Alexa Lutteri führt seit Anfang März das Presseteam der größten heimischen Naturschutzorganisation
Walschutz harpuniert
WWF Presseaussendung
Wien, 25. Oktober 2016. Der Versuch der Anrainerstaaten im Südatlantik ein Schutzgebiet für Wale einzurichten, ist gescheitert. Der Schutzgebietsvorschlag erzielte in der Abstimmung der 66. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission nicht die erforderliche Drei-Viertel-Mehrheit. Argentinien, Brasilien, Gabun, Südafrika und Uruguay hatten beantragt, ein 20 Millionen Quadratkilometer großes Meeresgebiet zwischen der Ostküste Südamerikas und der Westküste Afrikas zur Schutzzone für Wale zu erklären, scheiterten jedoch am Widerstand von Pro-Walfang-Staaten. Axel Hein, Meeresschutzexperte beim WWF Österreich kritisiert die Entscheidung: „Das Abstimmungsergebnis ist ein Tiefschlag für den Schutz der Meeresriesen. Hier werden fortschrittliche Initiativen im Walschutz harpuniert, um zu unterbinden, dass sich die IWC zukünftig stärker für den Schutz der Wale als für ihre Bejagung einsetzt. Unter den festgefahrenen Grabenkämpfen innerhalb der IWC leiden die Wale seit Jahren.“
Wissenschaftliche Bedenken am Nutzen des Schutzgebietes habe es nach eingehender Prüfung nicht gegeben. Auch die Weltnaturschutzunion IUCN hatte die Pläne befürwortet. „Mehr als fünfzig Walarten leben in dieser Meeresregion. Schiffskollisionen und die intensive Befischung des Gebiets gehören zu den alltäglichen Bedrohungen, die minimiert werden müssen. Wir begrüßen, dass die Anrainer Verantwortung für besseren Schutz übernehmen wollen, und es ist beschämend, dass sie seit Jahren ausgebremst werden“, so Hein. Walfang – auch zu wissenschaftlichen Zwecken – sollte im Schutzgebiet ebenfalls verboten werden.
Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken ist als Ausnahme vom seit 30 Jahren geltenden Walfangmoratorium erlaubt. Auch diese Form der Sondergenehmigung wird während der laufenden Tagung diskutiert werden. Japan jagt unter dem pseudowissenschaftlichen Deckmantel Wale im Südpolarmeer. Der WWF fordert, dieses Schlupfloch in den IWC-Regularien zu schließen. „Es gibt schlicht keinen Grund mehr, Wale im Namen der Wissenschaft zu töten. Und die Definition von wissenschaftlichem Walfang darf man nicht den Walfangnationen überlassen“, so Hein.
Weitere Informationen:
Gerhard Auer, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83488231, E-Mail: gerhard.auer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Inn-Aktionstag: Freiwillige aus drei Ländern im Einsatz für die Natur
Gemeinsamer Einsatz von 60 Freiwilligen für einen lebendigen und artenreichen Inn – Naturschutzaktionen in Tirol, Bayern und der Schweiz
Alpenverein und WWF fordern Stopptaste für Kaunertal-Ausbau
Unzureichend geplantes TIWAG-Projekt nicht genehmigungsfähig – Steigende alpine Risiken und Naturgefahren nicht ausreichend untersucht – Sicherheitslücken und Naturzerstörung sprechen gegen Konzernprojekt
Massen-Fischsterben aufgeklärt: WWF fordert rasche Dotierung der Unteren Lobau
Gutachten sieht Sauerstoffmangel als Ursache für Tod von rund 1.000 Fischen – WWF fordert Rettungspaket für Untere Lobau von der Wiener Stadtregierung
WWF fordert Offensive gegen Energieverschwendung
Naturschutzorganisation fordert rasches Handeln von Bund und Ländern – Echte Energiewende setzt zuerst beim Verbrauch an – Erneuerbare Energien konsequent naturverträglich ausbauen
Tiwag-Studie: WWF warnt vor Profiten auf Kosten der Natur
Naturschutzorganisation kritisiert Wasserkraft-Tunnelblick des Energiekonzerns – Alternativen zu teuren Uralt-Projekten wie Kaunertal-Ausbau gefordert – Schäden für Biodiversität werden ignoriert
WWF kritisiert Abschuss-Bilanz 2025: Alle zwei Wochen ein toter Wolf
25 Tötungen im Vorjahr, sieben weitere 2026 – Österreich schießt im mehrjährigen Vergleich sogar fünf Mal mehr als Deutschland – WWF fordert Kurswechsel
Frühes Zeichen des Frühlings: erster Weißstorch des Jahres in Marchegg
Im WWF-Reservat hat die Storchen-Saison begonnen – 2025 gutes Jahr für den Storchen-Bestand – Weitere Rückkehrer werden in den kommenden Wochen erwartet
20 Jahre WWF Earth Hour: Weltweit gehen am 28. März die Lichter aus
Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf













