22 besenderte Greifvögel liefern wertvolle Daten für den Artenschutz – Erste markierte Seeadler brüten mittlerweile in drei Nachbarländern – Rund 90 Paare leben wieder in Österreich
Konik-Pferde machen das WWF-Auenreservat Marchegg zum Heuschrecken-Hotspot
Seit 2015 pflegen dort Wildpferde die Auwiesen. Der neue Projektbericht zeigt: Die Arbeit der Konik-Pferde wirkt. Durch ihr natürliches Weideverhalten sind neue Lebensräume auf den Auwiesen entstanden. So konnten sich 40 Heuschreckenarten ansiedeln, die vor dem Projektstart in diesem Gebiet nicht bekannt waren.
So schaffen die Koniks neue Lebensräume
2021 bewohnten 23 Konik-Pferde das WWF-Auenreservat Marchegg. Ihr natürliches Weideverhalten schafft auf den Auwiesen einen abwechslungsreichen Teppich aus unterschiedlichen Mikro-Lebensräumen – ein Paradies für Heuschrecken und andere Insekten. Nah nebeneinander wechseln sich kniehohe kräuterreiche Vegetation, kurz abgegraster Rasen, überständige Stauden und Sträucher ab. Wo sich die Tiere gewälzt oder gescharrt haben, bzw. auf ihren Pfaden und Trittspuren finden sich offene Bodenstellen ohne Pflanzen. Zusammen mit Höhenlage und Bodenfeuchtigkeit entstehen so zahlreiche Mikro-Habitate, die den Artenreichtum bei Insekten fördern.

Rückkehr der Heuschrecken – ein Gewinn für weitere Arten
Die Zunahme an Heuschrecken hat auch positive Effekte auf die ökologische Entwicklung der gesamten Au. Denn Großinsekten wie Heuschrecken dienen vielen Vogelarten wie den Störchen der Marchegger Kolonie, aber auch seltenen Arten wir Wiedehopf und Neuntöter als wichtige Nahrungsquelle. Der Beweis: Im kurzen Gras im direkten Umfeld der Storchen-Kolonie wurden verhältnismäßig wenige Heuschrecken gefunden werden: Die Störche suchen hier offenbar sehr erfolgreich nach Nahrung für die Jungvögel. Aber auch Wiedehopf oder Neuntöter werden immer wieder auf und um die Weideflächen herum gesichtet. Das lässt hoffen, dass sie sich wieder ansiedeln könnten.

Das Beweidungsprojekt
Seit dem Frühjahr 2015 läuft in den Unteren March-Auen ein großes Beweidungsprojekt. Konik-Pferde und Rinder leben auf einer knapp 80 Hektar großen Weidefläche. Ziel des Weideprojekts ist es, das Naturreservat noch ein Stück naturnäher zu gestalten. Durch die Beweidung soll sich ein Mosaik unterschiedlicher Lebensräume einstellen. Davon erwarten wir uns, dass sich die scharfen Grenzen zwischen Wald und Offenland auflösen und dass gefährdete Arten wie Weißstorch, Neuntöter, Totholzkäfer-Arten, und Pionierpflanzen, wie der Streifen-Klee, von der Vielzahl an neuen Nischen profitieren.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Wasserkrise in der Lobau: Eines der größten Gewässer erstmals im Frühjahr geteilt
Bekanntes Eberschüttwasser im Nationalpark durch Wassermangel in zwei Teile getrennt – WWF fordert rasche Maßnahmen gegen Austrocknung der Unteren Lobau
Wildtierkriminalität in Österreich: 310 Fälle und eine sehr hohe Dunkelziffer
Neuer Bericht zeigt dramatisches Ausmaß illegaler Verfolgung geschützter Arten – BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern nationalen Aktionsplan
Neuer Entwurf für Isel-Schutzgebiet verfehlt EU-Vorgaben
Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz













