Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
Madagaskar: Schatztruhe der Artenvielfalt in Gefahr
Antananarivo, Montag, 6. Juni 2011 – Zwischen 1999 und 2010 wurden in Madagaskar 615 neue Arten entdeckt. Viele von den kürzlich entdeckten Arten sind jetzt stark bedroht. Schon jetzt hat die viertgrößte Insel der Welt mit ihrer einzigartigen Artenvielfalt 90 Prozent ihrer Wälder verloren. Unter den 615 neu entdeckten Arten befinden sich 385 Pflanzen, 42 Wirbellose, 17 Fische, 69 Amphibien und sogar 41 neue Säugetierarten. Der WWF-Bericht „Schatzinsel: Neue Artenvielfalt in Madagaskar“ beschreibt die entdeckten Arten und auch die Gefahren, die durch Abholzung und menschliche Einflüsse auf sie lauern. „Der neue WWF-Bericht zeigt, wie einzigartig die Tier- und Pflanzenwelt Madagaskars ist. Sie kann nicht ersetzt werden. Wir müssen sie für die Nachwelt jetzt schützen bevor es zu spät ist“, so die Naturschutzdirektorin Nanie Ratsifandrihamanana von WWF Madagaskar.

Madagaskar ist die Heimat von fünf Prozent aller Tier- und Pflanzenarten weltweit. Fast drei Viertel der dort vorkommenden Arten finden sich nirgendwo sonst außerhalb der Insel. Viele der in den letzten zehn Jahren neu entdeckten Arten wie z.B. der nur 30 Gramm wiegende Berthe-Mausmaki, sind wegen der massiven Abholzung stark gefährdet. Dieser Lemur ist der kleinste Primat der Welt und diente einer Figur im Cartoon Madagaskar als Vorlage. Auch eine riesige Fächerpalme (Tahina spectabilis), die nur einmal in ihrem Leben mit einem spektakulären Blütenstand aus der Krone geizt, zählt zu den neuen Arten. Sensationell war die Entdeckung eines Geckos, der seine Hautfarbe wie ein Chamäleon dem Hintergrund anpassen kann. Bekannt aus Madagaskar sind auch das Fingertier (Aye-Aye), die Spinnenschildkröte, Flughunde, Chamäleons und Krokodile.

Leider ist dieses Paradies der Artenvielfalt massiv gefährdet. Manche Arten sind sogar von Ausrottung bedroht. Die Ursachen dafür sind die Entwaldung, die Erosion und Versandung der Korallenriffe. Dürren zwingen die Einwohner dazu ihre Felder aufzugeben und näher ans Meer zu ziehen, wo sie nicht-nachhaltige Fischereimethoden praktizieren.

Nach dem Staatsstreich im März 2009 und den darauffolgenden politischen Unruhen wurden Madagaskars Regenwälder geplündert um teure Harthölzer – besonders Rosenholz – zu gewinnen. Davon waren zehntausende Hektar Wald in den besonders wertvollen Nationalparks Marojejy, Masoala, Makira and Mananara betroffen. Neben der Abholzungswelle wurde zunehmend auch Fleisch von wilden Tieren, sogenanntes „Bush meat“, aus den Wäldern angeboten. In manchen Restaurants kostete ein Teller mit Lemurenfleisch weniger als drei Euro. Die politische Instabilität und die Ausbreitung der Kriminalität hat auch die Tourismusindustrie schwer getroffen, eine der wenigen Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung.

Der WWF arbeitet auf der Insel intensiv daran, ein Netzwerk von Schutzzonen zu errichten. Für die Einwohner etabliert die Umweltorganisation eine Reihe von alternativen und nachhaltigen Einkommensquellen, damit die Familien im Einklang mit ihrer Umwelt leben können. „Der Bericht zeigt, welche Naturschätze in Madagaskar existieren. Wir werden alles daran setzen, diese Schatztruhe der Natur zu retten“, so Nanie Ratsifandrihamanana
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 oder Email: franko.petri@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Auswilderungsprojekt: Tiroler Wisent-Kuh „Ina” erfolgreich im Kaukasus freigelassen
Naturschutzorganisation siedelt Wildrinder in ihrer Heimat Aserbaidschan an – Kuh „Ina” aus Innsbruck ist eines von 18 Tieren – WWF: „Paradebeispiel für internationalen Artenschutz”
Stromanbieter-Check: TIWAG fällt bei Stromanbieter-Check durch
129 heimische Stromanbieter von WWF und GLOBAL 2000 analysiert – TIWAG aufgrund von mangelnder Transparenz und fehlender naturverträglicher Strategie nur auf Platz 116
Stromanbieter-Check: Wenige Vorreiter, viel Intransparenz
WWF und GLOBAL 2000 analysieren 129 heimische Stromanbieter: Nur drei Vorreiter gekürt, schlechtes Zeugnis für viele Landesenergieversorger
Tiwag-Talschaftsverträge: WWF fordert Reformen statt heimlicher Absprachen
Geheime Vereinbarungen erst nach Gerichtsbeschluss offengelegt – WWF fordert volle Transparenz, unabhängige Kontrolle und neue Spielregeln für künftige Verträge
Good News: Neues Jahr bringt Fangverbot für Störe in Bulgarien
Bulgarien hat ein dauerhaftes Fangverbot für Störe in der Donau und im Schwarzen Meer eingeführt. Der WWF Bulgarien spielte dabei eine Schlüsselrolle.
Treibhausgas-Bilanz: WWF warnt vor drohendem Verfehlen der Klimaziele
Ausblick negativ, Österreich nicht auf Kurs für 2030 und 2040 – Verfehlen der Klimaziele wäre „politisches Debakel der Sonderklasse“
WWF zum Ableben von Andreas Pataki
Früherer Bürgermeister von Marchegg und langjähriger Partner im WWF-Auenreservat Marchegg verstorben – WWF würdigt Lebenswerk und Einsatz für Natur
Good News: Abkommen als Meilenstein für Meeresschutz
Das neue Jahr läutet eine neue Ära der Meerespolitik ein: Durch das internationale Abkommen zum Schutz der Hohen See gibt es nun endlich Regeln für zwei Drittel der globalen Meeresfläche.












