Neuer Bericht zeigt dramatisches Ausmaß illegaler Verfolgung geschützter Arten – BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern nationalen Aktionsplan
WWF präsentiert Studie zum Danube Day: Viel Platz für die Flüsse am Amazonas Europas
Presseaussendung
Wien, Laibach, Zagreb, Belgrad, Budapest, 26. Juni 2015 – Riesige Flächen für Renaturierungen der Fluss- und Auenlandschaften stehen im künftigen Fünf-Länder-UNESCO-Biosphärenpark Mur-Drau-Donau zur Verfügung. WWF und EuroNatur stellen das Revitalisierungspotenzial anlässlich des Internationalen „Danube Day“ am 29. Juni, erstmals in einer aktuellen Studie konkret vor. „Das Land Steiermark führt bereits seit rund 15 Jahren erfolgreich Revitalisierungen an der Grenzmur durch und trägt somit maßgeblich zur Erhaltung von Österreichs zweitgrößtem Auwald und seiner reichen Artenvielfalt bei“, sagt Arno Mohl vom WWF. Für den Österreichischen Anteil des „Amazonas Europas“ genannten Flussgebietes, wurden in der Studie 28 Kilometer neue Naturufer, die Anbindung von drei Seitenarmen mit fünf Kilometer Gesamtlänge, sowie die Neuschaffung von 2.100 Hektar neuer Auen errechnet. Ein maßgeblicher Teil davon wurde bereits in Angriff genommen.
In den übrigen vier Ländern – Slowenien, Kroatien, Ungarn und Serbien – des künftigen gemeinsamen Schutzgebietes, führte man in den letzten Jahren nur vereinzelte Rückbauprojekte durch, die sich vor allem auf kleine Flussgebiete konzentrierten. Der WWF regt an, dass das diese Anstrengungen in ein umfassendes Gesamtkonzept eingebettet werden, wie dies in Österreich in der Steiermark zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg beispielhaft vorgezeigt wird.
Gemäß der vorliegenden Studie, könnten in diesem ausgedehnten Flusssystem Europas insgesamt 650 Kilometer Flussufer saniert, 120 verlandete Seitenarme wieder an die Flüsse angebunden und 165.000 Hektar Flussauen neu geschaffen werden. Dies würde die Artenvielfalt fördern und die Folgen des Klimawandels abschwächen. Die auf 1,1 Milliarden Euro geschätzten Investitionen für die Revitalisierung der Flüsse, seien zudem ein starker Motor zur Förderung der lokalen Wirtschaft, so WWF und EuroNatur. Insgesamt wurden für die Studie Flusstrecken von 725 Kilometer Länge und ein Gebiet von mehr als 880.000 Hektar untersucht.
Tausende Menschen und viele Pflanzen- und Tierarten sind auf die natürlichen Flusslandschaften von Mur, Drau und Donau im Fünfländereck angewiesen. Verglichen mit anderen Flüssen in Europa, sind diese Flüsse noch in einem vergleichsweisen natürlichen Zustand. Dennoch gingen auch hier in den letzten Jahrzehnten beträchtliche Flächen an Flusslebensräumen verloren: Bereits über 465.000 Hektar oder 80 Prozent ehemaliger Flussauen sind verloren gegangen und jedes zweite natürliche Flussufer ist verschwunden.
Die Ursachen für diese Verluste sind menschliche Eingriffe wie die Kanalisierung von Flussläufen, die Abdämmung von Augebieten, Baggerungen für die Gewinnung von Sand und Kies, sowie der Bau von Wasserkraftwerken. Die Folgen sind Verluste natürlicher Flusslebensräume und das Austrocknen von Feuchtgebieten und Auwäldern, was zum Verschwinden seltener Arten wie Zwergseeschwalbe, Flussregenpfeifer, Eisvogel oder Bienenfresser beiträgt.
Die Wasserökosysteme der Mur, Drau und Donau zu erhalten und zu verbessern, ist für den WWF deshalb Gebot der Stunde: „Der internationale Danube Day erinnert uns an die bedeutenden Ökosystem-Dienstleistungen, die gesunde Flüsse und Auen erfüllen. Sie liefern uns sauberes Trinkwasser, puffern häufigere und heftigere Hochwasser ab, spielen eine wichtige Rolle für gesunde Fischpopulation und sind einzigartiger Erholungsraum für den Menschen“, zählt Mohl abschließend die Vorteile gesunder Flusssysteme auf.
Link zur Studie sowie Factsheet für Österreich (in Englischer Sprache) von Dr. Ulrich Schwarz von FLUVIUS „Revitalisierung des Amazonas Europas“: www.amazon-of-europe.com/en/menu31/news91/
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 0676/83 488 203
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Neuer Entwurf für Isel-Schutzgebiet verfehlt EU-Vorgaben
Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz
WWF zum Natura 2000-Tag: Neue EU-Daten zeigen schlechte Lage der Biodiversität in Österreich
Aktuelle FFH-Datensätze: 81 Prozent der geschützten Arten und 77 Prozent der Lebensräume in keinem günstigen Zustand – WWF fordert größere und bessere Schutzgebiete
WWF zur Inflation: Fossile Energien sind zentraler Preistreiber
Ein Drittel der Teuerung geht auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück – WWF fordert mehr Energieeffizienz, Abbau umweltschädlicher Subventionen und naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien – Spritpreisbremse nahezu wirkungslos













