EU-Kommission kündigt Überprüfung zentraler Naturschutz-Richtlinien für 2027 an – WWF warnt vor leichteren Abschüssen und mehr Eingriffen in Schutzgebiete – „Wild sein ist kein Verbrechen“
Schlingfallen-Report: 387 asiatische Großkatzen wurden Opfer
Sie töten wahllos jedes Tier, das sich über den Waldboden bewegt: Schlingfallen sind eine grausame Methode, um zu jagen. Und zumindest 387 Großkatzen aus den asiatischen Wäldern verfingen sich zwischen 2012 und 2021 in den Schlingen aus Draht, Kabel oder Nylonschnur. Diese Fälle konnten der WWF und die von ihm gegründete Initiative TRAFFIC in einem aktuellen Report in sieben asiatischen Ländern, die dafür untersucht wurden, dokumentieren.
In Indien wurden 320 in den Schlingen verfangene Großkatzen entdeckt, in Sri Lanka 38 und in Malaysia 17. In Nepal tappten 9 und in Bangladesch 2 Großkatzen in die Falle. In China fiel eine Großkatze der Schlingfalle zum Opfer, in Pakistan gab es keine dokumentierten Fälle.
Tiger und Leoparden besonders betroffen
Vor allem Leoparden sind Opfer der Fallen geworden. Zumindest 245 der Tiere waren zwischen 2012 und 2021 betroffen. In den meisten Fällen waren die Großkatzen gar nicht das direkte Ziel der Fallen, sondern Zufallsopfer. Denn die Schlingfallen wurden in 59 % der Fälle eigentlich dafür ausgelegt, um Huftiere zu fangen.
Anders ist das bei Tigern, die mit 130 Fällen am zweithäufigsten durch diese grausame Methode gefangen wurden. Sie tappten in der Hälfte aller Fälle in Schlingfallen, die gezielt für Wilderei von Großkatzen ausgelegt wurden. In Indien deuten die Zahlen sogar darauf hin, dass Schlingfallen für über 40% der Todesfälle durch Wilderei verantwortlich sind. Auch zumindest 2 Löwen, ein Schneeleopard und 9 andere asiatische Großkatzen verfingen sich in Schlingfallen.
Die meisten Vorfälle wurden außerhalb von Schutzgebieten dokumentiert: Das gilt bei 65% der Tiger und 93% der Leoparden, die Opfer der Fallen wurden. Nun muss unter anderem auch außerhalb von Schutzgebieten nach Schlingfallen gesucht werden, um sie noch rechtzeitig zu entfernen und zahlreichen Tieren das große Leid zu ersparen. Mehr zu Schlingfallen und weiteren Lösungsansätzen kannst du hier lesen.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Good News: Tigerinnen in Thailand ziehen erfolgreich Nachwuchs groß
Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
WWF-Flüssereport: Drei Viertel der ökologisch wertvollen Flussstrecken ungeschützt
77 Prozent der wertvollen Flussstrecken ohne verbindlichen Schutz vor weiterem Wasserkraftausbau – Hitze und Dürre machen Schutz und Renaturierung dringlicher – WWF legt Zeugnisse für alle neun Bundesländer vor
UNO-Artenschutzkonferenz: WWF bewertet Ergebnis als „verpasste Chance“
Staaten bleiben bei Naturschutz-Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen hinter notwendiger Ambition zurück – WWF fordert Konsequenzen auch in Österreich
CITES-Meeting: WWF warnt vor Tigerfarmen als Deckmantel für illegalen Wildtierhandel
Große Datenlücken erschweren Kontrolle des Handels mit Tigern – WWF fordert strengere Aufsicht und ein Ende der Zucht für den Handel mit Körperteilen – Artenschutzgremium CITES tagt in Genf
WWF und Ozeanforscherin Sylvia Earle legen Grundstein für besseren Schutz des Mittelmeers
Neue Hoffnungs-Zone für den Artenschutz im Mittelmeer – Basis für grenzüberschreitenden Schutz seltener Hai- und Rochenarten, Wale, Delfine und Meeresschildkröten – WWF fordert politische Zusagen
Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen
UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen
WWF: 20 Spitzmaulnashörner zum Schutz vor Wilderern evakuiert
Nashorn-Wilderei in Südafrika bedroht Arterhalt – Umsiedlung von Tieren nach Botswana zum Aufbau neuer Populationen – WWF vor Ort im Einsatz gegen illegale Jagd und Handel mit Nashorn-Horn













