EU-Kommission kündigt Überprüfung zentraler Naturschutz-Richtlinien für 2027 an – WWF warnt vor leichteren Abschüssen und mehr Eingriffen in Schutzgebiete – „Wild sein ist kein Verbrechen“
Earth Hour: Mehr als 4000 Städte im Kampf gegen Klimawandel
Wien, Sonntag, 29. März 2009 – Mehr als 4.000 Städte der Welt beteiligten sich an der gestrigen Earth Hour, der größten Aktion gegen den Klimawandel aller Zeiten. Rund um die Welt gingen mit dem Lauf der Nachtzeit in nahezu allen Großstädten der Erde, darunter auch in den Hauptstädten von 70 Staaten, die Lichter aus. Eintausend der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Welt waren für eine Stunde dunkel. Fast 20.000 Wirtschaftsunternehmen, 8.000 Schulen und 5.500 Organisationen unterstützen die Aktion aktiv. Unter den Hunderten dunklen Wahrzeichen waren auch die Pyramiden von Gizeh, der Eiffelturm und die höchsten Wolkenkratzer der Welt. Der UN-Generalsekräter Ban Ki-moon bezeichnete die Earth Hour als „größte öffentliche Demonstration zum Klimawandel, die jemals versucht wurde“.
In Österreich nahmen Innsbruck, Salzburg, St. Pölten, Eisenstadt, Klagenfurt, Enns und Gloggnitz aktiv teil. Mehrere Konzerne und Unternehmen sowie unzählige Haushalte schalteten für eine Stunde die Lichter aus. „Mit der Earth Hour hat sich die Welt selbst ein Denkmal gegen den Klimawandel gesetzt. In der Folge kommt es nun darauf an, dass die heute in Bonn beginnende UN-Klimakonferenz einen wirksamen Vertrag für die Weltlimakonferenz in Kopenhagen entwickelt“, ruft WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger die österreichischen Delegierten auf, sich für eine Reduktion der Treibhausgase um mindestens 40 Prozent bis 2020 einzusetzen.
Heute Sonntag beginnt in Bonn das Vorbereitungstreffen des UNO-Klimasekretariats. Mehr als 2.000 Regierungsvertreter und Experten beraten über das Nachfolgemodell des 2012 auslaufenden Klimavertrags von Kyoto. Der WWF wird in Bonn zusammen mit einer Abordnung von Pfadfindern eine symbolische Wahlurne mit Millionen Stimmen aus der ganzen Welt gegen den Klimawandel an den Generalsekretär des UN-Klimarats, Yvo de Boer, übergeben. Die Konferenz von Bonn ist die erste große Vorbereitungskonferenz für die Weltklimakonferenz in Kopenhagen im Dezember und die erste seit dem Regierungswechsel in den USA. Der WWF erwartet sich einen radikalen Wandel im Zuge der neuen Klimapolitik von Barack Obama.
„Es geht jetzt um nicht weniger als um das Schicksal dieses Planeten“, warnt Aichberger. „Die Delegierten müssen bis Juni ein verbindliches Vertragswerk schaffen, dass den schrittweisen Ausstieg aus der fossilen Energie möglich macht. Der WWF fordert klare Reduktionsziele von CO2, den wirksamen Schutz der Regenwälder, nationale und internationale Programme zur Förderung von Energieeffizienz und den Umbau des Weltenergiesystems hin zu Erneuerbaren Ressourcen. „Die Earth Hour war ein globales Zeichen von mehr als einem Siebtel der Weltbevölkerung. Es geht aber nicht ohne die Mitwirkung der Menschen vor allem in den Industriestaaten um diesen Umbruch möglich zu machen“, appelliert Aichberger auch an alle Österreicher und Österreicherinnen.
Die Länder, die sich am meisten an der Earth Hour beteiligten, sind die Philippinen, Griechenland, Australien, Kanada und die USA. Berichte und Fotos auf www.panda.org.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Leiter Medien WWF Österreich, Email: franko.petri@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Good News: Tigerinnen in Thailand ziehen erfolgreich Nachwuchs groß
Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
WWF-Flüssereport: Drei Viertel der ökologisch wertvollen Flussstrecken ungeschützt
77 Prozent der wertvollen Flussstrecken ohne verbindlichen Schutz vor weiterem Wasserkraftausbau – Hitze und Dürre machen Schutz und Renaturierung dringlicher – WWF legt Zeugnisse für alle neun Bundesländer vor
UNO-Artenschutzkonferenz: WWF bewertet Ergebnis als „verpasste Chance“
Staaten bleiben bei Naturschutz-Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen hinter notwendiger Ambition zurück – WWF fordert Konsequenzen auch in Österreich
CITES-Meeting: WWF warnt vor Tigerfarmen als Deckmantel für illegalen Wildtierhandel
Große Datenlücken erschweren Kontrolle des Handels mit Tigern – WWF fordert strengere Aufsicht und ein Ende der Zucht für den Handel mit Körperteilen – Artenschutzgremium CITES tagt in Genf
WWF und Ozeanforscherin Sylvia Earle legen Grundstein für besseren Schutz des Mittelmeers
Neue Hoffnungs-Zone für den Artenschutz im Mittelmeer – Basis für grenzüberschreitenden Schutz seltener Hai- und Rochenarten, Wale, Delfine und Meeresschildkröten – WWF fordert politische Zusagen
Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen
UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen
WWF: 20 Spitzmaulnashörner zum Schutz vor Wilderern evakuiert
Nashorn-Wilderei in Südafrika bedroht Arterhalt – Umsiedlung von Tieren nach Botswana zum Aufbau neuer Populationen – WWF vor Ort im Einsatz gegen illegale Jagd und Handel mit Nashorn-Horn













