Im WWF-Reservat hat die Storchen-Saison begonnen – 2025 gutes Jahr für den Storchen-Bestand – Weitere Rückkehrer werden in den kommenden Wochen erwartet
WWF: Kleinwasserkraft überflutet Oberösterreich
Linz, 11. August 2009 – Steile Schluchten, ausgedehnte Auen und offene Schotterbänke: So naturnah präsentieren sich Oberösterreichs Fließgewässer nur noch an wenigen Stellen. Bereits über 90 Prozent von ihnen sind begradigt, eingestaut und ins Korsett gezwängt. „Flüsse und Bäche sind wie die Finger einer Hand, die nur funktionsfähig ist, wenn alle Finger dran sind“, erklärt Nicole Schreyer, Leiterin des WWF-Alpenprogramms. Auch die Kleinwasserkraft wirkt sich großflächig und deshalb negativ auf unser Flussadernetz aus. Obwohl es in Oberösterreich bereits über 600 Kleinwasserkraftwerke gibt, sollen diese massiv ausgebaut und durch Landesförderung unterstützt werden. Der WWF und die Plattform Flüsse voller Leben kritisierten heute in Linz den massiven Ausbaudruck der Kraftwerkslobby in Oberösterreich. Sie treten für den dauerhaften Schutz der letzten freien Fließstrecken ein und laden die Linzer zum Besuch des Flussrätselzeltes und des Flüsse-Herzes am Taubenmarkt ein.
Oberösterreich hat sein Wasserkraft-Potential bereits zu 90 Prozent ausgeschöpft und liegt gemeinsam mit Niederösterreich bundesweit an der Spitze. „Donau, Inn und Enns sind in Oberösterreich bereits zu 100 Prozent ausgebaut. Von den verbleibenden Fließwasserstrecken ist etwa die Salzach in Oberösterreich zur Gänze als Schutzgebiet einzustufen und für Kraftwerkspläne tabu“, betont Karl Frais, Bundesvorsitzender der Naturfreunde Österreichs. Klar sei, dass nicht unter dem Deckmantel des Klimaschutzes die letzten natürlichen Flusslandschaften verbaut werden dürfen. „Wasserkraft ist erneuerbar, aber unsere letzten freien Flusslandschaften sind es nicht“, so der Naturfreunde-Vorsitzende.
Flüsse und Bäche dienen nicht nur der Energiegewinnung, sondern erfüllen viele weitere Funktionen. Natürliche Flusslandschaften sind wertvolle Lebensräume; sie dienen dem Hochwasserschutz, der Trinkwasserversorgung und der Erholung.

Die Koppentraun bietet zum Beispiel in weiten Bereichen noch ein Naturerlebnis höchster Güte und zieht jedes Jahr tausende Wassersportler aus dem In- und Ausland an. Unverbaute Flussabschnitte wie diese dürfen nicht unsinnigen, unrentablen und Natur zerstörenden Kraftwerksplänen geopfert werden. “Schon in der Vergangenheit haben wir Kajakfahrer und Kanuten gezeigt, dass mit uns zu rechnen ist, wenn es den letzten naturnahen und natürlichen Flüssen an den Kragen gehen soll“, sagt Peter Feldhammer von kajak.at. „Jetzt sind wir wieder gefordert, die Oberösterreichischen Flüsse gegen den Ausbauwahn der Energiekonzerne zu verteidigen.“
Wasserkraft stillt nur Stromhunger der nächsten Jahre
„Selbst wenn man das vorhandene Restpotential der Wasserkraft in Österreich zur Gänze ausbauen würde, wäre der Zugewinn an Energie schon in fünf bis sechs Jahren allein durch den jährlichen Mehrbedarf kompensiert, aber die letzten freien Flussstrecken unwiederbringlich verloren“, sind sich die Partner der Plattform Flüsse voller Leben einig.
Sie rufen deshalb die Oberösterreicher zur Unterzeichnung der Petition auf, die diese Forderungen unterstützt: www.fluesse-voller-leben.at/petition. Für die Petition setzen sich auch zahlreiche Prominente ein.
Allianz für Flüsse voller Leben
Angesichts des drohenden totalen Ausbaus der letzten österreichischen natürlichen Flüsse und Bäche haben sich die größten Naturschutzorganisationen (WWF, Naturschutzbund, Naturfreunde, Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz, Fischereiverband, kajak.at und der Alpenverein Edelweiß) zur Plattform Flüsse voller Leben zusammen geschlossen. Das Ziel der Plattform ist der gesetzlich verbindliche Schutz der Flüsse.
Der WWF und seine Partner treten für Effizienzsteigerung, Energiesparen, die Modernisierung bestehender Wasserkraftwerke und den Ausbau anderer Erneuerbarer Energieträger ein. Dadurch sollen auch wesentlich mehr neue Arbeitsplätze geschaffen werden als dies mit dem Ausbau der Wasserkraft möglich ist.
„Herz für Flüsse“ in ganz Österreich
Der WWF tourt in den ersten beiden Augustwochen mit einem Fluss-Infozelt für Eltern und Kinder und einem überlebensgroßen Herz für Flüsse durch alle Landeshauptstädte. Nach Innsbruck, Bregenz, Salzburg, Graz, St. Pölten und Linz endet die Tour am 12. 8. in Klagenfurt.
Rückfragen:
Claudia Mohl, Pressesprecherin WWF Österreich, Tel. +43 1 48817 250, Email: claudia.mohl@wwf.at.
Fakten zu Flüssen und Kraftwerksplänen in OÖ, Fotos, Petition, und weitere Pressematerialien:
www.fluesse-voller-leben.at (Presse).
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
20 Jahre WWF Earth Hour: Weltweit gehen am 28. März die Lichter aus
Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko
Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur
Bundesregierung: Erstes Bodenschutz-Zeugnis zeigt große Defizite
WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten













