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WWF fordert Strategie gegen Verpackungsmüll
Wien, am 20. November 2019. Anlässlich der laufenden Koalitionsverhandlungen appelliert die Umweltschutzorganisation WWF Österreich an die zukünftige Bundesregierung, eine umfassende Reduzierung des Verpackungsmülls sowie ein einheitliches Pfandsystem in ihr Programm aufzunehmen.
Vor allem Plastikmüll ist in Österreich nach wie vor ein großes Problem. Laut einer aktuellen Eurostat-Statistik liegt die heimische Recyclingquote von Kunststoffverpackungen deutlich unter dem EU-Schnitt von 42 Prozent. Elisa Gramlich, WWF-Expertin für Plastik und Kreislaufwirtschaft, sagt dazu: „Jedes Jahr erzeugen wir in Österreich fast eine Million Tonnen Kunststoffabfälle, nur 33 Prozent davon werden wiederverwertet. Das ist nicht nur eine sinnlose Verschwendung von Ressourcen und Energie, sondern auch eine massive Belastung für unsere Umwelt und unser Klima.“ An fehlenden Ideen scheitert es nicht, so Gramlich weiter: „Lösungsansätze gibt es genug, sie müssen nur endlich auch umgesetzt werden. Die Verantwortung liegt nicht allein bei den Konsumentinnen und Konsumenten, daher muss die Politik konsequent handeln.“
Der WWF nennt vier konkrete Tätigkeitsfelder, in denen eine Strategie für weniger Verpackungsmüll ansetzen muss:
1. Kreislaufwirtschaft fördern und Pfandsystem einführen
Einwegprodukte belasten die Umwelt und erhöhen den Ressourcen- und Energieverbrauch. Zusätzlich muss Österreich in Zukunft ambitionierte EU-Recyclingquoten erfüllen. Daher braucht es ein effizientes Pfandsystem für wiederbefüllbare Getränkeverpackungen sowie ein Pfand auf Einwegprodukte in Verbindung mit einer gesetzlichen Mehrweg-Quote. Eine weitere Maßnahme könnte die Schaffung steuerlicher Anreize für Mehrwegverpackungen sein. Zusätzlich braucht es eine verpflichtende, gut sichtbare Kennzeichnung von Mehrwegflaschen, damit sich Kundinnen und Kunden besser orientieren können.
2. Aktionsplan gegen Verpackungsmüll umsetzen
Der Plastikmüll muss bis 2025 um zumindest 25 Prozent reduziert werden. Neben einem Pfandsystem braucht es dafür Mindestpreise auf alle Einweg-Tragetaschen, Anreize für Mehrweg-Transportsysteme und mehr Abfüllstationen für Trockenwaren und Getränke. Zusätzlich müssen auch Produzentinnen und Produzenten stärker in die Verantwortung genommen werden.
3. Mikroplastik national und europäisch eindämmen
Mikroplastik ist eine extreme Belastung für die weltweiten Gewässer. Es entsteht unter anderem durch den Konsum von Produkten wie Kosmetika, das Waschen von Polyesterkleidung, den Abrieb von Autoreifen und in der Zersetzung von Plastikmüll. Österreich muss sich daher national und auf EU-Ebene für ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetika einsetzen sowie weitere Maßnahmen gegen die Verschmutzung setzen, wie die Nachrüstung von Kläranlagen oder für strengere Vorschriften in der Industrie sorgen.
4. UN-Abkommen gegen Plastikkrise unterstützen
Plastikmüll ist auch für die Ökosysteme in den weltweiten Meeren fatal. Jährlich landen dort bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle, die viele Arten gefährden und letztendlich auch in die menschliche Nahrungskette gelangen. Auch das Mittelmeer ist betroffen – durch ungesicherte Mülldeponien in Meeresnähe, illegale Abfallentsorgung in Flüsse, aber auch touristische Aktivitäten gelangt viel Plastikmüll ins Wasser. Daher braucht es eine verbindliche UN-Konvention mit strengen Zielen, um den weiteren Eintrag von Plastik in die Meere bis 2030 zu beenden. Österreich muss hier auf europäischer und internationaler Ebene als Vorreiter agieren, um möglichst viele weitere Staaten zum Kampf gegen Plastik zu motivieren und die notwendigen Mehrheiten zu schaffen. Hier der Link zur Petition des WWF dazu: https://www.wwf.de/stop-plastic/.
Rückfragehinweis:
Mag.a (FH) Julia Preinerstorfer, MA // WWF-Pressesprecherin
Mobil: +43 676 834 88 240 // E-Mail: julia.preinerstorfer@wwf.at
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