Alexa Lutteri führt seit Anfang März das Presseteam der größten heimischen Naturschutzorganisation
Öko-Stempel für Pangasius & Co: Neues Label für Zuchtfisch
Wien, 28. Januar 2009 – Der WWF will ein neues Biosiegel für Zuchtfisch auf den Weg bringen. Der “Aquaculture Stewardship Council” (ASC) soll nach dem erfolgreichen Vorbild des “Marine Stewardship Council” (MSC) entwickelt werden. Das bekannte MSC-Siegel wird nur für nachhaltige Meeresfischereien, nicht aber für Fischzuchten vergeben. “Aquakultur ist nur dann eine Alternative zu Wildfisch, wenn sie umweltfreundlich betrieben wird. Darum engagiert sich der WWF in der Entwicklung eines neuen Gütesiegels”, erklärt WWF-Fischereiexperte Georg Scattolin. Das Siegel soll hohen Umwelt- und Sozialstandards genügen und von einer unabhängigen Organisation vergeben werden. “Der ASC soll kein neues Nischenprodukt sein, sondern den weltweiten Fischmarkt nachhaltig verändern”, so Scattolin. Schon 2010 soll es auch für auch den in Österreich so beliebten Pangasius neue Regeln geben.
Weltweit boomen die Fischzuchten mit zweitstelligen Zuwachsraten. 2005 wurden nahezu 48 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte in Süßwasser- und Meereszuchten erzeugt. Fast 47 Prozent der von Menschen konsumierten Fische stammen schon heute aus Aquakulturen. Der rasante Ausbau führt zu teils massiven Umweltproblemen. Typisch sind die Zerstörung küstennaher Lebensräume wie Mangrovenwälder, der Eintrag von Chemikalien oder Antibiotika ins Meer oder die Verdrängung einheimischer Arten. Zudem trägt konventionelle Aquakultur zur Überfischung der Weltmeere bei. So werden für ein Kilo Zuchtlachs oder Kabeljau bis zu vier Kilo wild gefangener Fisch verfüttert.
Der WWF finanziert die Entwicklung des ASC-Siegels, das schon in zwei Jahren auf den Markt kommen könnte. Derzeit moderiert der WWF weltweite “Aquakultur-Dialoge”. In diesem Prozess entwickeln 2000 Fischzüchter, Umweltschützer, Regierungsvertreter und andere Interessengruppen gemeinsame Standards. Schon im nächsten Jahr sollen Umwelt- und Sozialstandards für neun typische Zuchtfische wie Pangasius, Lachs, Forelle, Muscheln, Austern und Shrimps vorliegen. Diese Regeln sollen die Grundlage für das ASC-Label bilden.
Eine WWF-Untersuchung aus dem Jahr 2008 hatte gezeigt, das keines der heute gängigen Gütesiegel für Zuchtfisch alle erforderlichen Nachhaltigkeitsstandards erfüllt. “Wir brauchen ein global gültiges Siegel, dem Züchter, Fischverarbeiter, Handel und Verbraucher vertrauen können, um die nachhaltige Aquakultur durchzusetzen”, so Scattolin. Im derzeit geltenden Fisch-Einkaufsführer (www.wwf.de/fisch) empfiehlt der WWF derzeit nur Fisch aus Bio-Zuchten wie Biogoldbrasse, Biolachs und Biotilapia.
1997 hatte der WWF gemeinsam mit dem Konzern Unilever den “Marine Stewardship Council” auf den Weg gebracht. Die heute unabhängige Organisation hat derzeit 140 Fischereien mit einer jährlichen Fangmenge von fünf Millionen Tonnen und über 1400 Produkten im Programm. Allein in Österreich werden bereits über 70 MSC-Produkte angeboten. Auf eine ähnliche Erfolgsstory hofft der WWF auch mit dem neuen ASC-Siegel.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, WWF Pressesprecher, Tel. 01-48817-231.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Inn-Aktionstag: Freiwillige aus drei Ländern im Einsatz für die Natur
Gemeinsamer Einsatz von 60 Freiwilligen für einen lebendigen und artenreichen Inn – Naturschutzaktionen in Tirol, Bayern und der Schweiz
Alpenverein und WWF fordern Stopptaste für Kaunertal-Ausbau
Unzureichend geplantes TIWAG-Projekt nicht genehmigungsfähig – Steigende alpine Risiken und Naturgefahren nicht ausreichend untersucht – Sicherheitslücken und Naturzerstörung sprechen gegen Konzernprojekt
Massen-Fischsterben aufgeklärt: WWF fordert rasche Dotierung der Unteren Lobau
Gutachten sieht Sauerstoffmangel als Ursache für Tod von rund 1.000 Fischen – WWF fordert Rettungspaket für Untere Lobau von der Wiener Stadtregierung
WWF fordert Offensive gegen Energieverschwendung
Naturschutzorganisation fordert rasches Handeln von Bund und Ländern – Echte Energiewende setzt zuerst beim Verbrauch an – Erneuerbare Energien konsequent naturverträglich ausbauen
Tiwag-Studie: WWF warnt vor Profiten auf Kosten der Natur
Naturschutzorganisation kritisiert Wasserkraft-Tunnelblick des Energiekonzerns – Alternativen zu teuren Uralt-Projekten wie Kaunertal-Ausbau gefordert – Schäden für Biodiversität werden ignoriert
WWF kritisiert Abschuss-Bilanz 2025: Alle zwei Wochen ein toter Wolf
25 Tötungen im Vorjahr, sieben weitere 2026 – Österreich schießt im mehrjährigen Vergleich sogar fünf Mal mehr als Deutschland – WWF fordert Kurswechsel
Frühes Zeichen des Frühlings: erster Weißstorch des Jahres in Marchegg
Im WWF-Reservat hat die Storchen-Saison begonnen – 2025 gutes Jahr für den Storchen-Bestand – Weitere Rückkehrer werden in den kommenden Wochen erwartet
20 Jahre WWF Earth Hour: Weltweit gehen am 28. März die Lichter aus
Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf













