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WWF zu Salzburgs Energiewendekonzept: Gut unterwegs aber noch lange nicht am Ziel
WWF Presseaussendung
Salzburg/Wien, 23. Oktober 2015 – Salzburg belegt mit knapp 44 Punkten den 7. Platz im Österreichvergleich und liegt damit am Ende des breiten Mittelfeld im Energiewende-Index (BEX) des WWF. Die beste Teilplatzierung erreicht Salzburg mit dem 3. Platz im Bereich Gebäude. „Trotz des Stockerlplatzes im Vergleichsfeld Gebäude ist auch hier noch viel zu tun. Bundesweit haben die Salzburger Gebäude den höchsten Energieverbrauch pro Quadratmeter. Hier gibt es noch viel zu verbessern“, so der Appell von WWF-Experten Karl Schellmann an die Salzburger Landesregierung.
Die Umweltorganisation stellte in ihrer Analyse fest, dass die politischen Ziele für die Energiewende ambitioniert und funktionell sind, insbesondere für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Verbesserungsbedarf ortet der WWF aber bei den konkreten Maßnahmenplänen zur Zielerreichung. Auch kritisiert der WWF die hohe Energieintensität des Verkehrsbereiches. „Pro Person wird in Salzburg so viel Energie für Verkehrsleistungen aufgewendet, dass hier nur der 7. Platz im Bundesländervergleich möglich war. Ein Lichtblick ist aber die Entwicklung der letzten drei Jahre. Hier liegt Salzburg an dritter Stelle unter allen Bundesländern“, analysiert Schellmann.
Relativ positiv ist der nur leichte Zuwachs beim gesamten Energieverbrauch im Zehnjahrestrend, auch hier wurde ein dritter Rang erreicht. Anlass zur Freude wäre allerdings nur eine deutliche Senkung des Verbrauchs, die nicht in Sicht ist, so der WWF. „Ohne eine rasche und deutliche Senkung des Energieverbrauches sind aber die so wichtigen Zielsetzungen der Energiewende nicht zu erreichen. Hier fehlen klare Ziele in der Strategie bis 2050“, warnt Schellmann. Der BEX zeigt hier eine Lücke im Zielsystem der Energiewendepolitik auf.
Durchwegs im oberen Mittelfeld platziert sich Salzburg bei den erneuerbaren Energien. Um das selbst gesteckte Ziel der Klimaneutralität für 2050 zu erreichen muss das derzeit in Ausarbeitung befindliche Mobilitätskonzept einen wirksamen Impuls zu weniger Energieverbrauch und Rückgang der CO2-Emissionen setzen. „Ein Weiterfahren wie bisher nur mit erneuerbaren Energien wird nicht funktionieren“, mahnt Schellmann. Auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten und Arbeitsplatzchancen wurden bisher vergleichsweise schlecht ausgeschöpft.
Der Vergleich des Verkehrssektors für Salzburg ist leider nur durchschnittlich. Das gilt sowohl für die Energieintensität des Verkehrs als auch für den sechsten Platz bei der Klimaschädlichkeit des Straßenverkehrs, obwohl hier der Tanktourismus schon herausgerechnet ist. Hingegen ist Salzburg bei den neu errichteten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern auf dem hervorragenden 2. Platz im österreichweiten Vergleich. Mit diesem Trend und verstärkter Altbausanierung sollte der Energieverbrauch der Haushalte tendenziell deutlich abnehmen.
Die Ergebnisse für Salzburg sind Teil einer Studie, die die Bemühungen und Erfolge der neun Bundesländer bei der Energiewende miteinander vergleichbar macht. Für den BEX wurden mehr als 40 Einzelfaktoren analysiert und in 20 Indikatoren bewertet. Die Ergebnisse wurden in fünf Bereichen zusammengefasst: Energieeffizienz, Gebäude, Verkehr, Energiepolitik und erneuerbare Energien.
Die Detailergebnisse für die verbleibenden zwei Bundesländer (Oberösterreich und Steiermark) werden in Kürze präsentiert. Die Studie erstellte der WWF im Rahmen der laufenden Kampagne der Umweltorganisation für klare Ziele Österreichs zu Energie und Klimaschutz im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Paris. In einer Petition, die von allen Österreichern unterschrieben werden kann, richtet sich der WWF direkt an die Bundesregierung: (www.wwf.at/klimapetition).
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231, E-Mail:
franko.petri@wwf.at.
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