Umweltrisiken und Milliardenkosten sprechen eindeutig gegen neue S1-Autobahn – WWF fordert Ausbau des öffentlichen Verkehrs und flächensparende Raumplanung
WWF warnt vor Folgen der Regenwald-Zerstörung für Artenvielfalt und Klima
Anlässlich des Welt-Regenwald-Tages am Sonntag, 22. Juni warnt die Umweltschutzorganisation WWF (World Wide Fund for Nature) vor den katastrophalen Folgen der weltweiten Zerstörung von Regenwäldern. “Die Regenwälder unseres Planeten sind wahre Schatzkammern der Artenvielfalt. Sie sind aber auch ein Bollwerk gegen die Erderhitzung, das wir auf keinen Fall verlieren dürfen”, warnt Georg Scattolin, Leiter des Internationalen Programms beim WWF Österreich. Besonders dramatisch ist die Entwaldung im Amazonas-Gebiet. Hier wurden laut aktuellen Zahlen allein im vergangenen Mai 960 km² artenreicher Lebensraum für immer zerstört – das sind 92 Prozent mehr als im Mai des Vorjahres und mehr als die doppelte Fläche Wiens. “Wir brauchen auf globaler Ebene strenge Regeln gegen die Entwaldung. Das EU-Waldschutzgesetz ist ein wichtiger Baustein, der lückenlos umgesetzt werden muss”, fordert Scattolin.
Die schlimmste Phase der Zerstörung steht noch bevor – denn die Zeit der Waldbrände in Brasilien hat gerade erst begonnen und dauert noch bis Oktober. Wenn abgeholzte Flächen in Brand gesteckt werden, um neue Weideflächen und Ackerland für den Sojaanbau zu schaffen, geraten diese oft außer Kontrolle. Jedes Jahr verschärfen die zunehmende Erderhitzung und Dürren die Lage. “Wir steuern geradewegs auf gefährliche Kipp-Punkte im Klimasystem zu. Wir müssen endlich konsequent gegensteuern und die Erderhitzung stoppen, um die schlimmsten Folgen zu verhindern”, warnt Georg Scattolin vom WWF Österreich.
Schatzkammern der Artenvielfalt brennen
Allein der Amazonas-Regenwald beheimatet neun Prozent aller Wirbeltierarten weltweit, 14 Prozent aller Vogelarten, 13 Prozent aller Fischarten, acht Prozent aller Amphibienarten und 22 Prozent aller Pflanzenarten. Der Regenwald ist zudem einer der wichtigsten CO2-Speicher der Welt. In der Vegetation und dem Boden sind 367 bis 733 Gigatonnen CO2 gespeichert, das entspricht etwa den gesamten weltweiten CO2-Emissionen von 18 Jahren. Bei der Entwaldung wird über Jahrhunderte gebundener Kohlenstoff zusätzlich freigesetzt. “Die Natur ist unsere beste Verbündete im Kampf gegen die Klimakrise – daher müssen bei der nächsten Klimakonferenz auch Naturschutz-Maßnahmen beschlossen werden”, fordert Georg Scattolin vom WWF Österreich.
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