Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf
Wo die Tamariske blüht
Presseaussendung
Innsbruck, 19. März 2015 – Am 17. und 18. März bewerteten Vertreter der EU-Kommission, Österreichischer Behörden, Wissenschaftler und NGOs in Wien den Ausweisungsstand von Natura 2000 in Österreich. Die Nachnominierungen Tirols konnten dort nicht berücksichtigt werden – das Bundesland hat bislang keine Gebiete nach Brüssel gemeldet. Dieses Versäumnis wird besonders beim Gletscherfluss Isel und seinen Zuflüssen deutlich: Bereits über ein Jahrzehnt dauert der Disput um die Unterschutzstellung an. „Der einzig ’positive Nebeneffekt’ dabei ist, dass es kaum eine europaweit bedrohte Pflanze gibt, die so gut untersucht und dokumentiert worden ist, wie die Deutsche Tamariske“, stellt Gebhard Tschavoll vom WWF fest. Nun legt der WWF eine Übersicht vor.
Die große Anzahl wissenschaftlicher Publikationen zur Tamariske im Abflussgebiet der Isel ist für Nicht-Eingeweihte mitunter verwirrend. Deshalb fasst der WWF nun in einer Übersicht alle aktuellen Verbreitungsnachweise und Studien zum Lebensraumtyp „Alpine Flüsse mit Ufergehölzen von Myricaria germanica“, der Deutschen Tamariske, zusammen. In einer Karte wurden alle Nachweise dargestellt und auf dieser Grundlage die bislang sechs vorliegenden Natura 2000 – Ausweisungsvorschläge für die Isel damit verglichen.
Erst dieser Tage hat Tiroler Landesregierung zudem eine neue Studie der ETH Zürich veröffentlicht, die die WWF-Einschätzung zum Tamarisken-Vorkommen bestätigt: Bei den Standorten der Tamarisken an der Isel handelt es sich um die komplexesten und genetisch eigenständigsten im gesamten Alpenraum. „Die Landesregierung muss sich bei der Natura 2000 – Gebietsausweisung auf rein fachliche Gegebenheiten stützen, statt die energiewirtschaftlichen Eigeninteressen bestimmter Gemeinden und Energieversorger zu bedienen“, schlussfolgert Tschavoll vom WWF.
Die aktuelle Zusammenschau des WWF macht deutlich, dass die Tamariske entlang der Isel und ihrer Zubringerbäche durchgängig verbreitet ist. Dazu kommt, dass es sich bei den Pflanzen um sehr speziell an den Naturraum der Isel angepasste Bestände handelt. Für die von der EU-Kommission geforderte „Bewahrung eines günstigen Erhaltungszustandes“ ist es daher notwendig, das Gewässersystem der Isel als Einheit zu betrachten. Der WWF wird im Zuge der Verordnung der Isel zum Naturschutzgebiet eine entsprechende Stellungnahme einbringen.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko
Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur
Bundesregierung: Erstes Bodenschutz-Zeugnis zeigt große Defizite
WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten
WWF-Erfolg: Wisente erfolgreich im Kaukasus ausgewildert
Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.













