September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
WWF: Gebt dem Luchs die Chance auf Rückkehr nach Österreich!
Wien, am 11. Februar 2015 – Der WWF zeigt sich enttäuscht von der Oberösterreichischen Jägerschaft, die angekündigt hat, den verschwundenen Luchs „Juro“ nicht zu ersetzen. Seit der Gründung der Arbeitsgruppe Luchs Oberösterreichische Kalkalpen (LUKA) im Jahr 2009 war die Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Jagd vorbildlich und richtungsweisend. „Bis jetzt konnten wir uns immer auf die Handschlagqualität der Jägerschaft verlassen. Wir sind besorgt, dass jetzt ein neuer Stil einzieht. Sollte die Jägerschaft nun die Abmachungen der Arbeitsgruppe LUKA ignorieren und wortbrüchig werden, hat der Luchs in ganz Österreich kaum Überlebenschancen!“sagt Christian Pichler vom WWF. Schon jetzt haben zwei von den vier im Vorjahr im Nationalpark Kalkalpen geborenen Jungluchsen Inzuchtprobleme. Wie gefährlich das sein kann, zeigt das slowenische Wiederansiedlungsprojekt, wo der Luchs trotz eines guten Starts wieder kurz vor dem Aussterben steht.
Das Luchsprojekt LUKA hatte sich 2009 zum Ziel gesetzt, das Überleben der wenigen damals vorhandenen Luchse in der Kalkalpen-Region zu sichern und war dabei um das aktive Mittragen aller betroffenen Interessensgruppen und der lokalen Bevölkerung bemüht. Bereits zu Beginn des Projektes wurde vereinbart, dass drei Luchse ausgesiedelt werden und der „Ausfall“ eines dieser „Gründerluchse“ kompensiert werden soll. 2014 wurde diese Abmachung mit der Jägerschaft erneuert, weil Luchs "Juro" nicht mehr nachgewiesen werden konnte. „Die Jägerschaft muss endlich ihre Interessen mit denen des Naturschutzes abstimmern und mehr Engagement für die großen Beutegreifer zeigen – sie wäre auch gut beraten, mehr auf die Bevölkerung zu hören, die dem Luchsprojekt positiv gegenübersteht“, so Pichler.
Wenn diese Abmachung gebrochen wird, könnte der Luchs früher oder später wieder aus Österreich verschwinden – zu fragil ist die Situation dieser Tierart in Österreich. Die wenigen vorhandenen Tiere sind durch Lebensraumzerschneidung, illegale Verfolgung und Inzucht bedroht. Wie katastrophal sich Inzucht auf die Luchsbestände auswirken kann zeigt sich in Slowenien. Obwohl sich die Bestände zunächst gut entwickelt haben, steht dort der Luchs wegen zu enger Verwandtschaftsbeziehungen erneut kurz vor dem Aussterben. Deshalb sollen in Slowenien bald zehn neue Luchse ausgesiedelt werden.
Der WWF hofft, dass bei einer nächsten Sitzung des Arbeitskreises LUKA im März die Jägerschaft doch zu ihrer Vereinbarung steht und einer Aussiedlung zustimmt. „Es liegt jetzt in der Hand der Oberösterreichischen Jägerschaft, dieses tolle und richtungsweisende Projekt nicht scheitern zu lassen“, appelliert Pichler vom WWF abschließend.
Rückfragehinweis und Fotos:
Claudia Mohl, Pressestelle WWF Österreich, Tel. + 01 488 17-250, claudia.mohl@wwf.at
Christian Pichler, Luchsexperte WWF Österreich, Tel. +01 488 17-279, christian.pichler@wwf.at
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