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Woher kommt mein Holz?
Wien/Frankfurt, 14. Mai 2008 – Erstmals kann die genaue Herkunft von Holz nachgewiesen werden. Anhand der Isotopenzusammensetzung lässt sich der regionale Ursprung bestimmen. Die Analysemethode wurde vom WWF, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und dem Labor Agroisolab entwickelt. Ein lange erwarteter Schritt in Richtung Transparenz im Holzhandel – für Unternehmen wie auch Verbraucher.
Im Kampf gegen den internationalen Handel mit Holz aus illegalen Quellen ist der WWF in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und dem Labor Agroisolab einen großen Schritt vorangekommen. Für den Verbraucher ist bislang überhaupt nicht zu erkennen, ob es sich bei einem Parkettboden, bei Furnier- oder Schnitthölzern und Gartenmöbeln um illegale Produkte aus der Raubbau-Industrie handelt, für die weltweit riesige Wälder vernichtet werden. Dies kann sich jetzt grundsätzlich ändern, denn die drei Partner haben in den vergangenen zweieinhalb Jahren ein im Lebensmittelbereich erprobtes Analyseverfahren erfolgreich für den Holzsektor weiterentwickelt: Ab sofort kann auch bei Holz anhand der Isotopenzusammensetzung die regionale Herkunft belegt werden. Der WWF fordert die Importeure dazu auf, mithilfe der neuen Methode in Zukunft die Angaben ihrer Holz-Lieferanten zu überprüfen.
Die Methode hat ihre erste Testphase erfolgreich durchlaufen. In den vergangenen Monaten ließ der WWF gezielt Proben aus Schweden, Russland, Finnland, Polen, Weißrussland und den baltischen Staaten untersuchen. Dabei konnte die Herkunft von Hölzern aus nur 200 Kilometer voneinander entfernten Wäldern sicher unterschieden werden. Der Einsatz der Isotopenmethode kann also deutlich mehr Transparenz in den bislang nebulösen Holzhandel bringen: Behauptet ein Lieferant, das angebotene Holz stamme nicht aus Russland, sondern aus Schweden – eine Region, in der es im Gegensatz zu Russland kaum illegalen Holzeinschlag gibt – kann dies nun eindeutig widerlegt werden.
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Waldvernichtung fordert der WWF, endlich eine Deklarationspflicht für Holz zu schaffen. Dies macht vor allem Sinn in Verbindung mit einem EU-weiten Gesetz, das den Handel mit illegalem Holz unter Strafe stellt und die Unternehmen in die Pflicht nimmt. Ob ein solches Gesetz kommt, entscheidet die EU-Kommission erstmalig in diesem Monat.
Johannes Zahnen, WWF-Waldexperte: „Die technischen Möglichkeiten für den Herkunftsnachweis von Holz sind jetzt da. Es gibt also keine Ausreden mehr! Mit der Methode können Unternehmen nachweisen, dass sie eine weiße Weste haben und keinen Urwald vernichten. Damit punkten sie beim Verbraucher.“
Als illegal werden Holz und Holzprodukte bezeichnet, wenn beim Fällen, Transport, Einkauf und Verkauf gegen nationale oder internationale Gesetze verstoßen wird, zum Beispiel, wenn Nutzungsrechte durch Korruption erschlichen oder Landrechte missachtet werden, ohne Genehmigung in Schutzgebieten abgeholzt wird, geschützte Baumarten gefällt und Dokumente gefälscht werden. Vor allem in den letzten Urwaldregionen der Erde ist der Anteil besonders hoch: Im Amazonas liegt er bei rund 80 Prozent, in Russland bei bis zu 50 Prozent.
Kontakt: Astrid Deilmann, Pressestelle WWF, Tel.: +49/(0)69/79144-153
Aktuelle WWF-Studie und weitere Hintergrundinformationen: www.wwf.de
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