Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Plastik-Gipfel: WWF für Reduktion der Abfallmengen und Mehrweg-Offensive
Wien, am 8. Jänner 2019. WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides hat sich beim heutigen „Plastik-Gipfel“ im Bundeskanzleramt für eine Gesamtreduktion der Abfallmengen und eine Mehrweg-Offensive ausgesprochen. „Aus ökologischer Sicht müssen wir alles dafür tun, dass weniger Müll anfällt und konkrete Schritte gegen die Wegwerfgesellschaft gesetzt werden. Zusätzlich zum Verbot von Wegwerfplastik braucht es daher Mehrweg-Alternativen und Pfandsysteme im Handel. Denn unsere Umwelt hat nichts davon, wenn Wegwerfsackerl aus Plastik einfach nur durch solche ersetzt werden, deren Ökobilanz gleich miserabel oder sogar schlechter ist“, sagt Johanides. „Wir begrüßen das Vorhaben der Bundesregierung und haben dazu heute weitere Gespräche vereinbart, damit ein konkreter Aktionsplan erstellt wird. Uns geht es um eine ökologisch vernünftige Umsetzung, damit das geplante Plastiksackerl-Verbot nicht zum Eigentor für die Umwelt wird“, so Johanides nach dem Treffen mit Bundeskanzler Sebastian Kurz, Umweltministerin Elisabeth Köstinger, Infrastrukturminister Norbert Hofer, Umweltschutzorganisationen, Handels- und Unternehmensvertretern sowie weiteren Stakeholdern.
Der WWF fordert, dass vermeidbare Einwegprodukte auf allen Ebenen zurückgedrängt werden, auch wenn sie biologisch abbaubar sind. „Plastiksackerl werden am besten durch Mehrwegprodukte mit einer möglichst langen Lebensdauer ersetzt. Dafür braucht es nicht nur regulatorische und preisliche Anreize, sondern auch einen kritischen Blick auf die ökologische Gesamtbilanz“, bekräftigt Andrea Johanides. Entscheidend ist dabei stets, wie häufig Tragetaschen in der Praxis genutzt werden. So sind Taschen aus Baumwolle erst nach vielfacher Wiederverwendung umweltfreundlicher. Auch Papiertragetaschen sind sehr energieintensiv in der Herstellung. Ebenfalls kritisch ist, dass die steigende Nachfrage nach Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen für Biokunststoffe zur Abholzung von Wäldern für vermeidbare Einwegprodukte führt.
Aktuell werden in Österreich nur 34 Prozent der Plastiksackerl und Verpackungen recycelt. Der Rest landet in Verbrennungsanlagen. Gefordert sind daher bessere Recyclinglösungen, neue Ansätze im Verpackungsmanagement sowie die deutliche Ausweitung von Pfandmodellen, zum Beispiel bei Getränkeflaschen. Zudem müssen die vorhandenen Mehrweg-Alternativen im Handel besser platziert und gekennzeichnet bzw. attraktiver gestaltet werden, damit auch bei den Konsumentinnen und Konsumenten das Bewusstsein steigt.
Rückfragehinweis:
WWF Österreich
Gerhard Auer
Pressesprecher
+43 676 83488 231
gerhard.auer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung [AL1.1]diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz
WWF zum Natura 2000-Tag: Neue EU-Daten zeigen schlechte Lage der Biodiversität in Österreich
Aktuelle FFH-Datensätze: 81 Prozent der geschützten Arten und 77 Prozent der Lebensräume in keinem günstigen Zustand – WWF fordert größere und bessere Schutzgebiete
WWF zur Inflation: Fossile Energien sind zentraler Preistreiber
Ein Drittel der Teuerung geht auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück – WWF fordert mehr Energieeffizienz, Abbau umweltschädlicher Subventionen und naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien – Spritpreisbremse nahezu wirkungslos
WWF zu EABG-Verhandlungen: Regierung muss ihren Entwurf grundlegend verbessern
Naturschutzorganisation kritisiert mangelnde Kompromissbereitschaft der Koalition und fordert klare Verbesserungen bei Naturverträglichkeit
WWF: Mehr als 1.300 geschützte Tiere seit 2020 in Österreich getötet
Abschüsse von Bibern, Fischottern, Wölfen und Greifvögeln nehmen deutlich zu – WWF warnt vor „Normalisierung“ der Tötung geschützter Arten – Neue Kampagne gestartet
Almauftrieb am Hundsheimer-und Spitzerberg: Erste Beweidung seit 60 Jahren stärkt Biodiversität
Grasende Rinder sichern Lebensraum für seltene Arten – Vorzeigemodell: WWF fordert Ausweitung naturnaher Beweidungsprojekte in ganz Österreich













