Alexa Lutteri führt seit Anfang März das Presseteam der größten heimischen Naturschutzorganisation
WWF zum Update der Liste bedrohter Arten: Feldhamster, Wale und Lemuren sehen Rot
Insgesamt 120.372 Tier- und Pflanzenarten auf der Roten Liste erfasst – WWF fordert weltweiten Pakt gegen das Artensterben und starke Biodiversitätsstrategie in Österreich
Wien, 9.7.2020 – Die Weltnaturschutzunion IUCN hat am Donnerstag ein Update für die Internationale Rote Liste bedrohter Arten vorgelegt. Insgesamt sind mit der Aktualisierung 120.372 Tier- und Pflanzenarten wissenschaftlich auf der Roten Liste erfasst. Über ein Viertel davon fällt in die höchsten Gefährdungskategorien. "Das große Artensterben ist menschengemacht. Im Rekordtempo verbauen, verschmutzen und übernutzen wir unsere Natur. Das schadet nicht nur unzähligen Tieren, sondern raubt uns letztlich die eigene Lebensgrundlage", warnt Georg Scattolin, Artenschutzexperte des WWF Österreich. Laut IUCN gelten Feldhamster jetzt weltweit als vom Aussterben bedroht. "Einst weit verbreitet, leidet der Feldhamster heute unter dem hohen Bodenverbrauch, der Zerschneidung seiner Lebensräume sowie einer immer intensiveren Landwirtschaft“, erklärt Scattolin. Ebenfalls vom Aussterben bedroht sind der Atlantische Nordkaper (ein Glattwal) sowie mehrere Lemuren-Arten, darunter der Berthes Mausmaki, die mit zehn Zentimetern Länge kleinste Primatenart der Welt. Damit gelten laut IUCN nun 98 Prozent aller Lemuren-Arten als bedroht.
Das Artensterben spielt sich nicht nur in Regenwäldern oder Meeresregionen ab, sondern auch vor der eigenen Haustür. Der Überlebenskampf des Feldhamsters steht stellvertretend für die Probleme vieler heimischer Tiere und Pflanzen, die unter den Folgen von Lebensraumverlust, Flächenfraß und der intensiven Landwirtschaft leiden. "Österreich ist längst kein Umweltmusterland mehr. Gerade im Artenschutz gibt es großen Aufholbedarf. Die neue Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung muss hier eine Trendwende einleiten", fordert Georg Scattolin. Auch der Gewässerschutz muss massiv verbessert werden. Denn die extreme Verbauung durch Wasserkraftwerke verschlechtert die Lebensbedingungen in den Flüssen und sorgt gemeinsam mit anderen negativen Faktoren dafür, dass immer mehr Fische als gefährdet gelten.
"Eine intakte Natur gibt uns Nahrung, sauberes Wasser, reguliert das Klima und fungiert als Bollwerk gegen gefährliche Krankheiten und Pandemien. Daher müssen wir sie umfassend schützen", sagt Scattolin. Die Naturschutzorganisation WWF engagiert sich daher auch auf UN-Ebene für einen starken weltweiten Naturschutzpakt nach Vorbild des Pariser Klimaabkommens, einen „New Deal for Nature and People“.
Rückfragehinweis:
Mag. Florian Kozák
Pressesprecher WWF Österreich
florian.kozak@wwf.at
+43 676 83 488 276
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