Ein Etappensieg für Meerestiere und Großkatzen: Bei der CITES-Konferenz wurde beschlossen, dass viele Arten endlich besser geschützt werden. Doch es gab auch Enttäuschungen, etwa beim Schutz von Aalen und Singvögeln.
Walschutz harpuniert
WWF Presseaussendung
Wien, 25. Oktober 2016. Der Versuch der Anrainerstaaten im Südatlantik ein Schutzgebiet für Wale einzurichten, ist gescheitert. Der Schutzgebietsvorschlag erzielte in der Abstimmung der 66. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission nicht die erforderliche Drei-Viertel-Mehrheit. Argentinien, Brasilien, Gabun, Südafrika und Uruguay hatten beantragt, ein 20 Millionen Quadratkilometer großes Meeresgebiet zwischen der Ostküste Südamerikas und der Westküste Afrikas zur Schutzzone für Wale zu erklären, scheiterten jedoch am Widerstand von Pro-Walfang-Staaten. Axel Hein, Meeresschutzexperte beim WWF Österreich kritisiert die Entscheidung: „Das Abstimmungsergebnis ist ein Tiefschlag für den Schutz der Meeresriesen. Hier werden fortschrittliche Initiativen im Walschutz harpuniert, um zu unterbinden, dass sich die IWC zukünftig stärker für den Schutz der Wale als für ihre Bejagung einsetzt. Unter den festgefahrenen Grabenkämpfen innerhalb der IWC leiden die Wale seit Jahren.“
Wissenschaftliche Bedenken am Nutzen des Schutzgebietes habe es nach eingehender Prüfung nicht gegeben. Auch die Weltnaturschutzunion IUCN hatte die Pläne befürwortet. „Mehr als fünfzig Walarten leben in dieser Meeresregion. Schiffskollisionen und die intensive Befischung des Gebiets gehören zu den alltäglichen Bedrohungen, die minimiert werden müssen. Wir begrüßen, dass die Anrainer Verantwortung für besseren Schutz übernehmen wollen, und es ist beschämend, dass sie seit Jahren ausgebremst werden“, so Hein. Walfang – auch zu wissenschaftlichen Zwecken – sollte im Schutzgebiet ebenfalls verboten werden.
Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken ist als Ausnahme vom seit 30 Jahren geltenden Walfangmoratorium erlaubt. Auch diese Form der Sondergenehmigung wird während der laufenden Tagung diskutiert werden. Japan jagt unter dem pseudowissenschaftlichen Deckmantel Wale im Südpolarmeer. Der WWF fordert, dieses Schlupfloch in den IWC-Regularien zu schließen. „Es gibt schlicht keinen Grund mehr, Wale im Namen der Wissenschaft zu töten. Und die Definition von wissenschaftlichem Walfang darf man nicht den Walfangnationen überlassen“, so Hein.
Weitere Informationen:
Gerhard Auer, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83488231, E-Mail: gerhard.auer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: EU-Kommission gefährdet Wasser-Schutz
Umweltorganisation warnt vor angekündigtem Öffnen der Wasserrahmenrichtlinie auf Druck der Bergbau-Industrie – Schwächere Standards auf Kosten der Biodiversität und der Gesundheit drohen
WWF: Artenschutzkonferenz erzielt Etappensieg für Meerestiere und Großkatzen
WWF zieht nach CITES-Konferenz in Usbekistan positive Bilanz für den Schutz von Haien, Rochen und asiatischen Großkatzen – Nachholbedarf bei Aalen und Singvögeln
Weltbodentag: WWF fordert starkes Bodenschutzgesetz
Naturschutzorganisation fordert politische Maßnahmen gegen Bodenversiegelung – Österreich geht zu verschwenderisch mit wertvollen Böden um – Hohe Folgekosten für Gesamtgesellschaft
Salzburg: WWF kritisiert geplante Nachtbejagung von geschützten Arten
Naturschutzorganisation warnt vor Verstoß gegen EU-Recht – Landesregierung will Nachtjagd ausweiten und Einsatz von Nachtsichtgeräten sogar gegen geschützte Tiere wie den Biber ermöglichen
Neue Zahlen: Bodenverbrauch weit über „Nachhaltigkeitsziel“ der Politik
Neue ÖROK-Zahlen zeigen Zunahme von Verbauung und Versiegelung genauer als bisher – Bodenverbrauch mehr als doppelt so hoch wie selbst gestecktes „Nachhaltigkeitsziel“ des Bundes – WWF für Bodenschutz-Vertrag
WWF: Geplante Wolfs-Verordnung in der Steiermark ist rechtswidrig
Naturschutzorganisation gibt Stellungnahme zu Entwurf ab: „Geplante Verordnung ignoriert EU-Schutzvorgaben für den Wolf und erlaubt Tötungen, die weder fachlich noch rechtlich gerechtfertigt sind“
WWF trauert um Toni Vorauer
Langjähriger WWF-Mitarbeiter, Tiroler Schutzgebietsbetreuer und Fledermaus-Experte verstorben – Prägende Verdienste für den Natur- und Artenschutz
Neue Umfrage: Große Mehrheit fordert strengere Bodenschutz-Maßnahmen
Repräsentative Studie: Drei Viertel der Bevölkerung wünschen sich strengere Regeln und verbindliche Obergrenze beim Bodenverbrauch – WWF fordert Bund und Länder zum Handeln auf













