Globale Halbzeitbilanz zeigt unzureichende Umsetzung – WWF fordert wirksame Maßnahmen und gesicherte Finanzierung, auch in Österreich – COP17-Konferenz startet am Montag
WWF kritisiert Elfenbeinhandel in Thailand
Wien, 4. Juli 2014 – In den letzten 18 Monaten hat sich das käufliche Elfenbein auf Thailands Märkten nahezu verdreifacht. Das bestätigt eine Studie über den Verkauf von Elfenbein in Thailand, die jetzt einige Tage vor einer wichtigen Konferenz zur Eindämmung des illegalen Wildtierhandels veröffentlicht wurde. In Thailand darf nur Elfenbein von thailändischen Elefanten verkauft werden. Leider wird aber unter diesem Deckmantel auch illegal importiertes Elfenbein von Wilderern aus Afrika gehandelt. Im März 2013 hat die damalige thailändische Regierung unter Yingluck Shinawatra versprochen, den Elfenbeinhandel in Thailand komplett zu verbieten. Der WWF und Avaaz hatten dafür 1,5 Millionen Unterschriften gesammelt. Passiert ist bisher nichts. Nun appelliert der WWF an die Militärregierung.
Die neue Studie wurde diese Woche von TRAFFIC veröffentlicht. TRAFFIC (Wildlife Trade Monitoring Network) wurde vom WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN gegründet um den illegalen Wildtierhandel einzudämmen. Die Studie beweist, dass sowohl die Zahl der Verkaufsstellen wie auch die Menge des verkauften Elfenbeins zugenommen haben. „Die Entwicklung in Thailand seit 2013 ist zutiefst enttäuschend“, sagte der WWF-Experte Colman O’Criodain. „Obwohl die letzte weltweite Konferenz zum Schutz der Arten in Thailand stattfand und es ein Versprechen von höchster Stelle gab, ist bis heute nichts passiert“, kritisiert der Experte.
Nächste Woche findet die CITES-Konferenz (Konvention über den Internationalen Handel mit gefährdeten Wildtierarten) in Genf statt. Der WWF ruft die Delegierten zu einem härteren Durchgreifen gegen Staaten wie Thailand auf, die ihren Verpflichtungen, den illegalen Wildtierhandel einzudämmen, nicht nachkommen. Auf der Konferenz können solchen Staaten klare Zeitrahmen und striktere Kontrollen aufgezwungen sowie Sanktionen gegen sie angeordnet werden. „Wir brauchen in Genf nun eine klare Linie und nicht das Verschieben auf die nächsten Konferenzen“, fordert WWF-Artenschutzdirektor Carlos Drews.
Die nun veröffentliche Studie zeigt, dass sich die Verkaufsstellen von Elfenbein in Bangkok von 61 auf 105 vermehrt haben. Auch die Zahl, Größe und Art der beschlagnahmten Elfenbeinprodukte beweisen, dass große Mengen afrikanischen Elfenbeins nach Thailand importiert wurden. Der Großteil des in Thailand verkauften Elfenbeins stammt aus illegalen Quellen in Afrika, so die Studie. Dort wurden letztes Jahr mehr als 20.000 Elefanten illegal von Wilderern getötet. Weltweit organisierte Banden, die sich an diesem Milliardengeschäft bereichern, sorgen für den Transport nach Asien.
Thailand hat den größten nicht regulierten Elfenbeinmarkt von allen Staaten der Welt. Der WWF und seine Partner haben nun einen offiziellen Brief an die thailändische Militärregierung geschickt um den Elfenbeinhandel in diesem südostasiatischen Land endlich zu beenden.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at.
Kostenfreie Fotos auf Anfrage bei Mag. Karin Brötzner, Medienassistenz WWF, Tel. 01-48817-239 oder E-Mail: karin.broetzner@wwf.at.
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