Bürgermeister, Umweltstadträtin und Umweltminister sollen Sofortmaßnahmen gegen die Wasserkrise vereinbaren – Weiteres Zuschauen wäre völlig verantwortungslos
Wolf-Sichtung am Bodensee: Österreich darf von Deutschland lernen!
Presseaussendung WWF
Wien, 27. Juni 2017. Im deutschen Überlingen am Bodensee wurde vor ein paar Tagen ein Wolf beobachtet. Die Reaktion der deutschen Politik: „Bis zu seiner Ausrottung hatte der Wolf Jahrhunderte lang zu Baden-Württemberg gehört. Wenn der Wolf wieder bei uns eine Heimat fände, wäre das ein Gewinn für die Artenvielfalt“, so die „Willkommensworte“ für den Rückkehrer von Franz Untersteller, Umwelt- und Naturschutzminister von Baden-Württemberg, der unmissverständlich festhält: „Ein sinnvolles Miteinander von Mensch und Wolf ist auch in Baden-Württemberg möglich.“
Für den WWF Österreich zeigt diese Haltung, dass Österreich von Deutschland hier durchaus lernen darf. „Erfreulich, wie Baden-Württemberg hier reagiert. Der deutsche Minister unterstreicht mit seinen Aussagen die selbstverständliche Berechtigung des Wolfes, in sein ursprüngliches Habitat zurück zu kehren und gleichzeitig zeigt er auf, dass die Politik ihre Hausaufgaben gemacht und sich auf die Rückkehr des Wolfes gut vorbereitet hat“, so Christian Pichler, Artenschutz-Experte beim WWF Österreich, der hier den „Handlungsleitfaden Wolf“ anspricht. Bereits vor der Rückkehr des ersten Wolfes nach Baden-Württemberg erarbeitete das Land gemeinsam mit Naturschutz- und Jagdverbänden einen entsprechenden Maßnahmenkatalog, um bestmöglich vorbereitet zu sein.
Das Land Baden-Württemberg finanziert mit 200.000 Euro ein Projekt des Landesschafzuchtverbandes und des Naturschutzbundes Baden-Württemberg zu Herdenschutzmaßnahmen, um Übergriffe des Wolfes in der Freilandtierhaltung, insbesondere auf Schafe und Ziegen, möglichst zu verhindern. Für den Fall, dass der Wolf Nutztiere wie Schafe und Ziegen reißen sollte, beteiligt sich das Land maßgeblich am sogenannten „Wolfsausgleichsfonds“. Diesen Fonds haben Naturschutz- und Jagdverbände eingerichtet, damit die Halter von Nutztieren eine finanzielle Entschädigung bekommen können, wenn sie von einem Wolf verursachte Schäden zu verzeichnen haben.
Für den WWF Österreich tritt Deutschland beim Thema Wolf mit einem vollkommen anderen Selbstverständnis, wesentlich mehr Souveränität und einem Mehr an Seriosität auf als Österreich: „Nicht wenige in Österreich setzen auf die Provokationskarte, verbreiten ein völlig verzerrtes Bild vom Wolf und arbeiten an einem einzigen Ziel: den Wolf wieder auszurotten“, kritisiert Pichler und ergänzt: „Es muss endlich in die Köpfe rein, der Wolf hat eine natürliche Berechtigung, in seine angestammten Lebensräume zurück zu kehren. Der Wolf ist ein Gewinn für die Artenvielfalt und daher zu schützen.“
Die Rückkehr des Wolfes ist eine neue Situation, aber es ist die Aufgabe der Politik, hier die entsprechenden Rahmenbedingungen zu setzen: „Fakt ist, der Wolf kehrt in seine ursprünglichen Gebiete zurück. Es braucht also Aufklärungsarbeit, Finanzierungsmodelle für den Herdenschutz und eine bessere Schadensabgeltung. Hier ist die Politik gefordert, und es müssen nun endlich konkrete Schritte in diese Richtung gesetzt werden. Es ist zugegebenermaßen eine neue Situation für Österreich mit bisher wenig Erfahrungswerten – aber warum nicht nach Deutschland schauen und lernen, wie ein souveränes und funktionierendes Miteinander von Mensch und Wolf funktionieren kann?“, so Pichler abschließend.
Weitere Informationen:
Presseaussendung des Landes Baden-Württemberg zur Wolfbeobachtung am Bodensee: https://um.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/wolf-bei-ueberlingen-beobachtet/
Mag. Gerhard Auer, Pressesprecher WWF, 0676 83 488 231, gerhard.auer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Tiefsee in Gefahr: Staaten entscheiden über Moratorium für Rohstoffabbau am Meeresgrund
Vollversammlung der internationalen Meeresbodenbehörde startet am Montag in Jamaika – Massiver Druck könnte Moratorium gefährden – WWF fordert das Verhindern einer Umweltkatastrophe
Vorarlberg – WWF kritisiert geplante Bibertötungen scharf
Neue Verordnung soll Tötung von bis zu 32 Tieren jährlich ermöglichen – Naturschutzorganisation fordert Vorrang für Prävention und unabhängige Einzelfallprüfung
Amazonas: Neue Studie warnt vor 1,4 Millionen Hektar zusätzlicher Entwaldung
Science-Studie untersucht Folgen des Rückzugs großer Sojahändler aus freiwilligem Soja-Moratorium – WWF-Umrechnung: Prognostizierte Rodungsfläche entspricht rund 34-mal Wien – Entwaldungsfreie Lieferketten gefordert
WWF startet Biodiversitäts-Training für Lehrlinge
Neues Weiterbildungsangebot verbindet Naturerlebnis, Artenschutz und Wirtschaft – Pilotphase mit Wien Energie und Caritas Wien im WWF-Auenreservat Marchegg in Niederösterreich
WWF startet erstmals Wahl zu Österreichs Fluss des Jahres
Online-Voting über neun Flüsse aus allen Bundesländern bis 1. September – Fachleute wählten Kandidaten nach Artenvielfalt, Gefährdung und Schutzbedarf aus
Google-Ausbau: WWF fordert rasche Reparatur des UVP-Gesetzes
Google-Ausbau: WWF fordert rasche Reparatur des UVP-Gesetzes
Neue Zahlen: Möglicher Stromverbrauch entspricht fast einem Drittel des Stromverbrauchs von ganz Oberösterreich – Gesamter Ausbau muss Umweltprüfung durchlaufen – Stromhunger darf nicht auf Natur abgewälzt werden
Huchensterben in der Ybbs: WWF warnt vor tödlichen Wanderhindernissen
Fotos zeigen stark gefährdete Fische vor Kraftwerksbarrieren – WWF fordert funktionsfähige Fischaufstiege und durchgängige Flüsse als Schutz vor zunehmender Hitze
WWF-Erfolg: Tiwag muss Gefahrenanalysen herausgeben
Das Tiroler Landesverwaltungsgericht gibt dem WWF recht: Die Tiwag muss wichtige Dokumente rund um den geplanten Ausbau des Kraftwerks Kaunertal herausgeben. Dazu zählen auch Flutwellenberechnungen und Gefahrenszenarien.













