2030-Ziel außer Reichweite – WWF fordert Waldschutzpaket und entwaldungsfreie Lieferketten
WWF: Heute geht Österreich der Fisch aus
Wien, am 17. Jänner 2019 – Heute ist der österreichische "Tag der Fischabhängigkeit". In weniger als einem Monat hat Österreich seine jährlichen Fisch-Ressourcen verbraucht und ist nun auf Importe angewiesen. Der heimische Selbstversorgungsgrad liegt bei lediglich 5 Prozent. 95 Prozent des Bedarfs werden durch Einfuhren gedeckt. ""Kein anderes europäisches Land ist stärker von Fisch- und Meeresfrüchte-Importen abhängig als Österreich. Eingeführt wird vor allem Meeresfisch. Die Ozeane sind jedoch hochgradig überfischt", warnt Axel Hein, Meeresexperte des WWF". Nach Angaben der FAO sind rund 33 Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt und knapp 60 Prozent bis an nachhaltige Grenzen befischt. Noch dramatischer ist die Situation im Mittelmeer, dessen Bestände zu rund 80 Prozent überfischt sind.
Europa – der weltweit größte Markt für Fisch und Meeresfrüchte – verbraucht weit mehr, als in eigenen Gewässern gefangen oder durch Fischzucht produziert werden kann. Über die Hälfte wird importiert. Der europäische "Tag der Fischabhängigkeit" fällt demnach auf den 9. Juli. Etwa 50 Prozent aller Einfuhren kommen aus Entwicklungsländern, deren Bevölkerung in hohem Maße von Fisch als lebensnotwendige Nahrungs- und Einkommensquelle abhängig ist. "Wenn uns der Fisch nicht ausgehen soll, müssen wir die weltweite Fischerei und den Konsum in eine nachhaltige Richtung lenken. Leidtragende sind sonst vor allem Menschen in den ärmsten Regionen der Welt", so Hein.
Österreich im EU-Vergleich: Niedriger Verbrauch, höchste Importabhängigkeit
Gemessen am Pro-Kopf-Verbrauch liegt Österreich mit jährlich 13,4 kg auf Platz 20 von 28 Staaten. Portugal (55,3 kg), Spanien (46,2 kg), Litauen (44,7 kg), Frankreich (34,4 kg) und Schweden (33,2 kg) haben die höchsten Verbrauchswerte in der EU. Zusammen machen diese fünf Länder etwa ein Drittel des europäischen Fischkonsums aus. Jeder europäische Bürger verbraucht im Schnitt 22,7 kg Fisch und Meeresfrüchte pro Jahr.
Lediglich vier Länder, die ihren Eigenbedarf oder mehr produzieren, gelten als autark (Kroatien, Niederlande, Irland und Estland). 24 von 28 Mitgliedsstaaten sind auf Fischimporte zur Deckung der Nachfrage angewiesen. Folgende Länder haben die größte Import-Abhängigkeit und entsprechend frühe Fischabhängigkeitstage: Österreich (17. Jänner), Slowenien (15. Februar), Slowakei (18. Februar), Belgien und Luxemburg (22. Februar), Rumänien (29. Februar), Malta (31. März), Italien (6. April) und Litauen (30. April) führen die Liste an. Es folgen Deutschland (4. Mai), Portugal (5. Mai) und Spanien (26. Mai).
"Ob heimischer oder importierter Fisch, Verbraucher sollten diese Delikatesse maßvoll konsumieren und sich unbedingt für nachhaltige Produkte entscheiden. Bio-, MSC- oder ASC-zertifizierter Fisch ist eine gute Wahl. Oder man folgt den Empfehlungen des WWF Fischratgebers nach dem einfachen Ampelsystem. Das hilft Meeren und davon abhängigen Menschen", schließt Hein.
Rückfragehinweis:
Mag. Florian Kozák
Pressesprecher WWF Österreich
+43 676 83 488 276
florian.kozak@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Bodenverbrauch in Österreich 2025 gestiegen
7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF kritisiert Österreich-Vorstoß zur Lockerung von EU-Umweltauflagen
Kritik an Vorpreschen der Bundesregierung bei Deregulierung – Natur- und Artenschutz-Richtlinien wichtiges Schutzschild für Biodiversität und Klima
Durchbruch an der Grenzmur: WWF zeigt, wie Renaturierung gelingt
WWF Österreich und slowenische Projektpartner stellen natürlichen Fluss der Mur wieder her – Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Flusslebensräume
Hitzetod bedroht Amazonas-Delfine: Studien zeigen gefährliche neue Normalität
Anhaltende Überhitzung von Flüssen gefährdet seltene rosa Flussdelfine – Klimakrise als Ursache für “thermische Fallen” von bis zu 41 Grad Celsius – WWF fordert besseren Schutz von Flüssen
Hunde-Spaziergang am Inn: Wie man Vogel-Nachwuchs schützen kann
An den Kiesbänken des Inns brüten derzeit wieder seltene Vogelarten. Doch Spaziergänger:innen und freilaufende Hunde können den Nachwuchs unwissentlich gefährden.













