Hoffnung für eine stark bedrohte Art: Durch Schutzmaßnahmen leben wieder 6.487 Spitzmaulnashörner in Südafrika. Vor allem Lebensraumverlust und Wilderei sind eine große Gefahr.
WWF-Hochwasserstudie wird Wirklichkeit
Wien, am 7. Juli 2009 – Angesichts der aktuellen Wetterlage und den drohenden weiteren Starkregen in dieser Sommerwochen weist der WWF auf das steigende Hochwasserrisiko in Österreich durch den Klimawandel hin. Der globale Klimawandel könnte dazu führen, dass Österreich zukünftig verstärkt von Hochwasserereignissen bedroht wird. Die Universität für Bodenkultur Wien hatte im Auftrag des WWF eine Studie durchführt. „Bis zum Ende dieses Jahrhunderts muss man im Alpenraum mit einer Niederschlagszunahme in den Wintermonaten von etwa 15 bis 40 Prozent rechnen. Auch die Regen im Sommer werden intensiver werden“, warnt WWF-Experte Andreas Wurzer.
Der „ökologische Hochwasserschutz ist für den WWF daher eine der wichtigsten Lösungen. „Wir müssen den Flüssen wieder den Platz für freie Überschwemmungsflächen zurückgeben und nicht unsere Flüsse mit noch mehr Kraftwerken zubauen, wie dies Wirtschaftsminister Mitterlehner plant“, sagt Wurzer. Der WWF fordert nun den gesetzlichen Schutz von natürlichen und naturnahen Flüssen.
Neben allgemeinen Niederschlagstrends wurden in der Studie im wesentlichen die Entwicklung von drei klimatologischen Phänomenen durch den Klimawandel untersucht: (1) Die Verschiebung der Schneefallgrenze, (2) die Trends bei kleinräumigen Gewitterereignissen sowie (3) die Entwicklung großräumiger Tiefdruckgebiete, die in den Jahren 1999, 2002 oder 2005 in Europa Hochwasser auslösten (Vb-Wetterlagen).
Ein plausibles Zukunftsszenarium bezüglich Vb-Wetterlagen ist eine Abnahme der Häufigkeit aber eine Zunahme der Niederschlagsintensitäten bei diesen Wetterlagen. Damit würde sich aber voraussichtlich das Hochwasserrisiko durch diese Wetterlagen erhöhen. Die Ereignisse des letzten Jahrzehntes lassen eine Zunahme dieser Vb-Lagen im Sommer befürchten. Sollte sich der Trend des letzten Jahrzehntes mit dem häufigeren Auftreten im Sommer weiter fortsetzen, würde dies das Risiko noch weiter ansteigen lassen. Daher scheint auch eine Zunahme der Niederschlagsintensität bei kleinräumigen Gewittern sehr wahrscheinlich. Dies würde sich in jenen Regionen am stärksten auswirken, an denen bereits heute besonders viele Gewitter vorkommen (Steiermark, Salzburg, Teile Tirols und Oberösterreichs).
Darüber hinaus wird durch die Erderwärmung in Zukunft ein deutlich geringerer Anteil am Gesamtniederschlag als Schnee vom Himmel fallen. „Statt Schnee werden in Zukunft im Winter gehäuft Regenfälle auftreten“, beschreibt Wurzer die Situation. Klimaszenarien prognostizieren einen mittleren Anstieg der Schneefallgrenze um 500 bis 600 Meter. Diese Verschiebung der Schneeverhältnisse wird das Abflussverhalten der österreichischen Flüsse stark beeinflussen. Der Winterabfluss wird generell zunehmen und die Schneeschmelze wird deutlich früher auftreten. In Verbindung mit der Zunahme der Winterniederschläge wird sich das Hochwasserrisiko im Winter und Frühjahr deutlich erhöhen. Für die einzelnen Bundesländer bedeutet dies:
Vorarlberg/Tirol: Sowohl die Verschiebung der Schneefallgrenze in Kombination mit mehr Winterniederschlägen als auch die zunehmende Intensität von großflächigen Niederschlagsereignissen (Vb-Wetterlagen) könnten das Hochwasserrisiko in Zukunft erhöhen: Betroffen sind die Ill, der Alpenrhein oder die Bregenzer Ache. In Tirol betroffen sind der Inn, der Lech, die Ötztaler Ache oder die Ziller.
Salzburg/Oberösterreich/Steiermark: In allen drei Bundesländern sind große Teile durch eine Häufung aller drei Hochwasser verstärkender Klimaphänomene betroffen. Beispiele für Salzburg sind die Salzach oder die Saalach. In Oberösterreich betroffen sind die Alm, die Steyr oder die Enns, die Traun oder die Mühl. Beispiele für betroffene Flüsse in der Steiermark sind die Feistritz oder die Mürz. Flüsse, deren Abfluss im Winter sich durch den Anstieg der Schneefallgrenze stark verändern werden sind die Mühl (Oberösterreich) oder die Mur (Steiermark).
Kärnten/Wien/Niederösterreich/Burgenland: Kärnten ist jenes Bundesland, das am geringsten von großflächigen Niederschlagsereignissen betroffen ist. Jedoch sowohl der Anstieg der Schneefallsgrenze als auch die Zunahme der Intensität von kleinräumigen Gewitterereignissen könnte auch in Kärnten die Hochwasserwahrscheinlichkeit ansteigen lassen (Gail oder Lavant). In den Bundesländern Wien und Niederösterreich sind es v.a. die Flüsse Kamp und Donau, die aufgrund von großflächigen Wetterereignissen in Zukunft verstärkt Hochwasser führen könnten. Im Burgenland ist die Lafnitz von einer Häufung aller drei Hochwasser verstärkenden Faktoren betroffen.
Weitere Informationen:
Mag. Lisa Simon, WWF Pressesprecherin, Tel. 01-83488-215
Email: lisa.simon@wwf.at.
Studie zum Download: www.wwf.at/presse.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Neues Gesetz bedroht Österreichs letzte intakte Flüsse
Naturschutzorganisation warnt vor „Freibrief für Flussverbauung“ durch EABG – Geplantes Aufweichen des Gewässerschutzes geht weit über EU-Vorgaben hinaus – WWF fordert deutliche Verbesserungen
20 Jahre WWF Earth Hour: Licht aus gegen Energieverschwendung
Jubiläum für eine der größten Klima- und Naturschutz-Aktionen – Berühmte Wahrzeichen, Städte und Gemeinden machen mit – Bundespräsident Van der Bellen unterstützt Aktion in Österreich
WWF: Geplantes Salzburger Landesentwicklungsprogramm befeuert Flächenfraß
Begutachtungsphase endet am Mittwoch: Regelungen für Gewerbeparks und Einkaufszentren sollen auf Kosten wertvoller Böden gelockert werden – WWF fordert Fokus auf Bestand statt Neuwidmung auf der grünen Wiese
Energiekrise: WWF fordert Spritverbrauchsbremse
Aktuelle Stellungnahme zur geplanten Mineralölsteuer-Senkung – Umweltschutzorganisation fordert Energiespar-Programme und Offensive für öffentliche Verkehrsmittel, um hohe Erdölabhängigkeit zu reduzieren
Ostern ohne bitteren Beigeschmack: WWF fordert entwaldungsfreie Lieferketten für Schokolade
Kakao-Anbau setzt Regenwälder unter Druck – Klimakrise treibt Preise an – WWF plädiert für nachhaltigen Konsum zu Ostern und fordert bessere Rückverfolgbarkeit für Kakaoprodukte
Trockenheit im Seewinkel: WWF warnt vor Lebensraumverlust für Zugvögel
Rückkehr der Zugvögel im März – WWF warnt vor dramatischem Verlust der salzhaltigen Lacken im Seewinkel – Säbelschnäbler besonders betroffen
Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten: WWF fordert sichere Routen
Jede vierte wandernde Tierart akut bedroht – WWF fordert grenzüberschreitende Schutz-Korridore – Besonderer Fokus auf Jaguaren und Meeresarten
Winterbilanz Wald: WWF warnt vor Trockenheit und schwierigem Waldjahr 2026
Waldböden zu Frühlingsbeginn vielerorts zu trocken, Wasserspeicher erschöpft – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und Renaturierung im Wald













