Hitze und Trockenheit setzen Amphibien, Jungvögeln und Schmetterlingen besonders zu – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und gibt Tipps, um Wildtieren zu helfen
Italienischer Top-Experte kritisiert Tiroler Wolfsabschuss: WWF fordert lückenlose Aufklärung
Nach dem Abschuss eines besenderten Forschungswolfs im Bezirk Schwaz verweist der WWF auf scharfe Kritik aus Italien sowie offene Fragen zur Grundlage des Abschusses. Der Zoologe Marco Apollonio bezeichnet den Abschuss gegenüber der Trentiner Online-Zeitung Il Dolomiti als „dumm und unnötig“ und spricht von einer „Respektlosigkeit“ gegenüber der wissenschaftlichen Arbeit. Laut Apollonio handelte es sich bei dem getöteten Tier um den Forschungswolf Mirco, der Teil eines Langzeitprojekts im Nationalpark Dolomiti Bellunesi war. Für das Projekt sei der Abschuss ein schwerer Rückschlag, denn Fang und sichere Besenderung eines Wolfs erforderten Zeit, Geld und viele Arbeitsstunden. Die Wertschätzung der Tiroler Behörden für das Forschungsteam und das Projekt liege „unter null“; der Abschuss sei ein „absurder Ausdruck von Geringschätzung“. Apollonio zählt zu den führenden Experten Italiens für große Beutegreifer
Angesichts der scharfen Kritik aus Italien fordert der WWF eine vollständige und transparente Aufklärung durch die Tiroler Landesregierung. „Die Kritik aus Italien ist eine fachliche Ohrfeige für Tirols Abschusspolitik. Die Landesregierung muss lückenlos offenlegen, was die Behörden wann über das besenderte Tier wussten, wie Hinweise des Forschungsteams berücksichtigt wurden und auf welcher Grundlage der Abschuss des Forschungswolfs erfolgte. Wild sein ist kein Verbrechen“, sagt WWF-Experte Christian Pichler.
Besonders scharf kritisiert Apollonio die aus seiner Sicht fehlende fachliche Grundlage des Abschusses. Das Land Tirol hatte am 2. Juni eine Maßnahmenverordnung für einen „Risikowolf“ im Bezirk Schwaz erlassen, nachdem es im Gemeindegebiet von Schlitters wiederholt Sichtungen eines Wolfs in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern gegeben habe. Apollonio stellt dem im Medienbericht gegenüber, Mirco sei am 2. Juni noch in der Provinz Bozen gewesen, „also weder in Tirol noch in Wohngebieten“. Einige Tage später habe das Forschungsteam die Behörden korrekt und zeitgerecht über die Ankunft Mircos in Tirol informiert. Mirco sei im Gebiet oberhalb von Schlitters gegen zwei Uhr morgens durchgezogen und habe seine letzten Tage vor dem Abschuss in einem Berggebiet auf rund 1.900 bis 2.100 Metern Seehöhe verbracht, „fern von jeder Ortschaft“.
Laut dem Forscher war Mirco ein junger Wolfsrüde, der im März gefangen und besendert wurde. Das Tier habe rund 31 Kilogramm gewogen und sein Herkunftsrudel im Gebiet von Cajada verlassen, um wie für junge Wölfe typisch ein neues Revier und eine Partnerin zu suchen. Dabei sei Mirco über Südtirol nach Österreich gewandert. Laut Il Dolomiti war er eines von drei besenderten Tieren in einer Studie zum Verhalten von Wölfen. Das Projekt beruht demnach auf einer Vereinbarung zwischen dem Nationalpark Dolomiti Bellunesi, dem Department für Veterinärmedizin der Universität Sassari und der Provinzverwaltung Belluno.
News
Aktuelle Beiträge
llegaler Tigerhandel: Neuer Report zeigt Schwächen in Südostasiens Justizsystemen
WWF, GuArdean und TRAFFIC analysieren Strafverfolgung in sieben Tiger-Verbreitungsstaaten – Drahtzieher und Geldgeber werden bisher zu selten belangt – WWF fordert verstärkte Kontrollen und internationale Zusammenarbeit
WWF-Erfolg: Mehr Wasser für den Mühlbach
Mehr Wasser, mehr Artenvielfalt: Dank der erfolgreich umgesetzten Maßnahme an der Grenzmur führt der Mühlbach heute mehr als doppelt so viel Wasser wie früher.
Forschungswolf getötet – WWF kritisiert überzogene Abschusspolitik in Tirol
Artenschutzorganisation fordert Kurskorrektur im Wolfsmanagement – Besenderte Wölfe liefern wertvolle Daten für Herdenschutz und Prävention – Italien forscht, Österreich schießt ab
Kampf gegen Plastikmüll: WWF weitert Offensive gegen Geisternetze im Mittelmeer aus
Plastikkrise im Mittelmeer spitzt sich zu – Bereits vier Tonnen alte Fischereisausrüstung geborgen – Neue Tauchausbildung soll Bergungsmenge bis Jahresende verdoppeln – Ausweitung von Meeresschutzgebieten gefordert
WWF: Portugal investiert groß in Renaturierung, Österreich soll nachziehen
Portugal will 500 Millionen Euro jährlich in Wiederherstellung der Natur investieren – Gemessen an der stärkeren Wirtschaftskraft wären das in Österreich rund 840 Millionen Euro pro Jahr – WWF fordert rasche Vorlage des gesamten Renaturierungsplans von Bund und Ländern
WWF kritisiert lückenhaftes Umweltbudget
Umweltschutzorganisation warnt vor fehlenden Mitteln für Renaturierung und Gewässerschutz – Weniger Klimaschutz, mehr fossile Anreize
Vergiftete Gänsegeier: Neue Spuren im Kärntner Giftfall
WWF und BirdLife: Aktuelle Genanalyse des Mageninhalts liefert neue Erkenntnisse zur Vergiftung – Wölfe könnten das eigentliche Ziel der Täter gewesen sein
Artenschutz: WWF-Studie stellt Bundesländern schlechtes Zeugnis aus
WWF-Bundesländerbarometer: Nur vier von 35 Bewertungen erreichen gute Umsetzung – Große Defizite beim Management von Biber, Fischotter, Luchs und Wolf – Lichtblick beim Seeadler










