Geplante Erweiterung in Kronstorf verschärft Druck auf Böden und Wasser der Region – WWF verlangt volle Transparenz und verbindliche Auflagen von Landesregierung
Schneller, höher, stärker: Olympia-Rekorde im Reich der Wildtiere
Presseaussendung
Wien, am 2. August 2016 – In wenigen Tagen beginnen in Rio de Janeiro die Olympischen Sommerspiele. Bei aller Bewunderung für die Leistungen der Athleten: Wofür Spitzensportler täglich trainieren müssen, ist in der Tierwelt Alltag. Ob beim Laufen, Schwimmen, Weitsprung oder in punkto Trickreichtum – im direkten Vergleich mit den rekordverdächtigen Fähigkeiten der Wildtiere bleiben die menschlichen Sportler auf der Strecke. Der WWF präsentiert einige erstaunliche tierische Bestleistungen.
Wenn etwa der Stirnlappenbasilisk aus Mittelamerika loslegt, scheinen die Gesetze der Physik nicht mehr zu gelten. Er bewegt seine Füße mit solch einer Geschwindigkeit, dass er sogar über das Wasser laufen kann. Diese erstaunliche Fähigkeit brachte dem Reptil den Namen Jesus-Echse ein. Da erblassen die olympischen Ruderstaffeln vor Neid.
Sieben Weltrekorde in verschiedenen Schwimmdisziplinen hält derzeit der US-Amerikaner Michael Phelps. Der Segelfisch kann zwar nur auf eine Art schwimmen, dafür aber unglaublich schnell. Dieser bis zu zweieinhalb Meter große Fisch prescht mit bis zu 110 Stundenkilometern durch die Weltmeere.
Der Jamaikaner Usain Bolt lief – als derzeitiger Rekordhalter im 100-Meter-Lauf -, im Jahr 2009 eine Spitzengeschwindigkeit von fast 45 km/h. Für den Geparden ist das nicht mehr als lockeres Traben: Wenn der schnellste Sprinter im Tierreich durch die Savanne rast, beschleunigt er in kürzester Zeit auf über 100 Stundenkilometer.
Mit seinen starken Beinen kann das Rote Riesenkänguru über drei Meter hoch springen. Dem Rekordhalter im Stabhochsprung, Renaud Lavillenie kann das australische Känguru damit zwar nicht das Wasser reichen. Allerdings hatte der Franzose für seinen 6,16 Meter hohen Sprung auch ein Hilfsmittel!
Als Meister des Weitsprungs überwindet der Schneeleopard locker neun Meter. Was die anmutige Großkatze mit Leichtigkeit schafft, ist für den Menschen nur mit hartem Training machbar. Seit 25 Jahren steht der Weitsprung-Weltrekord des US-Amerikaners Mike Powell. Wie lange er wohl für seinen Super-Satz auf 8,95 Meter trainieren musste?
Bei der Weltmeisterschaft 2015 knackte der Superschwergewichtler Aleksei Lovchev die Rekorde. Im Zweikampf wuchtete er stolze 475 Kilogramm in die Höhe. Nicht schlecht – aber gegen einen Gorilla sollte der Russe besser nicht antreten. Der stemmt mit 900 kg nämlich fast das Doppelte.
Ohrenbetäubend laut werden können die Pistolenkrebse aus der Familie der Garnelen. Ein schneller Schlag ihrer Scheren lässt einen Wasserstrahl entstehen, in dem sich eine Gasblase bildet. Diese Blase stürzt mit einem bis zu 240 Dezibel lauten Knall in sich zusammen. Ein startendes Flugzeug bringt es vergleichsweise auf 140 Dezibel.
Krach machen ist zwar (noch) keine olympische Disziplin, scheint aber, so wie die Devise „schneller, höher, stärker“ zu den größten Leidenschaften der Menschen zu zählen. Für eine gesunde Umwelt und das Überleben der Wildtiere ist dies allerdings nicht immer die beste Idee.
In Anlehnung an den berühmten Fairplay-Gedanken vom Dabeisein und vom Siegen, stellt Georg Scattolin vom WWF Österreich fest: „Es wäre olympiawürdig, würden wir Menschen den Tieren mehr Platz in unserer Welt einräumen und sie nicht immer weiter ins Out drängen.“ Denn die erstaunliche und extrem leistungsfähige Artenvielfalt ist das Produkt der Evolution, die heute durch Lebensraumzerstörung, Wilderei und Klimawandel so bedroht ist wie noch nie zuvor.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 0676/83488203, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF zur Roten Liste: Artensterben reicht von der Tiefsee bis in die Wüste
Neue Daten zeigen Bedrohung durch Tiefseebergbau, Industrieprojekte und invasive Arten – WWF fordert mehr Schutzgebiete und Stopp für riskante Naturzerstörung
Tiefseebergbau gefährdet globale Sicherheit, Klima und Artenvielfalt – WWF fordert Moratorium
Internationale Konferenz berät über Abbau von seltenen Rohstoffen in der Tiefsee Ende Juli – Neue Studie beschreibt globale Negativ-Folgen durch Zerstörung artenreicher Tiefsee-Lebensräume – WWF fordert Stopp der Abbaupläne
WWF warnt: Viele Flüsse gehen mit Niedrigwasser in den Hochsommer
An rund 85 Prozent der Pegel lagen die Juni-Abflüsse unter dem langjährigen Mittel – Hohe Wassertemperaturen verschärfen Lage für Fische und Gewässerlebensräume
WWF warnt vor Tabubruch im Lech-Schutzgebiet
Wasser aus intaktem Namloserbach im Natura-2000-Gebiet soll großteils abgeleitet werden – WWF sieht Genehmigungsfähigkeit höchst fraglich und fordert E-Werke Reutte zum Abbruch der Planungen auf
Tiwag-Gehälter: WWF fordert neue Strategie für Landeskonzern
Debatte über millionenschwere Vorstandsbezüge zeigt großen Reformbedarf bei Transparenz, Gemeinwohl und Naturverträglichkeit
Invasive Arten im Mittelmeer: WWF warnt vor Folgen für Artenvielfalt, Fischerei und Tourismus
Hasenkopf-Kugelfisch, Rotfeuerfisch, blaue Schwimmkrabbe & Co. bedrohen Mittelmeer-Lebensraum – WWF fordert: Natürliche Feinde wie Haie, Rochen und Oktopusse besser schützen; Überfischung stoppen; Meeresschutz ausweiten
WWF-Analyse: Untere Lobau fehlt im Renaturierungsatlas für Gewässer
Ausgerechnet eines der wichtigsten Sanierungsgebiete im Nationalpark Donau-Auen ist bisher nicht ausgewiesen – WWF sieht kritische Lücke und fordert Nachmeldung durch Wien und Niederösterreich beim Umweltministerium
Rekordtemperaturen, Massentourismus, Überfischung: WWF fordert 5-Punkte-Schutzpaket für das Mittelmeer
Umweltschutzorganisation macht auf dramatischen Zustand des Mittelmeers aufmerksam – Konkrete Maßnahmen gegen Plastikverschmutzung, Überfischung, intensive Schifffahrt und Artensterben gefordert













