Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
Gift–Anschlag auf Hund knapp vereitelt!
Wien, am 30. Januar 2008 – In der Nähe von Gainfarn (NÖ) fiel dieser Tage ein Hund der Weimaraner-Rasse beinahe einem ausgelegten Giftköder zum Opfer. Das Tier konnte gerettet werden, da die Hundebesitzer prompt auf eine Vergiftung durch das Pestizid Carbofuran getippt hatten. „Dieser Fall zeigt, wie wichtig die gemeinsame Aufklärungsarbeit über die illegale Giftpraxis für den Tier- und Artenschutz ist“, so Dr. Bernhard Kohler vom WWF. Im Winter sterben immer wieder Wild- und Haustiere einen qualvollen Gift-Tod. In den meisten Fällen kommt dabei das Carbamat Carbofuran, das von verantwortungslosen Einzelpersonen im Siedlungsbereich oder im Freiland ausgelegt wird, zum Einsatz.
Einen Spaziergang mit Folgen erlebte eine Hundebesitzerin aus Gainfarn in der Niederösterreichischen Gemeinde Bad Vöslau. Sie war mit „Dasco“, einem neunjährigen Weimaraner-Rüden, in der Nähe des Lindenberges unterwegs, als der Hund offenbar von einem unscheinbaren mit Carbofuran präparierten Köder fraß. Auf dem Heimweg war noch nichts von dem Vorfall zu bemerken. Vor der Haustüre zeigte „Dasco“ jedoch Vergiftungserscheinungen und erbrach. Aufgrund der violetten Farbe des Erbrochenen vermutete die Dame eine Vergiftung durch Carbofuran. Nach der Gabe des Gegengifts Atropinsulfat durch den Tierarzt bestätigte sich dieser Verdacht aufgrund der Tatsache, dass sich das Tier daraufhin rasch erholte. Die Hundebesitzerin erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei in Baden. Diese informierte den Jagdleiter des Gemeindejagdgebiets, der gemeinsam mit den Hundebesitzern eine genaue toxikologische Untersuchung des Erbrochenen veranlasste.
„Wir lehnen die Verwendung von Giftködern strikt ab und werden die polizeilichen Ermittlungen aufmerksam verfolgen“, unterstreicht Dr. Peter Lebersorger von der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände. „Hier liegt ein strafrechtlich-relevantes, gemeingefährliches Verhalten vor, das von der Jägerschaft auf keinen Fall toleriert werden kann!“
In den letzten Jahren wurden auch etliche stark gefährdete Greifvögel – darunter mindestens acht Seeadler und zwei Kaiseradler – „unbeabsichtigt“ Opfer illegaler Giftanschläge, die unverantwortliche Einzelpersonen zur Tötung von Füchsen, Mardern, Hunden, Katzen oder Krähen verüben. Die ausgelegten Carbofuran-Köder stellen für die seltenen Greifvögel den Hauptfaktor ihrer Bedrohung dar.
Seit sich der WWF und der Niederösterreichische Landesjagdverband 1999 in der gemeinsamen Initiative „Vorsicht Gift“ massiv gegen das Auslegen von Giftködern einsetzen, konnten die nachgewiesenen Giftfälle um 50 Prozent gesenkt werden. Dennoch darf der Kampf gegen die Giftlegerei, die gegen sämtliche Jagd- Naturschutz- und Tierschutzgesetze verstößt, nicht nachlassen, so die Projektpartner unisono.
Giftfälle oder Verdachtsmomente können bei der WWF-Gifthotline unter Tel. 0676/ 444 66 12, dem NÖ Landesjagdverband unter Tel. 0664/ 925 50 70 bzw. bei der Polizei unter 059/ 133 (Österreich weit) gemeldet werden. Die Projektpartner warnen davor, Köder oder Giftopfer zu berühren!
Weitere Informationen und Foto:
Claudia Mohl, WWF Pressesprecherin, Tel. 01/488 17 250
NÖ Landesjagdverband, Tel. 01 / 405 16 36 – 23 oder 0664/925 50 70
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Auswilderungsprojekt: Tiroler Wisent-Kuh „Ina” erfolgreich im Kaukasus freigelassen
Naturschutzorganisation siedelt Wildrinder in ihrer Heimat Aserbaidschan an – Kuh „Ina” aus Innsbruck ist eines von 18 Tieren – WWF: „Paradebeispiel für internationalen Artenschutz”
Stromanbieter-Check: TIWAG fällt bei Stromanbieter-Check durch
129 heimische Stromanbieter von WWF und GLOBAL 2000 analysiert – TIWAG aufgrund von mangelnder Transparenz und fehlender naturverträglicher Strategie nur auf Platz 116
Stromanbieter-Check: Wenige Vorreiter, viel Intransparenz
WWF und GLOBAL 2000 analysieren 129 heimische Stromanbieter: Nur drei Vorreiter gekürt, schlechtes Zeugnis für viele Landesenergieversorger
Tiwag-Talschaftsverträge: WWF fordert Reformen statt heimlicher Absprachen
Geheime Vereinbarungen erst nach Gerichtsbeschluss offengelegt – WWF fordert volle Transparenz, unabhängige Kontrolle und neue Spielregeln für künftige Verträge
Good News: Neues Jahr bringt Fangverbot für Störe in Bulgarien
Bulgarien hat ein dauerhaftes Fangverbot für Störe in der Donau und im Schwarzen Meer eingeführt. Der WWF Bulgarien spielte dabei eine Schlüsselrolle.
Treibhausgas-Bilanz: WWF warnt vor drohendem Verfehlen der Klimaziele
Ausblick negativ, Österreich nicht auf Kurs für 2030 und 2040 – Verfehlen der Klimaziele wäre „politisches Debakel der Sonderklasse“
WWF zum Ableben von Andreas Pataki
Früherer Bürgermeister von Marchegg und langjähriger Partner im WWF-Auenreservat Marchegg verstorben – WWF würdigt Lebenswerk und Einsatz für Natur
Good News: Abkommen als Meilenstein für Meeresschutz
Das neue Jahr läutet eine neue Ära der Meerespolitik ein: Durch das internationale Abkommen zum Schutz der Hohen See gibt es nun endlich Regeln für zwei Drittel der globalen Meeresfläche.












