Bund und Länder sollen Gemeinden beim Umbau stark versiegelter Orte unterstützen – Zusätzliche Mittel für Begrünung, naturnahe Gewässer und mehr Wasserrückhalt – EU-Renaturierungsgesetz ambitioniert umsetzen
WWF EARTH HOUR 2019 – Klima- und Artenschutz ist wichtiger denn je
Wien, am 14. März 2019. Am Samstag, den 30. März 2019, heißt es wieder „Licht aus“ für den Klimaschutz. Die von der Naturschutzorganisation WWF ausgerufene EARTH HOUR findet weltweit bereits zum dreizehnten Mal statt, um ein starkes globales Zeichen an Politik und Gesellschaft zu setzen – bei uns in Österreich ist es um 20:30 Uhr so weit. Zahlreiche Unternehmen und Sehenswürdigkeiten drehen ihre Lichter ab, um symbolisch auf die Folgen der Klimakrise und das damit verbundene Artensterben aufmerksam zu machen.
„Durch die Erderwärmung droht jede sechste Art auszusterben. Gerade die artenreichsten Ökosysteme wie Korallenriffe und Regenwälder sind besonders gefährdet, aber auch in unseren Breitengraden werden die Folgen der Erderhitzung für wichtige Ökosysteme immer sichtbarer – zum Beispiel durch den Gletscherschwund oder die zunehmende Erwärmung von Flüssen und Seen“, sagt Arno Aschauer, Experte für Artenschutz beim WWF Österreich. Daher soll die EARTH HOUR die Politik aufrütteln und zu einer Trendwende beitragen. „Einerseits müssen wir deutlich mehr für Klimaschutz und Energiesparen tun, andererseits auch unsere Natur besser schützen. Denn intakte Ökosysteme und biologische Vielfalt zählen zu den besten Versicherungen gegen die Klimakrise“, sagt Aschauer.
Die von der Universität für Bodenkultur erhobenen Daten im WWF Living Planet Report für Österreich sind alarmierend: Die Zahl der Wirbeltiere ist hierzulande seit 1986 durchschnittlich um 70 Prozent gesunken, es gibt einen rasanten Verlust von Vögeln, Fischen, Säugetieren, Amphibien und Reptilien. So leiden etwa in den alpinen Regionen Tiere wie Schneehase, Schneehuhn oder Bachforelle unter den Folgen der Klimaerhitzung – sei es durch mehr Wetterextreme, längere Dürre- und Hitzeperioden oder auch die Einwanderung neuer Arten und Krankheiten, die es früher dort nicht gegeben hat. „Dazu kommt noch der menschliche Raubbau an der Natur. Je mehr Boden verbraucht wird, desto weniger Freiräume gibt es für unsere Natur, was auch Bienen und Schmetterlinge immer stärker belastet und letztlich auf uns Menschen zurückfällt“, warnt WWF-Experte Aschauer.
Breite Unterstützung von Wirtschaft und Gemeinden in ganz Österreich
Erste Zusagen für die EARTH HOUR 2019 kamen bereits von Innsbruck, Klagenfurt und Salzburg. Neben diesen Landeshauptstädten bekennen sich auch viele weitere Städte, Gemeinden und Unternehmen aktiv zum Schutz unseres Klimas und verdunkeln als Symbol dafür ihre wichtigsten Gebäude. Der WWF unterstützt sie dabei mit Informations- und Kommunikationsmaterialien. Interessierte Städte, Gemeinden und Unternehmen haben weiterhin die Möglichkeit, sich dafür online zu registrieren: https://www.wwf.at/de/earthhour-gemeinden/
Auch Unternehmen der WWF Climate Group, ein österreichisches Unternehmensnetzwerk für wirksamen Klimaschutz, nehmen heuer wieder an der EARTH HOUR teil. Sie drehen bei zahlreichen Filialen und Büro-Gebäuden das Licht für eine Stunde ab. Weitere Informationen zur Climate Group finden Sie hier: https://www.wwf.at/de/climategroup/
Außerdem sind spannende Events in Innsbruck mit einem EARTH HOUR Festival, unter anderem mit Musik und Performances in der Altstadt, und eine eigene Veranstaltung der Generation Earth in Wien geplant. Details zu den jeweiligen Veranstaltungen werden noch bekanntgegeben. Informationen zum Jugendnetzwerk des WWF, der Generation Earth, finden Sie hier: https://www.generationearth.at/
Weltweit gilt: „Licht aus“ für mehr Klima- und Umweltschutz
Das erste Licht ging 2007 im australischen Sydney aus. Das damals kleine Signal als Symbol für den Klimaschutz wurde über die Jahre zu einer globalen Bewegung. Neben der weltweiten „Licht aus“ Aktion, die jedes Jahr stattfindet, sind erneut nachhaltige Projekte rund um die EARTH HOUR geplant. So sollen in Kenia zum Beispiel eine Milliarde Bäume gepflanzt werden, um bis 2030 zehn Prozent der Waldfläche zurückzugewinnen. Die Hauptstadt von Ecuador, Quito, setzt sich für ein kunststofffreies Gesetz ein, das die Verwendung von Plastiktüten, anderen Einweg-Kunststoffen und Styroporprodukten verbietet. Indonesien will fünf Millionen junge Menschen für einen grüneren Lebensstil mobilisieren.
Im Vorjahr beteiligten sich insgesamt 188 Länder an der EARTH HOUR. Rund 18.000 berühmte Wahrzeichen schalteten für eine Stunde ihre Lichter ab, darunter auch die Oper in Sydney, der Big Ben in London, das Empire State Building in New York, die Pyramiden in Ägypten und der Eiffel Turm in Paris. Damit erreichte die EARTH HOUR im vergangenen Jahr weltweit Hunderte Millionen Menschen, die unter anderem über 3,5 Millionen Eindrücke ihrer ganz persönlichen EARTH HOUR in den sozialen Medien teilten, verbunden mit populären Hashtags wie #EarthHour oder #connect2earth.
Factsheets, Fotos, Energiespartipps und weitere Informationen zur EARTH HOUR in Österreich finden Sie unter: www.wwf.at/earthhour
Weiterführende Informationen zur internationalen EARTH HOUR: www.earthhour.org
Rückfragehinweis:
Sarah Bimingstorfer
WWF-Presesprecherin
+43 676 834 88 216
sarah.bimingstorfer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF und BirdLife fordern „Aktion scharf gegen Giftköder“
Grausame Geier-Vergiftung im Lesachtal muss Konsequenzen haben – Verbotenes Nervengift für 90 Prozent aller nachgewiesenen Wildtier-Vergiftungen verantwortlich – Seit Jahrzehnten verboten, aber bis heute eingesetzt
WWF: Anhaltende Hitzewelle belastet Wildtiere
Hitze und Trockenheit setzen Amphibien, Jungvögeln und Schmetterlingen besonders zu – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und gibt Tipps, um Wildtieren zu helfen
llegaler Tigerhandel: Neuer Report zeigt Schwächen in Südostasiens Justizsystemen
WWF, GuArdean und TRAFFIC analysieren Strafverfolgung in sieben Tiger-Verbreitungsstaaten – Drahtzieher und Geldgeber werden bisher zu selten belangt – WWF fordert verstärkte Kontrollen und internationale Zusammenarbeit
Italienischer Top-Experte kritisiert Tiroler Wolfsabschuss: WWF fordert lückenlose Aufklärung
Zoologe Marco Apollonio bezeichnet Abschuss von Forschungswolf Mirco als „dumm und unnötig“ – WWF verlangt vollständige und transparente Aufklärung durch die Tiroler Landesregierung.
WWF-Erfolg: Mehr Wasser für den Mühlbach
Mehr Wasser, mehr Artenvielfalt: Dank der erfolgreich umgesetzten Maßnahme an der Grenzmur führt der Mühlbach heute mehr als doppelt so viel Wasser wie früher.
Forschungswolf getötet – WWF kritisiert überzogene Abschusspolitik in Tirol
Artenschutzorganisation fordert Kurskorrektur im Wolfsmanagement – Besenderte Wölfe liefern wertvolle Daten für Herdenschutz und Prävention – Italien forscht, Österreich schießt ab
Kampf gegen Plastikmüll: WWF weitert Offensive gegen Geisternetze im Mittelmeer aus
Plastikkrise im Mittelmeer spitzt sich zu – Bereits vier Tonnen alte Fischereisausrüstung geborgen – Neue Tauchausbildung soll Bergungsmenge bis Jahresende verdoppeln – Ausweitung von Meeresschutzgebieten gefordert
WWF: Portugal investiert groß in Renaturierung, Österreich soll nachziehen
Portugal will 500 Millionen Euro jährlich in Wiederherstellung der Natur investieren – Gemessen an der stärkeren Wirtschaftskraft wären das in Österreich rund 840 Millionen Euro pro Jahr – WWF fordert rasche Vorlage des gesamten Renaturierungsplans von Bund und Ländern













