Zum Ende der Begutachtung: Zentrale Maßnahmen fehlen, Finanzierung ungeklärt – Weitreichende Ausnahmen bei Stadtbegrünung – WWF fordert grundlegende Überarbeitung
WWF: Mehr als 150.000 Menschen sagen Nein zur Gletscher-Verbauung Pitztal-Ötztal
Innsbruck, am 1. Dezember 2019. Der öffentliche Widerstand gegen die projektierte Gletscher-Verbauung Pitztal-Ötztal wächst weiter: Die von der Allianz für die Seele der Alpen unterstützte Petition der Bürgerinitiative Feldring hat am Sonntag den Meilenstein von 150.000 Unterschriften übertroffen. Zusätzlich haben 7.200 Menschen die Möglichkeit genutzt, dem Tiroler Landeshauptmann direkt ein persönliches Protestmail zu senden. „Immer mehr Menschen wollen ein Ende des Ausbauwahns in den Bergen. Tirol muss seine letzten ursprünglichen Alpenlandschaften schützen anstatt diese für kurzfristigen Profit und Massentourismus zu opfern“, sagt Josef Schrank von der Naturschutzorganisation WWF Österreich. „In einer derart sensiblen Gebirgslandschaft kann ein völlig überdimensioniertes Megaprojekt niemals naturverträglich und niemals genehmigungsfähig sein. Aufgrund des fortschreitenden Gletscherrückgangs würde hier eine Dauerbaustelle mit immer neuen Eingriffen entstehen. Daher muss die Landesregierung rasch die Notbremse ziehen“, fordert Schrank. Zudem sei die geplante Gletscherverbauung aufgrund ihrer Dimension auch als Neuerschließung zu werten, die in Tirol nicht zulässig ist.
Der WWF Österreich fordert gemeinsam mit Alpenverein, Naturfreunden und der Bürgerinitiative Feldring den Stopp des Megaprojekts sowie rechtlich verbindliche Ausbaugrenzen für Skigebiete und einen Gletscherschutz ohne Ausnahmen, der im Zuge eines Gipfels mit dem Landeshauptmann sowie mit Naturschutz, Wirtschaft und Wissenschaft zu vereinbaren sei. Denn das Ausbaggern und Asphaltieren eines riesigen Speicherteiches, der Bau von Seilbahnstationen, Restaurants, Seilbahnen, Wegen und Pisten würde zum Totalverlust wertvoller alpiner Naturlandschaft führen. Für eine Bergstation müsste sogar ein Berggrat um 120.000 Kubikmeter abgetragen werden. Insgesamt sollen für das Megaprojekt 750.000 Kubikmeter Gestein, Erde und Eis ausgehoben werden.
Ohne Trendwende wird der Nutzungs-und Erschließungsdruck auf die letzten alpinen Freiräume immer größer – unterstützt von einer falschen Politik in Land und Bund. „Die Verbauung unberührter Gletscherwildnis mit energiefressender Infrastruktur ist sinnbildlich für die desaströse Klima- und Umweltpolitik Österreichs: Anstatt die Klimakrise, den Biodiversitätsverlust und den Flächenfraß einzudämmen, dominiert eine fahrlässige Kurzsichtigkeit“, kritisiert WWF-Experte Schrank.
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