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WWF-Investmentbewertungsmodell läutet neue Ära auf den Finanzmärkten ein
Wien, 17. November 2011 – Das weltweit erste WWF-Modell für die nachhaltige Bewertung von Investments lässt den nachhaltigen globalen Finanzmarkt Realität werden. Indikatoren für Staaten und Unternehmen ermöglichen Investoren eine umfassende und praxistaugliche Beurteilung nach ökologischen, sozialen und ökonomischen Kriterien. Als erstes Unternehmen wird die Allianz Gruppe in Österreich gemeinsam mit dem WWF das theoretische Modell in die Praxis übertragen. „In Zeiten von Finanz- und Staatenkrisen werden die Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit und Transparenz am Finanzmarkt zunehmend lauter. Mit dem WWF-Investmentbewertungsmodell können künftig Kapitalströme gezielt gelenkt werden und damit zur Nachhaltigkeit auf den Finanzmärkten beitragen“, erklärt WWF Geschäftsführerin Hildegard Aichberger. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich, ergänzt: „Die Transparenz, Relevanz und Praktikabilität des Bewertungsmodells waren für uns ausschlaggebend, dieses Modell an unserem Portfolio einem Praxistest zu unterziehen.“
Bewertung von Staatsanleihen und Aktien: ökologisch, sozial und ökonomisch
Zur Ermittlung der zentralen Nachhaltigkeitsindikatoren für Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen initiierte der WWF einen Multi-Stakeholder-Prozess mit 40 Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und dem NGO-Bereich. Experten von unter anderen der Wirtschaftsuniversität Wien, der Universität für Bodenkultur, dem Umweltbundesamt, der Arbeiterkammer, der UNIDO, der Caritas und der Österreichischen Nationalbank diskutierten dabei die zentralen Themen und Handlungsfelder der Nachhaltigkeit im Finanzmarkt. Das daraus entstandene WWF-Investmentbewertungsmodell zeichnet sich durch eine vollkommen gleichwertige Behandlung der drei Nachhaltigkeitssäulen Ökologie, Ökonomie und Soziales sowie durch größtmögliche Transparenz der verwendeten Indikatoren aus. Weiters wurden quantitativ messbare Indikatoren bevorzugt, um die langfristige Entwicklung von Portfolios beurteilen zu können. „Wir sind mit dem Ziel angetreten, Nachhaltigkeit in Kapitalanlagen messbar zu machen, und wir haben dieses Ziel erreicht“, so Aichberger.
Hohe Praxistauglichkeit der Bewertungsmodelle für Staaten und Unternehmen
Zentraler Anspruch bei der Entwicklung des WWF-Investmentbewertungsmodells war ein maximaler Nachhaltigkeitseffekt bei gleichzeitig hoher Praxistauglichkeit. Insgesamt nur 100 Indikatoren messen die ökologische, soziale und ökonomische Leistung von Unternehmen und Staaten. 85 Prozent der Indikatoren sind quantitativ. Bisherige Modelle berücksichtigen bis zu 800 Kriterien und sind somit meist nur zu einem geringen Maße anwendbar. Aus den Expertengesprächen entstanden zwei Bewertungsmodelle für Staaten und Unternehmen. Das Staatenmodell greift zu 96 Prozent auf Quellen international anerkannter Institutionen wie UN, WHO, OECD, Eurostat zurück. Nur vier Prozent der Indikatoren bedürfen einer qualitativen Recherche der Gesetzgebung der einzelnen Länder. Bei der Beurteilung von Staaten werden unter anderem Themen wie Energie, Klima, Biodiversität, soziale Gerechtigkeit, Bildung, Arbeit, öffentliche Investitionen sowie Steuer- und Schuldenpolitik berücksichtigt. Das Modell für Unternehmen besteht zu rund 70 Prozent aus quantitativen Indikatoren, vorwiegend aus der UN Global Reporting Initiative. 30 Prozent der Indikatoren bedürfen einer vertiefenden qualitativen Recherche. Bei Unternehmen werden unter anderem Bereiche wie Ressourcenintensität, Menschenrechte, Mitarbeiterzufriedenheit, Corporate Social Responsibility, Lobbying und Recht analysiert. „Mit dem ganzheitlichen Ansatz des Modells bietet sich die Chance, wesentliche Nachhaltigkeitsprobleme an der Wurzel zu packen, statt Symptome zu bekämpfen. Jede Umweltsünde muss finanziert werden – mit diesem Modell drehen wir den Sündern den Geldhahn zu“, so Aichberger.
Ausblick: Praxischeck am Allianz Portfolio
Die Allianz Gruppe in Österreich wird das nachhaltige Investmentmodell als erstes Unternehmen testen. Das Portfolio der Allianz wird dazu zunächst in einem einjährigen Praxistest bewertet. „Der größte Hebel für ein nachhaltiges Finanzunternehmen liegt in seinen Kapitalanlagen“, betont Littich. Da auch Kunden vermehrt nachhaltige Finanzprodukte nachfragen, biete das WWF-Investmentbewertungsmodell einen guten strategischen Anknüpfungspunkt. Daher werde die Allianz das Modell gründlich testen und operationalisieren, um ab 2013 mit Hilfe des WWF die richtigen Schlüsse für mehr Nachhaltigkeit in der Veranlagung zu ziehen. „Kapitalmärkte sind der größte Hebel und sichern Nachhaltigkeit sowie Generationengerechtigkeit“, so Littich abschließend.
Rückfragen bitte an:
Mag. (FH) Lisa Simon, Pressesprecherin WWF Österreich, Tel: +43-1-48817-215,
Mobil: +43-676-83488215, E-Mail: lisa.simon@wwf.at
Fragen zur Allianz Gruppe in Österreich:
Dr. Marita Roloff, Unternehmenskommunikation Allianz Gruppe in Österreich,
Tel: +43-5-9009 – 80690, E-Mail: marita.roloff@allianz.at
Präsentation und Hintergrundstudie zum WWF-Investmentbewertungsmodell zum Download:
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