauwals anzuerkennen und planen 2009 uneingeschränkt weitere Aktivitäten wie seismische Tests, die die Wale aus ihren Nahrungsgründen vertreiben.
35.000 Menschen aus allen Ländern der Erde unterschrieben inzwischen eine Petition, die sich an die fünf größten Ölfirmen, unter anderem Exxon, BP und Rosneft, richtet. Ziel ist, die Ölmultis zum Stopp jeglicher neuer Aktivitäten in der Umgebung der Nahrungsgebiete der Westlichen Grauwale in diesem Sommer zu bewegen. Weiters wird die Zusammenarbeit mit Experten gefordert, um angemessene Maßnahmen zu finden, um die stark gefährdete Grauwal-Population zu schützen. Der WWF versendet die Petition noch diese Woche an die Ölfirmen und ruft darin dringend zu unverzüglichem Handeln auf, da die Grauwale in den nächsten Wochen in ihrem Sommernahrungsgebiet nahe Sachalin eintreffen werden. Einen Teilerfolg gibt es bereits: Sakhalin Energy – ein Konsortium von Shell, Gasprom und anderen Aktionären – gab den Forderungen der Wissenschafter und Umweltschützer nach und versprach, alle für 2009 vorgenommenen seismischen Aktivitäten im Nahrungsgebiet der Wale zu unterbrechen.
„Zehntausende Menschen fordern Exxon, BP und Rosneft auf, ihre potenziell zerstörerischen Aktiviäten auf der Insel Sachalin diesen Sommer unverzüglich einzustellen. Diese Firmen können nun entweder entscheiden, verantwortungsvoll zu handeln oder andererseits an ihrem derzeitigen Kurs festhalten und den Westlichen Grauwal in die Ausrottung treiben“, mahnt WWF-Experte Scattolin.
Infos und Studie unter:
Westpazifische Grauwale
Petition unter:
Petition Grauwale
Weitere Informationen:
Mag. Elke Mühlbachler, WWF Pressesprecherin, Tel. 01-48817-210 od. 0676-83488210, em@wwf.at
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