25 Tötungen im Vorjahr, sieben weitere 2026 – Österreich schießt im mehrjährigen Vergleich sogar fünf Mal mehr als Deutschland – WWF fordert Kurswechsel
Neue WWF-Studie: Klimawandel bedroht Pinguine in Antarktis
Wien/Bali, 11. 12. 2007 – Die Pinguine in der Antarktis kommen durch den Klimawandel immer mehr unter Druck. Eine heute auf der Klimakonferenz in Bali präsentierte Studie des WWF zeigt, dass vor allem den Kaiserpinguinen und den Adeliepinguinen das Eis unter den Füßen weg schmilzt. Esels- und Kehlstreifenpinguinen macht hingegen vor allem das schlechtere Nahrungsangebot zu schaffen. Pinguine ernähren sich überwiegend von Krill, der durch den Klimawandel immer seltener wird, und von Fischen, deren Verfügbarkeit durch die Überfischung stark zurückgeht. Schon jetzt erwärmt sich die Antarktis fünfmal schneller als der Weltdurchschnitt. Das südliche Polarmeer hat sich bis in eine Tiefe von 3000 Metern erwärmt und das Packeis ist in den letzten 26 Jahren um bis zu 40 Prozent zurückgegangen. „Durch den Klimawandel verlieren die Pinguine immer mehr an Lebensraum und Nahrung. Wenn die globale Erwärmung nicht gestoppt wird, kommen die Pinguine unter starken Überlebensdruck“, so WWF-Artenschutzexpertin Jutta Jahrl.
Der Nordwesten der Antarktis erwärmt sich schneller als andere Erdteile. Die Winter werden wärmer, die Winde stärker und das Eis dünner. „Durch diese klimatischen Veränderungen und die industrielle Fischerei wird das Nahrungsangebot für die Pinguine immer kleiner“, so Jahrl. Besonders der große Kaiserpinguin ist stark bedroht. Einige Kolonien sind schon jetzt um die Hälfte reduziert. Durch wärmere Temperaturen müssen die Jungtiere auf dünnerem Eis aufgezogen werden und die stärkeren Winde blasen die Eier und die Jungtiere ins Meer.
Die klimatischen Veränderungen in der Antarktis beinträchtigen auch das Nahrungsangebot. Bei Kolonien von Kehlstreifenpinguinen in der Westantarktis hat die Zahl der Tiere um bis zu zwei Drittel abgenommen. Wegen der schlechten Nahrungsmittelsituation ist es für die Vögel zunehmend schwieriger, ihre Jungen durchzubringen. Die Tiere müssen immer neue Jagdreviere finden. Auch die Kolonien der Adelie-Pinguine sind in den letzten 25 Jahren um bis zu zwei Drittel geschrumpft.
In einigen Regionen der Antarktis stiegen die Temperaturen fünfmal schneller als im weltweiten Durchschnitt. Die Erwärmung des Wassers reicht inzwischen bis in eine Tiefe von 3.000 Meter hinab. In der Westantarktis stieg die Temperatur um bis zu sechs Grad in den letzten 50 Jahren. Auch das Packeis ist hier in den vergangen 26 Jahren um 40 Prozent zurückgegangen. „Die Antarktis ist ein wichtiger Teil der Nahrungskette in den Weltmeeren. Wir müssen den globalen Temperaturanstieg unbedingt unter zwei Grad halten“, so Jahrl appellierend an die entscheidenden Politiker auf der Klimakonferenz in Bali.
Weitere Informationen und Fotos:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Frühes Zeichen des Frühlings: erster Weißstorch des Jahres in Marchegg
Im WWF-Reservat hat die Storchen-Saison begonnen – 2025 gutes Jahr für den Storchen-Bestand – Weitere Rückkehrer werden in den kommenden Wochen erwartet
20 Jahre WWF Earth Hour: Weltweit gehen am 28. März die Lichter aus
Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko
Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur
Bundesregierung: Erstes Bodenschutz-Zeugnis zeigt große Defizite
WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam













