Neue Daten zeigen Bedrohung durch Tiefseebergbau, Industrieprojekte und invasive Arten – WWF fordert mehr Schutzgebiete und Stopp für riskante Naturzerstörung
WWF zum Klimaschutz-Ranking: Österreich muss Klimaschutz-Trendwende einleiten
Wien/Madrid, 10. Dezember 2019 – Der anlässlich der Weltklimakonferenz in Madrid veröffentlichte „Climate Change Performance Index” zeigt einmal mehr die Versäumnisse und den Handlungsbedarf in der heimischen Klimapolitik. Österreich verliert nochmals zwei Plätze und landet nur mehr auf Platz 38. „Österreich hat seine Klimaschutzpolitik über Jahre sträflich vernachlässigt, dieser Vergleich illustriert ein katastrophales Politikversagen. Daher ist jetzt einmal mehr die künftige Bundesregierung gefordert. Alle Projekte im neuen Regierungsprogramm müssen kompatibel mit dem Pariser Klimaschutzabkommen sein“, fordert Karl Schellmann, Klima- und Energiesprecher vom WWF Österreich. „Schluss mit der mutlosen Ankündigungs- und Symbolpolitik, hin zu wirksamen Maßnahmen, damit Österreich rasch klimafit und naturverträglich regiert wird. Heiße Luft hatten wir lange genug. Die letzten Regierungen haben Österreich in die klimapolitische Bedeutungslosigkeit geführt, da müssen wir rasch wieder heraus.“
Umweltschutzorganisationen und Klimawissenschaft haben die notwendigen Maßnahmen für eine Trendwende längst skizziert, Gewinner des Rankings wie Dänemark zeigen, wie es geht: „Wir brauchen eine umfassende ökologische Steuerreform, die sowohl die Menschen als auch die Umwelt entlastet. Entscheidend dafür ist eine Klimaprämie mit Lenkungswirkung, die aus einer sozial und wirtschaftlich gerechten CO2-Bepreisung finanziert wird. Parallel dazu gehören umweltschädliche Subventionen in Milliardenhöhe abgebaut und reformiert“, so der WWF-Sprecher. Zudem brauche es ein Energiespar-Programm, neue Klimaschutz-Investitionen, eine echte Mobilitätswende und den Schutz der Ökosysteme, um den viel zu hohen Flächenfraß im Land einzudämmen.
Über den Klimaschutzindex
Der alljährliche Klimaschutz-Index (Climate Change Performance-Index, CCPI) bewertet sowohl statistische Daten als auch die Fortschritte in den vier Kategorien Treibhausgase (Gewichtung 40 %), Erneuerbare Energien (Gewichtung 20 %), Energieverbrauch (Gewichtung 20 %) und Klimapolitik (Gewichtung 20 %). Die Fortschritte werden daran gemessen, inwieweit sie ausreichend dafür sind, das Pariser Klimaziel zu erreichen, die globale Erwärmung auf "deutlich unter 2 °C" zu halten.
Der CCPI ist nach Veröffentlichung online unter der folgenden Adresse abrufbar: https://www.climate-change-performance-index.org/
Rückfragen:
Mag. (FH) Julia Preinerstorfer MA, Pressesprecherin WWF Österreich, Mobil: +43 676 834 88 240, E-Mail: julia.preinerstorfer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Tiefseebergbau gefährdet globale Sicherheit, Klima und Artenvielfalt – WWF fordert Moratorium
Internationale Konferenz berät über Abbau von seltenen Rohstoffen in der Tiefsee Ende Juli – Neue Studie beschreibt globale Negativ-Folgen durch Zerstörung artenreicher Tiefsee-Lebensräume – WWF fordert Stopp der Abbaupläne
WWF warnt: Viele Flüsse gehen mit Niedrigwasser in den Hochsommer
An rund 85 Prozent der Pegel lagen die Juni-Abflüsse unter dem langjährigen Mittel – Hohe Wassertemperaturen verschärfen Lage für Fische und Gewässerlebensräume
WWF warnt vor Tabubruch im Lech-Schutzgebiet
Wasser aus intaktem Namloserbach im Natura-2000-Gebiet soll großteils abgeleitet werden – WWF sieht Genehmigungsfähigkeit höchst fraglich und fordert E-Werke Reutte zum Abbruch der Planungen auf
Tiwag-Gehälter: WWF fordert neue Strategie für Landeskonzern
Debatte über millionenschwere Vorstandsbezüge zeigt großen Reformbedarf bei Transparenz, Gemeinwohl und Naturverträglichkeit
Invasive Arten im Mittelmeer: WWF warnt vor Folgen für Artenvielfalt, Fischerei und Tourismus
Hasenkopf-Kugelfisch, Rotfeuerfisch, blaue Schwimmkrabbe & Co. bedrohen Mittelmeer-Lebensraum – WWF fordert: Natürliche Feinde wie Haie, Rochen und Oktopusse besser schützen; Überfischung stoppen; Meeresschutz ausweiten
WWF-Analyse: Untere Lobau fehlt im Renaturierungsatlas für Gewässer
Ausgerechnet eines der wichtigsten Sanierungsgebiete im Nationalpark Donau-Auen ist bisher nicht ausgewiesen – WWF sieht kritische Lücke und fordert Nachmeldung durch Wien und Niederösterreich beim Umweltministerium
Rekordtemperaturen, Massentourismus, Überfischung: WWF fordert 5-Punkte-Schutzpaket für das Mittelmeer
Umweltschutzorganisation macht auf dramatischen Zustand des Mittelmeers aufmerksam – Konkrete Maßnahmen gegen Plastikverschmutzung, Überfischung, intensive Schifffahrt und Artensterben gefordert
Hitzewelle: Stark gefährdete Huchen in der Pielach verendet
Fotobelege aus Wasserkraft-Restwasserstrecken – WWF fordert akute Wasserabgabe, Schutzprogramm und rasche Renaturierung der letzten Huchenflüsse













