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Tag des Wassers: Zukunft unserer Gewässer steht auf dem Prüfstand
Wien, 21. März 2017.
Die Umweltorganisation WWF zieht am „Tag des Wassers“ eine Zwischenbilanz zum Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP): „Die Bilanz über den vergangenen Sechsjahres-Zyklus fällt gemischt aus. Zahlreiche Maßnahmen wie Renaturierungen und das passierbar Machen von Wanderhindernissen für Fische und andere Wasserorganismen haben gezeigt, dass man die Ökologie unserer Flüsse mit gutem Willen verbessern kann“, so Bettina Urbanek vom WWF-Alpenflüsseprogramm. Für den ersten NGP standen dabei „lediglich 23 Millionen Euro jährlich zur Verfügung“.
In den kommenden Wochen soll der neue NGP mit über einem halben Jahr Verspätung veröffentlicht werden. Grund für diese Verzögerung ist das nach wie vor fehlende Budget. „Offenbar besteht die reale Situation, dass es für die nun anlaufende Umsetzungsperiode zum NGP keine neuen Budgetmittel geben könnte“, so Urbanek. Bis 2021 braucht es aber dringend weitere Maßnahmen, um das Ziel des guten Zustands für alle österreichischen Fließgewässer zu erreichen. Urbanek: „Wenn bereits am Beginn der zweiten NGPs, also nach einem Drittel der Arbeit, die Bundesmittel aus dem Umweltförderungsgesetz gestrichen werden, so verhindert dies die zügige Umsetzung von nötigen Maßnahmen – und das wäre völlig unverständlich und darf nicht passieren.“
Die Wiederherstellung des guten Zustands aller Gewässer in Österreich ist eine wichtige Aufgabe und Herausforderung bis zum Jahr 2027. Sie ist genauso bedeutend, wie es die Sanierung der Gewässergüte in den vergangenen Jahrzehnten war. Für die Sanierung der Gewässergüte als historische, gemeinsame Generationsleistung wurden seit 1959 über 45 Milliarden Euro investiert. Während für die Abwasserentsorgung im Jahr 2015 326 Millionen Euro und im Hochwasserschutz 109 Millionen Euro von Seiten des Bundes investiert wurden, standen im Bereich der Gewässerökologie im Schnitt 23 Millionen Euro jährlich für den ersten NGP zur Verfügung.
„Die Bundesfinanzierungen für die heimischen Gewässer haben die Aufgabe, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Nutzungsinteressen an Österreichs Fließgewässern und der Erreichung des guten Gewässerzustandes herzustellen. Wenn eine Finanzierungsquelle über das Umweltförderungsgesetz nicht mehr möglich ist, dann muss über andere Finanzierungsmöglichkeiten diskutiert werden“, so Urbanek. Denkbar ist hier etwa die Finanzierung über den Wasserwirtschafts- oder den Katastrophenfonds.
Die Intaktheit unserer Gewässer ist sowohl von großer ökologischer Bedeutung – etwa für die Artenvielfalt – als auch für die langfristige Sicherung der Ressource Wasser zur Nutzung der Wasserkraft, Trinkwasserbereitstellung oder bei der Bewältigung von Hochwassergefahren. Nach wie vor sind lediglich 37 Prozent oder 12.000 Kilometer der Flüsse und Bäche in Österreich in gutem oder sehr gutem Zustand. Das liegt an der – im europäischen Vergleich enorm hohen – Verbauung durch die Wasserkraft. Im Schnitt steht alle 600 Meter eine Barriere. Das Wasser unserer Flüsse ist zwar weitgehend sauber, aber die Flüsse selbst sind kanalisiert und monoton. In solchen naturfernen Gewässern können sich Fische und viele andere Tier- und Pflanzenarten nicht so gut entwickeln wie in natürlichen“, erklärt Urbanek.
Weitere Informationen:
Gerhard Auer, WWF-Pressesprecher, 01-488 17-231, gerhard.auer@wwf.at
Bettina Urbanek, WWF-Wasserexpertin, 01-488 17-275, bettina.urbanek@wwf.at
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