Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
WWF: Die Steiermark braucht starken Schub für die Energiewende
WWF Presseaussendung
Graz/Wien, 13. November 2015 – Als letztes Bundesland im Rahmen seines bundesweiten Vergleichs präsentiert der WWF heute das Ergebnis für die Steiermark. Die Steiermark erreicht mit knapp 45 Punkten nur den sechsten Platz und liegt damit im hinteren Mittelfeld beim Energiewende-Index (BEX) des WWF. Unter den verschiedenen Indikatoren und Einzelfaktoren glänzt die grüne Mark mit Platz 1 nur bei der Nutzung der wirtschaftlichen Möglichkeiten bei der Energieeffizienz, was die Beschäftigung und den Umsatz in diesem Wirtschaftssektor betrifft. In allen anderen untersuchten Bereichen rangiert das Land im Bundesländervergleich nur mittelmäßig und ist österreichweites Schlusslicht bei der CO2-Intensität im Straßenverkehr. „Die Steiermark braucht als erfolgreiches Industrieland dringend eine Offensive bei der Nutzung der erneuerbaren Energien und eine strukturelle Energiewende bei der Mobilität, sonst verpasst das Land die Kurve zu einem zukunftsfähigen Energiesystem.“, warnt WWF-Energiereferent Karl Schellmann.
In der Energiepolitik erreicht die Steiermark nur den fünften Rang. Bewertet wurden die politischen Ziele und Konzepte für erneuerbare Energien sowie Energieeffizienz und die Verteilung der Wohnbauförderungen zwischen Neubau und Sanierung. In der Verkehrspolitik fällt auf, dass der öffentliche Verkehr nicht besonders begünstigt wird im Vergleich zum Straßenbau – hier sind im Vergleich nur zwei Bundesländer schlechter als die Steiermark. Im Gegenteil dazu wird der Ökologisierung der Wirtschaft wesentlich mehr Augenmerk geschenkt. Grüne Arbeitsplätze und Unternehmen im Bereich der Umwelttechnologien sind auffällig gut ausgebaut. Dennoch rangiert die Nutzung von erneuerbaren Energien nur auf dem zweitschlechtesten Platz im Österreichvergleich. „Die Potenziale in der Steiermark werden derzeit nicht ausreichend genutzt. Das Land hat im Bundesländervergleich klaren Aufholbedarf bei der Nutzung der erneuerbaren Energien und beim Ausbau der Energieeffizienz“, so Schellmann.
Etwas besser liegt die Steiermark bei der Energieintensität und bei den CO2-Emissionen des Gebäudebestandes. Allerdings ist die Verteilung zwischen neu gebauten Ein- und Mehrfamilienhäusern – nur Rang sechs im Vergleich – für die Energiewende eher nachteilig. Zu viele Einzelhäuser verdrängen das Land im Gebäudesektor auf den vierten Platz hinter Salzburg. Absolutes Schlusslicht in Österreich ist das waldreiche Land bei der CO2-Intensität im Straßenverkehr und im Untersuchungszeitraum 2010 bis 2013 war die Steiermark unter den drei Schlusslichtern bei den Ausgaben für den öffentlichen Verkehr: „Der vergleichsweise klimaschädlichste Straßenverkehr Österreichs zeigt deutlich, es braucht beim öffentlichen Verkehr wesentlich mehr Angebote und Anreize für die Steirer“, schlägt Schellmann vor.
Generell empfiehlt der WWF der steirischen Landesregierung das politische Konzept für die Energiewende noch stärker an langfristigen Zielsetzungen einer konsequenten Energiewende zu orientieren und auch institutionell umzusetzen. Die Entwicklung muss regelmäßig – am besten jährlich – evaluiert und die Umsetzung entsprechend angepasst werden. Dringend notwendig ist eine Offensive für die Nutzung der erneuerbaren Energien. Gerade weil die Steiermark einen hohen Anteil von Industrie aufweist muss dort ein Schwerpunkt gesetzt werden. Auch die Raumordnung braucht eine starke Orientierung an Einsparung von Energie und Ressourcen um nicht zukünftige Umweltprobleme zu verursachen.
Mit dem Bundesland Steiermark hat der WWF nun die Detailergebnisse für alle neun Bundesländer präsentiert. Die WWF-Studie macht die Bemühungen und Erfolge der neun Bundesländer bei der Energiewende miteinander vergleichbar. Für den BEX wurden mehr als 40 Einzelfaktoren analysiert und in 20 Indikatoren bewertet. Die Ergebnisse wurden in fünf Bereichen zusammengefasst: Energieeffizienz, Gebäude, Verkehr, Energiepolitik und erneuerbare Energien. Die Studie erstellte der WWF im Rahmen der laufenden Kampagne der Umweltorganisation für klare Ziele Österreichs zu Energie und Klimaschutz im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Paris. In einer Petition, die von allen Österreichern unterschrieben werden kann, richtet sich der WWF direkt an die Bundesregierung: (www.wwf.at/klimapetition).
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231, E-Mail:
franko.petri@wwf.at.
Informationen zur WWF-Kampagne: www.wwf.at/klimakampagne.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Auswilderungsprojekt: Tiroler Wisent-Kuh „Ina” erfolgreich im Kaukasus freigelassen
Naturschutzorganisation siedelt Wildrinder in ihrer Heimat Aserbaidschan an – Kuh „Ina” aus Innsbruck ist eines von 18 Tieren – WWF: „Paradebeispiel für internationalen Artenschutz”
Stromanbieter-Check: TIWAG fällt bei Stromanbieter-Check durch
129 heimische Stromanbieter von WWF und GLOBAL 2000 analysiert – TIWAG aufgrund von mangelnder Transparenz und fehlender naturverträglicher Strategie nur auf Platz 116
Stromanbieter-Check: Wenige Vorreiter, viel Intransparenz
WWF und GLOBAL 2000 analysieren 129 heimische Stromanbieter: Nur drei Vorreiter gekürt, schlechtes Zeugnis für viele Landesenergieversorger
Tiwag-Talschaftsverträge: WWF fordert Reformen statt heimlicher Absprachen
Geheime Vereinbarungen erst nach Gerichtsbeschluss offengelegt – WWF fordert volle Transparenz, unabhängige Kontrolle und neue Spielregeln für künftige Verträge
Good News: Neues Jahr bringt Fangverbot für Störe in Bulgarien
Bulgarien hat ein dauerhaftes Fangverbot für Störe in der Donau und im Schwarzen Meer eingeführt. Der WWF Bulgarien spielte dabei eine Schlüsselrolle.
Treibhausgas-Bilanz: WWF warnt vor drohendem Verfehlen der Klimaziele
Ausblick negativ, Österreich nicht auf Kurs für 2030 und 2040 – Verfehlen der Klimaziele wäre „politisches Debakel der Sonderklasse“
WWF zum Ableben von Andreas Pataki
Früherer Bürgermeister von Marchegg und langjähriger Partner im WWF-Auenreservat Marchegg verstorben – WWF würdigt Lebenswerk und Einsatz für Natur
Good News: Abkommen als Meilenstein für Meeresschutz
Das neue Jahr läutet eine neue Ära der Meerespolitik ein: Durch das internationale Abkommen zum Schutz der Hohen See gibt es nun endlich Regeln für zwei Drittel der globalen Meeresfläche.












