2030-Ziel außer Reichweite – WWF fordert Waldschutzpaket und entwaldungsfreie Lieferketten
WWF zu Kranzl: WWF unterstützt Donau-Ausbaukonzept nicht!
Wien 14. 12. 2007 – Der WWF stellt hiermit unmissverständlich klar, dass die Aussage von Staatssekretärin Christa Kranzl, wonach der WWF International das Flussbauliche Gesamtprojekt zum Ausbau der Donau zum jetztigen Zeitpunkt befürworten würde, nicht der Richtigkeit entspricht. Richtig ist vielmehr, dass im Rahmen der gemeinsamen Erklärung über Schifffahrt und Nachhaltigkeit* der integrierte Planungsansatz bei diesem Projekt als beachtenswert bezeichnet wurde.
„Der WWF hat aber bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die Fahrwassertiefe nicht der limitierende Faktor für einen voll ausgelasteten Schifffahrtsbetrieb ist. Die Umweltverträglichkeitsprüfung des Projekts lässt entscheidende Fragen offen. Ohne Naturversuch wissen wir nicht einmal ob die geplanten Massnahmen funktionieren oder nicht. Ohne Resultate zu kennen, können wir dieses Projekt zum jetztigen Zeitpunkt gar nicht unterstützen“, so Christine Bratrich vom Donau-Karpaten-Programm des WWF International. „Außerdem wird sich die Situation für die Schifffahrt auf der Donau ohne eine effizientere Verbindung zu anderen Verkehrsträgern mit Tür-zu-Tür Service, ohne Harmonisierung technischer und rechtlicher Rahmenbedingungen sowie ohne bessere Wetter- und Wasserstandsprognosen im Endergbenis nicht verbessern“, ist Bratrich überzeugt. Eine erst kürzlich veröffentlichte Studie des „Hungarian Environmental Economic Center“ (MAKK) zeigt sehr eindrücklich, dass die Binnenschifffahrt entlang der Donau vor allem mit Effizienz- und Logistikproblemen kämpft. Bereits existierende Transportkapazitäten wären auch bei optimalsten Wachstumsprognosen nur zu zwei Dritteln ausgenutzt.
Außerdem hat der WWF bereits seit längerem darauf hingewiesen, dass von dem österreichischen Projekt und seiner Tiefenvorgabe eine ernsthafte Gefahr für die gesamte Donau ausgehen kann, solange für die anderen geplanten Ausbauprojekte keine ökologisch verträglichen Planungsgrundlagen vorliegen. Der WWF begrüßt die gemeinsame Erklärung über Schifffahrt und Nachhaltigkeit entlang der Donau. Ob das Ergebnis erfolgreich sein wird, zeigt sich erst bei der Umsetzung der nächsten Projekte.
Eine zu erwartende negative Signalwirkung des österreichischen Projekts insbesondere für die unmittelbar angrenzenden Länder in Deutschland und Ungarn ist zum jetzigen Zeitpunkt noch immer gegeben und wurde vom WWF stets betont. Die weiteren Ausbaupläne der Donau auf Tausend Kilometern Länge drohen die letzten verbliebenen natürlichen Flussstrecken entlang der ungarischen, serbischen und bulgarischen Strecke sowie das Donau Delta unwiederbringlich zu zerstören. „Um dies zu verhindern, muss die gemeinsame Erklärung über Schifffahrt und Nachhaltigkeit entlang der Donau mit aller Konsequenz angewandt werden“, so Bratrich abschließend.
Weitere Informationen und Fotos:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231
Dr. Christine Bratrich, WWF International/Donau-Karpaten-Programm WWF
*Gemeinsame Erklärung über Schifffahrt und Nachhaltigkeit zum Download (Seite 7): http://assets.panda.org/downloads/joint_statement_on_inland_navigation_and_environmental_sustainability.pdf
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Bodenverbrauch in Österreich 2025 gestiegen
7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF kritisiert Österreich-Vorstoß zur Lockerung von EU-Umweltauflagen
Kritik an Vorpreschen der Bundesregierung bei Deregulierung – Natur- und Artenschutz-Richtlinien wichtiges Schutzschild für Biodiversität und Klima
Durchbruch an der Grenzmur: WWF zeigt, wie Renaturierung gelingt
WWF Österreich und slowenische Projektpartner stellen natürlichen Fluss der Mur wieder her – Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Flusslebensräume
Hitzetod bedroht Amazonas-Delfine: Studien zeigen gefährliche neue Normalität
Anhaltende Überhitzung von Flüssen gefährdet seltene rosa Flussdelfine – Klimakrise als Ursache für “thermische Fallen” von bis zu 41 Grad Celsius – WWF fordert besseren Schutz von Flüssen
Hunde-Spaziergang am Inn: Wie man Vogel-Nachwuchs schützen kann
An den Kiesbänken des Inns brüten derzeit wieder seltene Vogelarten. Doch Spaziergänger:innen und freilaufende Hunde können den Nachwuchs unwissentlich gefährden.













