Jubiläum für eine der größten Klima- und Naturschutz-Aktionen – Berühmte Wahrzeichen, Städte und Gemeinden machen mit – Bundespräsident Van der Bellen unterstützt Aktion in Österreich
WWF: Abschuss von Braunbären ist kein Kavaliersdelikt
Wien, Klagenfurt, am 1. Dezember 2011 – Heute fand am Landesgericht Klagenfurt eine weitere Verhandlung im Prozess gegen jenen Kärntner Jäger statt, der im Juni 2009 den Braunbären „Roznik“ illegal erschossen haben soll. Wegen Nichterscheinen eines Zeugen wurde das Verfahren zum mittlerweile zweiten Mal vertagt. „Wir gehen davon aus, dass es nach Anhörung aller Zeugen ein angemessenes Urteil geben wird. Der Abschuss eines streng geschützten Bären ist definitiv kein Kavaliersdelikt!“, erklärt Christian Pichler vom WWF. Bei einem derartig sensiblen Bärenvorkommen wie in Kärnten, zählt jedes einzelne Individuum, so der WWF.
In Kärnten werden derzeit fünf bis acht männliche Bären vermutet, die alle aus Slowenien zugewandert sind und auch immer wieder dorthin abwandern. „Es gibt keine Hinweise, dass weibliche Tiere unter den Kärntner Bären sind, also kann es auch keine Reproduktion geben“, bedauert Pichler vom WWF. Obwohl im August 2011 ein Wanderer im Bezirk Villach eine Bärin mit Jungtieren gesehen haben will, gibt es seither keinen Hinweis, der diese Sichtung bestätigt. „Umso wichtiger ist es, dass wir im Bärenschutz endlich solide Daten durch ein genetisches Monitoring bekommen“, so Pichler. „Erst dadurch wird Klarheit über das Bärenvorkommen geschaffen und wir wüssten, ob sich die Art in Österreich aus eigener Kraft erhalten kann oder ohne Bestandesstützung ausstirbt.“
Kärnten ist das Schlüsselgebiet für die natürliche Wiederbesiedlung der Alpen durch den Braunbären. Im gesamten Alpenraum werden derzeit etwa 45 Braunbären vermutet.
Bis zum endgültigen Schuldspruch des Täters bleibt im Braunbärenschutz dennoch etliches zu tun, regt Pichler an. Er appelliert an die beiden zuständigen Kärntner Politiker LH-Stv. und Naturschutzreferent Uwe Scheuch und Agrar-Landesrat Josef Martinz, ein genetisches Monitoringprojekt einzuführen.
Diese Methode ist international längst Standard und liefert wissenschaftlich haltbare Daten über Wildtierbestände. Beim Genmonitoring werden Proben von Haar- oder Kotspuren eines Bären genommen, die nach DNA-Analyse punktgenau einem bestimmten Individuum zugeordnet werden können.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Geplantes Salzburger Landesentwicklungsprogramm befeuert Flächenfraß
Begutachtungsphase endet am Mittwoch: Regelungen für Gewerbeparks und Einkaufszentren sollen auf Kosten wertvoller Böden gelockert werden – WWF fordert Fokus auf Bestand statt Neuwidmung auf der grünen Wiese
Energiekrise: WWF fordert Spritverbrauchsbremse
Aktuelle Stellungnahme zur geplanten Mineralölsteuer-Senkung – Umweltschutzorganisation fordert Energiespar-Programme und Offensive für öffentliche Verkehrsmittel, um hohe Erdölabhängigkeit zu reduzieren
Ostern ohne bitteren Beigeschmack: WWF fordert entwaldungsfreie Lieferketten für Schokolade
Kakao-Anbau setzt Regenwälder unter Druck – Klimakrise treibt Preise an – WWF plädiert für nachhaltigen Konsum zu Ostern und fordert bessere Rückverfolgbarkeit für Kakaoprodukte
Trockenheit im Seewinkel: WWF warnt vor Lebensraumverlust für Zugvögel
Rückkehr der Zugvögel im März – WWF warnt vor dramatischem Verlust der salzhaltigen Lacken im Seewinkel – Säbelschnäbler besonders betroffen
Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten: WWF fordert sichere Routen
Jede vierte wandernde Tierart akut bedroht – WWF fordert grenzüberschreitende Schutz-Korridore – Besonderer Fokus auf Jaguaren und Meeresarten
Winterbilanz Wald: WWF warnt vor Trockenheit und schwierigem Waldjahr 2026
Waldböden zu Frühlingsbeginn vielerorts zu trocken, Wasserspeicher erschöpft – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und Renaturierung im Wald
WWF kritisiert Spritpreis-Populismus der Bundesregierung
Umweltschutzorganisation fordert Sofortmaßnahmen für klimafreundliche Mobilität und schrittweisen Ausstieg aus Öl und Gas: Klimaticket vergünstigen, öffentliche Verkehrsmittel ausbauen, Strukturreformen beschließen
WWF-Zählung: Gefährdete Monarchfalter erholen sich trotz anhaltender Bedrohungen
Naturschauspiel: Monarchfalter wandern 4.000 Kilometer in den Süden – Schmetterlingsmigration trotzt Herausforderungen, aber Lage weiterhin fragil












