WWF begrüßt Konzessionsentzug für acht geplante Wasserkraftwerke an der Mur an der Grenze zur Steiermark – Weg frei für Renaturierung im UNESCO-Biosphärenpark
Abenteuerliche Wasser-Welten: Kindercamp am Lunzer See
Lunz/See, 8. Juni 2010 – Am 7. und 8. Juni dreht sich für die 12- bis 14jährigen Schülerinnen und Schüler des Sonderpädagogischen Zentrum Wien-Zinckgasse alles ums Wasser. Gemeinsam mit den Fischern des Österreichischen Fischereiverbands (ÖFV) und des Österreichisches Kuratoriums für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) und WWF-ÖkopädagogInnen geht es in Lunz am See auf Naturentdeckungsreise. „Unter jedem Kiesel und hinter jeder Flussbiegung der Ybbs warten schwimmende, krabbelnde und fliegende Flussbewohner darauf, entdeckt zu werden!“, freut sich der Initiator der Veranstaltung, Manuel Hinterhofer vom ÖFV über die spannenden Erlebnisse der Stadtkinder. Als Allianz-Partner der vielfaltleben-Kampagne des Lebensministeriums wollen die Fischereidachverbände das Bewusstsein über die Bedeutung von naturnahen und revitalisierten Gewässern fördern.
An den Schotterbänken der Ois wird für die Kinder direkt erlebbar, welche Lebensräume für bedrohte Arten eine natürliche Flussdynamik schafft: Flussuferläufer und Eisvogel ziehen dort ihre Jungen groß. Beim gemeinsamen Angeln helfen die Schüler tatkräftig mit und lernen so die wichtigsten Vertreter der lokalen Fischfauna kennen, wie z.B. die Ybbsäsche. Aber auch das Plankton und anderer Mikrokosmos des Lunzer Sees wird mit Binokularen von den Wiener SchülerInnen erforscht.
Auch Helmut Belanyecz, Präsident des ÖKF, freut sich über die Begeisterung der SchülerInnen: „Viele dieser Kinder haben noch nie an naturnahen Flussufern gestanden und Fische und andere Tierarten so hautnah erlebt – manche freuen sich schon seit einem Jahr auf diese Exkursion!“ Die Vielfältigkeit, aber auch die Gefährdung von Wasserlebensräumen zu vermitteln, ist ein wesentliches Anliegen der beiden Österreichischen Fischereiverbände.
Flussregulierungen bedrohen die Artenvielfalt
Durch die Regulierungen vieler Flüsse und Bäche ist die biologische Vielfalt der Gewässer in den letzten Jahren und Jahrzehnten stark zurückgegangen. Die Fischereiverbände und ihre Mitglieder bemühen sich in zahlreichen Revitalisierungsprojekten, diesem Trend entgegenzuwirken. Viele Fischarten sind auf strukturreiche Abschnitte und Nebenarme angewiesen, die sie nur in naturnahen Flüssen oder revitalisierten Bereichen vorfinden.
vielfaltleben – gemeinsam für den Erhalt und die Förderung naturnaher Gewässer
Die beiden Dachorganisationen haben sich im Mai 2010 der vielfaltleben-Kampagne des Lebensministeriums als Allianz-Partner angeschlossen. Ein Eckpfeiler der Zusammenarbeit ist die gemeinsame Bewusstseinsbildung über die Bedeutung von naturnahen Gewässern für die biologische Vielfalt. „Die Umweltbildung spielt dabei eine wesentliche Rolle“, erklärt Michael Zika vom WWF, Koordinator der vielfaltleben-Allianz. „Schließlich sind die Kinder die Naturnutzer und –schützer von morgen!“ Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Erfassung und Dokumentation des Renaturierungspotentials von Flüssen, Seen und Bächen.
Die Kampagne vielfaltleben des Lebensministeriums gemeinsam mit NATURSCHUTZBUND, WWF und BirdLife hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebenssituation zahlreicher gefährdeter Tier- und Pflanzenarten in ganz Österreich bis Ende 2010 entscheidend zu verbessern. Die vielfaltleben-Allianz, der sich Partner wie die Esterházy Betriebe, die BIOSA, oder die Erdal GmbH angeschlossen haben, trägt zu diesem Ziel maßgeblich bei.
Rückfragehinweis:
Mag. Michael Zika, WWF Österreich und Koordinator vielfaltleben-Allianz, Tel. 01/488 17-219
Claudia Mohl, WWF Pressesprecherin, Tel. 01/48817–250
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Good News: Slowenien stoppt Kraftwerkspläne an der Mur
Aufatmen an einem der letzten großen, frei fließenden Flüsse Mitteleuropas: 8 geplante Wasserkraftwerke an der Mur werden doch nicht gebaut.
WWF-Hilferuf: Amphibien in Not am Tiroler Inn
Neue Untersuchung zeichnet drastisches Bild vom Zustand der Frosch- und Schwanzlurche – INNsieme connect setzt Hilfsmaßnahmen für bedrohte Amphibienarten
Good News: Rekordverdächtige Tiger-Großfamilie in China gesichtet
Extrem seltene Sichtung in Nordchina: Eine Amur-Tigerin streift dort mit gleich 5 Jungtieren durch die Wälder.
WWF: Neuer IPBES-Bericht sollte Weckruf für Politik und Wirtschaft sein
Report zeigt wirtschaftliche Risiken des Verlusts von Arten und Ökosystemen – WWF fordert Gegensteuern – „Wer ohne Rücksicht auf planetare Grenzen wirtschaftet, sägt am eigenen Ast“
WWF renaturiert einen der längsten natürlichen Flussabschnitte Österreichs
Naturschutzorganisation bereitet Abbruch von zwei Dämmen vor und vernetzt 57 Flusskilometer – Radlbach und Lieser damit für Fischarten wieder verbunden
Neue Petition: Umwelt-Allianz warnt vor Kahlschlag im EU-Naturschutz
WWF: Sauberes Wasser, geschützte Arten und Naturschätze durch EU-Pläne massiv bedroht – Über 50 Umweltverbände mobilisieren gegen Angriffe
WWF-Erfolg: Wisente erfolgreich im Kaukasus ausgewildert
Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
WWF-Auswilderungsprojekt: Tiroler Wisent-Kuh „Ina” erfolgreich im Kaukasus freigelassen
Naturschutzorganisation siedelt Wildrinder in ihrer Heimat Aserbaidschan an – Kuh „Ina” aus Innsbruck ist eines von 18 Tieren – WWF: „Paradebeispiel für internationalen Artenschutz”












