Hoffnung für eine stark bedrohte Art: Durch Schutzmaßnahmen leben wieder 6.487 Spitzmaulnashörner in Südafrika. Vor allem Lebensraumverlust und Wilderei sind eine große Gefahr.
WWF: Moratorium für Kraftwerks-Verhandlungen!
Wien, Innsbruck, am 19. Juni 2009 – Der WWF kritisiert das Land Tirol im Zusammenhang mit der aktuellen Potentialerhebung für den Ausbau der Wasserkraft. Bereits in der wichtigen Phase der Kriterienerstellung zur Identifizierung von Potentialflächen ist die Einbindung der betroffenen Öffentlichkeit und der Interessensvertretungen unumgänglich. Derzeit sind lediglich die Fachexperten des Landes und private Firmen eingebunden. “Die Landesregierung konterkariert ihren eigenen Planungsprozess, wenn sie vor Abschluss der Potentialschätzungen für Kraftwerksnutzungen bereits Kraftwerke verhandelt oder genehmigt”, so Andreas Wurzer, Stv. WWF-Geschäftsführer. “Die logische Konsequenz ist nun ein Kraftwerksmoratorium, bis die Ergebnisse der Studie vorliegen. LHStv Steixner muss nun rasch alle Interessensvertreter in die Studienerstellung einbinden. Bis diese nicht vorliegt, dürfen in Tirol keine Kraftwerke genehmigt werden!”
Gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie müssen generell alle Planungen in einem transparenten und breiten Dialog durchgeführt werden. In einem so genannten Partizipationsverfahren sind die wesentlichen Interessensvertretungen von Anfang an in alle Planungsschritte einzubinden. Die Identifizierung bzw. anschließende Festlegung von Potentialen über die Nutzung der Tiroler Flüsse und Bäche ist eine der wichtigsten Planungsverfahren im Rahmen der Gewässerbewirtschaftung und wird immense Auswirkungen auf die Zukunft der Tiroler Fließgewässer haben. “LH-Stv. Steixner muss nun rasch für die Einbindung aller Betroffenen, wie Grundbesitzer, Gemeinden, Landwirtschaft, Fischerei, Tourismus, Wissenschaft und NGOs sorgen”, fordert Wurzer.
Eine Vorgangsweise ohne ernst gemeinte Partizipation sei von vornherein zum Scheitern verurteilt und würde von Großteilen der Bevölkerung nicht mitgetragen. Ein Beispiel hierfür liegt in Tirol noch nicht lange zurück. “Wir warnen davor, dieselben Fehler zu wiederholen, wie sie beim TIWAG-Optionenbericht gemacht wurden!”, erklärt Wurzer weiter. “Wir dürfen unsere wertvollen Flüsse nicht wegen Kommunikationsfehlern aufs Spiel setzen!” Flüsse dienen nicht nur der energiewirtschaftlichen Nutzung. Sie erfüllen vielfältige wichtige Funktionen im Bereich der Trinkwasserversorgung, im Hochwasserschutz, der Erholung, sowie als Lebensraum für bedrohte Arten.
Ende Mai hatte die Tiroler Landesregierung unter anderem ein privates Planungsbüro mit einer umfangreichen Studie beauftragt, in der sämtliche Potenziale für den Ausbau der Wasserkraft an Tirols Gewässern erhoben werden sollen. Ein logischer Schritt sei daher, dass alle Schritte zur Realisierung des Kraftwerks Telfs im Augenblick auf Eis gelegt werden müssen.
Rückfragehinweis:
Andreas Wurzer, Stv. WWF-Geschäftsführer, Tel. 0676/83 488 255
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 0676/83 488 203
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Neues Gesetz bedroht Österreichs letzte intakte Flüsse
Naturschutzorganisation warnt vor „Freibrief für Flussverbauung“ durch EABG – Geplantes Aufweichen des Gewässerschutzes geht weit über EU-Vorgaben hinaus – WWF fordert deutliche Verbesserungen
20 Jahre WWF Earth Hour: Licht aus gegen Energieverschwendung
Jubiläum für eine der größten Klima- und Naturschutz-Aktionen – Berühmte Wahrzeichen, Städte und Gemeinden machen mit – Bundespräsident Van der Bellen unterstützt Aktion in Österreich
WWF: Geplantes Salzburger Landesentwicklungsprogramm befeuert Flächenfraß
Begutachtungsphase endet am Mittwoch: Regelungen für Gewerbeparks und Einkaufszentren sollen auf Kosten wertvoller Böden gelockert werden – WWF fordert Fokus auf Bestand statt Neuwidmung auf der grünen Wiese
Energiekrise: WWF fordert Spritverbrauchsbremse
Aktuelle Stellungnahme zur geplanten Mineralölsteuer-Senkung – Umweltschutzorganisation fordert Energiespar-Programme und Offensive für öffentliche Verkehrsmittel, um hohe Erdölabhängigkeit zu reduzieren
Ostern ohne bitteren Beigeschmack: WWF fordert entwaldungsfreie Lieferketten für Schokolade
Kakao-Anbau setzt Regenwälder unter Druck – Klimakrise treibt Preise an – WWF plädiert für nachhaltigen Konsum zu Ostern und fordert bessere Rückverfolgbarkeit für Kakaoprodukte
Trockenheit im Seewinkel: WWF warnt vor Lebensraumverlust für Zugvögel
Rückkehr der Zugvögel im März – WWF warnt vor dramatischem Verlust der salzhaltigen Lacken im Seewinkel – Säbelschnäbler besonders betroffen
Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten: WWF fordert sichere Routen
Jede vierte wandernde Tierart akut bedroht – WWF fordert grenzüberschreitende Schutz-Korridore – Besonderer Fokus auf Jaguaren und Meeresarten
Winterbilanz Wald: WWF warnt vor Trockenheit und schwierigem Waldjahr 2026
Waldböden zu Frühlingsbeginn vielerorts zu trocken, Wasserspeicher erschöpft – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und Renaturierung im Wald













