Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
WWF wird EU-Kommission zum Schutz des Wolfes einschalten
Wien, Salzburg, 16.07.2019 – Anlässlich des skandalösen Vorgehens beim Wolfsmanagement kritisiert der WWF Österreich insbesondere den verantwortlichen Agrar-Landesrat Josef Schwaiger und kündigt darüber hinaus konkrete Schritte gegen den politisch geforderten Abschuss an. „Wenn der aktuelle Tötungsantrag bewilligt wird, werden wir diesen Bescheid umfassend rechtlich prüfen. Darüber hinaus werden wir im Fall des Falles auch die EU-Kommission darüber informieren, dass hier das EU-Naturschutzrecht ausgehöhlt werden soll“, sagt WWF-Wolfsexperte Christian Pichler am Dienstag und begründet dies wie folgt: „Ein Freibrief für Abschüsse auf Basis willkürlich gewählter Risszahlen verstößt aus unserer Sicht gegen die relevante EU-Richtlinie, wie wir schon beim Beschluss des Managementplans betont haben. Bei streng geschützten Arten wie dem Wolf ist jeweils im Einzelfall zu prüfen, ob nicht gelindere Mittel wie Herdenschutz oder der Einsatz von Hunden zum Ziel führen. Das ist aber in Salzburg nicht einmal versucht worden.“
„Salzburg hat sich im vergangenen Jahr eine gewisse Vorreiter-Rolle im Wolfsmanagement erarbeitet. Doch jetzt fällt es ins Mittelalter des Naturschutzes zurück und will Vorreiter bei der Tötung des ersten Wolfs in Österreich nach mehr als 100 Jahren sein. Damit möchte der zuständige Landesrat offenbar seine jahrelangen Versäumnisse beim Herdenschutz zudecken“, sagt Pichler anlässlich der Abschussforderungen, obwohl es sich beim Wolf um eine EU-rechtlich streng geschützte Tierart handelt. „Erstens wird der Wolf bereits zum Sündenbock gemacht, obwohl noch viele DNA-Tests fehlen und noch gar nicht klar ist, ob es sich immer um dasselbe Wildtier gehandelt hat. Zweitens werden extra angekaufte Herdenschutz-Sets nicht eingesetzt. Damit liegt der Verdacht nahe, dass die Lage bewusst eskaliert werden soll“, bekräftigt Pichler.
Anstatt weiterhin auf Wildwest-Politik zu setzen, sollte Landesrat Schwaiger die Landwirte mit rechtlich abgesicherten Lösungen unterstützen, indem er zum Beispiel einen fachgerechten Herdenschutz vorantreibt und internationale Fachleute zu Rate zieht. „Wer hingegen erprobte Methoden ignoriert und von vornherein ablehnt, disqualifiziert sich als verantwortungsvoller Politiker“, sagt WWF-Experte Pichler.
Rückfragehinweis:
Mag. Florian Kozák, Pressesprecher WWF Österreich
florian.kozak@wwf.at, +43 676 83 488 276
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung [AL1.1]diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz
WWF zum Natura 2000-Tag: Neue EU-Daten zeigen schlechte Lage der Biodiversität in Österreich
Aktuelle FFH-Datensätze: 81 Prozent der geschützten Arten und 77 Prozent der Lebensräume in keinem günstigen Zustand – WWF fordert größere und bessere Schutzgebiete
WWF zur Inflation: Fossile Energien sind zentraler Preistreiber
Ein Drittel der Teuerung geht auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück – WWF fordert mehr Energieeffizienz, Abbau umweltschädlicher Subventionen und naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien – Spritpreisbremse nahezu wirkungslos
WWF zu EABG-Verhandlungen: Regierung muss ihren Entwurf grundlegend verbessern
Naturschutzorganisation kritisiert mangelnde Kompromissbereitschaft der Koalition und fordert klare Verbesserungen bei Naturverträglichkeit
WWF: Mehr als 1.300 geschützte Tiere seit 2020 in Österreich getötet
Abschüsse von Bibern, Fischottern, Wölfen und Greifvögeln nehmen deutlich zu – WWF warnt vor „Normalisierung“ der Tötung geschützter Arten – Neue Kampagne gestartet
Almauftrieb am Hundsheimer-und Spitzerberg: Erste Beweidung seit 60 Jahren stärkt Biodiversität
Grasende Rinder sichern Lebensraum für seltene Arten – Vorzeigemodell: WWF fordert Ausweitung naturnaher Beweidungsprojekte in ganz Österreich













