Umweltschutzorganisation warnt vor fehlenden Mitteln für Renaturierung und Gewässerschutz – Weniger Klimaschutz, mehr fossile Anreize
WWF Österreich fordert Sofortpaket für Klimaschutz
Wien, Linz am 17. September 2018 – Anlässlich des Treffens der EU-Energieminister in Linz fordert der WWF Österreich eine ambitioniertere Energie- und Klimapolitik in Europa und Österreich. „Die laufende Erderwärmung hat immer schlimmere Folgen für Mensch und Natur. Daher muss die Politik endlich vom Reden ins Handeln kommen. Die EU-Energieminister müssen klimaschädliche Subventionen stoppen und den Ausstieg aus fossilen Energien beschleunigen. Parallel dazu braucht es einen Aktionsplan zur drastischen Senkung des Energieverbrauchs und für einen naturverträglichen Ausbau Erneuerbarer Energien“, sagt WWF Klimasprecherin Lisa Plattner.
„Die bisherigen Ziele, Strategien und Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus, um das Pariser Klimaschutzabkommen zu erfüllen. Solange die Politik weiter nur über Bewusstseinsbildung spricht, anstatt konkrete Gegenmaßnahmen zu setzen, streut sie den Menschen Sand in die Augen. Wir haben aber nicht mehr viel Zeit, um die Klimakatastrophe zu stoppen“, sagt Plattner auch unter Verweis auf warnende Aussagen von UN-Generalsekretär Antonio Guterres in Richtung der internationalen Staatengemeinschaft. Darüber hinaus schöpft Europa auch das wirtschaftliche Potenzial der Energiewende nur unzureichend aus. „Investitionen in Klimaschutz und Energiesparen bringen eine mehrfache Dividende. Dafür braucht es aber nicht nur bessere politische Rahmenbedingungen, sondern auch ambitionierte langfristige Ziele“, so Plattner.
Österreich: Klimaschutz forcieren statt bremsen
Im Zuge der EU-Ratspräsidentschaft appelliert der WWF Österreich an die Bundesregierung, die EU-Klimaschutzagenda aktiv voranzutreiben, statt nur zu moderieren: „Das Zurückziehen auf eine reine Moderationsrolle ist viel zu wenig. Vielmehr muss Österreich die europäische Debatte mit ambitionierten Vorschlägen vorantreiben und Vorreiterländer stärker unterstützen. Dafür braucht es konkrete Maßnahmen, keine Inszenierungen ohne Substanz“, sagt Plattner. Konkret muss Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger auch die Forderung von EU-Klimaschutzkommissar Miguel Arias Cañete nach höheren Klimazielen unterstützen, anstatt hier auf die Bremse zu treten. „Das würde den Handlungsdruck für alle europäischen Länder erhöhen“, erwartet sich Plattner positive Effekte.
Generell müsse das Ratspräsidentschafts-Motto „Ein Europa, das schützt“ gerade bei Umwelt und Klima noch mit Leben erfüllt werden, der bisher dominierende Fokus der Bundesregierung auf Asyl und Migration greife viel zu kurz. „Schließlich zählt auch die Klimakatastrophe zu den wichtigsten Fluchtursachen, die wirksam bekämpft werden müssen. Dafür tun Europa und Österreich nach wie vor viel zu wenig. Wir fordern daher, dass die EU ihre Emissionen bis 2040 auf netto Null senkt“, betont WWF Klimasprecherin Plattner.
Hintergrund: Klimaschutz-Ranking
Das jüngste Ranking des „Climate Action Network“ (CAN) verdeutlicht den enormen Handlungsbedarf in der europäischen und österreichischen Klimapolitik: Gemäß dem Mitte Juni veröffentlichten Bericht unternehmen alle 28 EU-Länder viel zu wenig, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen. Österreich ist von den Vorreitern weit entfernt und belegt nur den 14. Platz im schlechten Mittelfeld. Der CAN-Bericht bewertet nicht nur die Rolle, die EU-Mitglieder bei der Festlegung ehrgeiziger Klima- und Energieziele spielen, sondern auch die Fortschritte, die sie bei der Verringerung der CO2-Emissionen und der Förderung erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz im eigenen Land schaffen.
Rückfragehinweis:
Vincent Sufiyan, Pressersprecher WWF Österreich, Tel.: 0676/ 83488-308, E-Mail: vincent.sufiyan@wwf.at
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