7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
WWF: Mehr als 150.000 Menschen sagen Nein zur Gletscher-Verbauung Pitztal-Ötztal
Innsbruck, am 1. Dezember 2019. Der öffentliche Widerstand gegen die projektierte Gletscher-Verbauung Pitztal-Ötztal wächst weiter: Die von der Allianz für die Seele der Alpen unterstützte Petition der Bürgerinitiative Feldring hat am Sonntag den Meilenstein von 150.000 Unterschriften übertroffen. Zusätzlich haben 7.200 Menschen die Möglichkeit genutzt, dem Tiroler Landeshauptmann direkt ein persönliches Protestmail zu senden. „Immer mehr Menschen wollen ein Ende des Ausbauwahns in den Bergen. Tirol muss seine letzten ursprünglichen Alpenlandschaften schützen anstatt diese für kurzfristigen Profit und Massentourismus zu opfern“, sagt Josef Schrank von der Naturschutzorganisation WWF Österreich. „In einer derart sensiblen Gebirgslandschaft kann ein völlig überdimensioniertes Megaprojekt niemals naturverträglich und niemals genehmigungsfähig sein. Aufgrund des fortschreitenden Gletscherrückgangs würde hier eine Dauerbaustelle mit immer neuen Eingriffen entstehen. Daher muss die Landesregierung rasch die Notbremse ziehen“, fordert Schrank. Zudem sei die geplante Gletscherverbauung aufgrund ihrer Dimension auch als Neuerschließung zu werten, die in Tirol nicht zulässig ist.
Der WWF Österreich fordert gemeinsam mit Alpenverein, Naturfreunden und der Bürgerinitiative Feldring den Stopp des Megaprojekts sowie rechtlich verbindliche Ausbaugrenzen für Skigebiete und einen Gletscherschutz ohne Ausnahmen, der im Zuge eines Gipfels mit dem Landeshauptmann sowie mit Naturschutz, Wirtschaft und Wissenschaft zu vereinbaren sei. Denn das Ausbaggern und Asphaltieren eines riesigen Speicherteiches, der Bau von Seilbahnstationen, Restaurants, Seilbahnen, Wegen und Pisten würde zum Totalverlust wertvoller alpiner Naturlandschaft führen. Für eine Bergstation müsste sogar ein Berggrat um 120.000 Kubikmeter abgetragen werden. Insgesamt sollen für das Megaprojekt 750.000 Kubikmeter Gestein, Erde und Eis ausgehoben werden.
Ohne Trendwende wird der Nutzungs-und Erschließungsdruck auf die letzten alpinen Freiräume immer größer – unterstützt von einer falschen Politik in Land und Bund. „Die Verbauung unberührter Gletscherwildnis mit energiefressender Infrastruktur ist sinnbildlich für die desaströse Klima- und Umweltpolitik Österreichs: Anstatt die Klimakrise, den Biodiversitätsverlust und den Flächenfraß einzudämmen, dominiert eine fahrlässige Kurzsichtigkeit“, kritisiert WWF-Experte Schrank.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF kritisiert Österreich-Vorstoß zur Lockerung von EU-Umweltauflagen
Kritik an Vorpreschen der Bundesregierung bei Deregulierung – Natur- und Artenschutz-Richtlinien wichtiges Schutzschild für Biodiversität und Klima
Durchbruch an der Grenzmur: WWF zeigt, wie Renaturierung gelingt
WWF Österreich und slowenische Projektpartner stellen natürlichen Fluss der Mur wieder her – Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Flusslebensräume
Hitzetod bedroht Amazonas-Delfine: Studien zeigen gefährliche neue Normalität
Anhaltende Überhitzung von Flüssen gefährdet seltene rosa Flussdelfine – Klimakrise als Ursache für “thermische Fallen” von bis zu 41 Grad Celsius – WWF fordert besseren Schutz von Flüssen
Hunde-Spaziergang am Inn: Wie man Vogel-Nachwuchs schützen kann
An den Kiesbänken des Inns brüten derzeit wieder seltene Vogelarten. Doch Spaziergänger:innen und freilaufende Hunde können den Nachwuchs unwissentlich gefährden.
Statusbericht Wolf: 121 Wölfe in Österreich nachgewiesen, weniger Rudel, kaum Nachwuchs
Neuer Bericht des Österreichzentrums: Rückgang auf acht Wolfsrudel im Vorjahr, nur wenige Welpen, Rekordzahl an Abschüssen – WWF fordert mehr Herdenschutz













