WWF-Bundesländerbarometer: Nur vier von 35 Bewertungen erreichen gute Umsetzung – Große Defizite beim Management von Biber, Fischotter, Luchs und Wolf – Lichtblick beim Seeadler
WWF: Klimakrise erfordert bessere Umweltprüfungen statt neuen Privilegien für Großprojekte
Wien, am 8. Juli 2019. Der WWF Österreich sieht den sogenannten „Standortanwalt“ als Teil eines Generalangriffs auf den Umweltschutz und fordert stattdessen mehr und bessere Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP). „Die eskalierende Klimakrise und der hohe Bodenverbrauch zeigen, dass es deutlich bessere Umweltregeln braucht. Daher sind neue Privilegien für kritische Großprojekte genau der falsche Weg. Der Umweltschutz darf nicht weiter ausgehöhlt werden“, sagt Christoph Walder, Bereichsleiter Naturschutz beim WWF Österreich anlässlich der Präsentation des umstrittenen „Standortanwalts“ in Wien.
„Funktionierende Ökosysteme sind eine wichtige Versicherung gegen die Klimakrise: Böden und Wälder sind gewaltige CO2-Speicher. Intakte, frei fließende Flüsse schützen vor Hochwasser. Daher muss die UVP mit den richtigen Instrumenten verbessert werden“, bekräftigt Walder. Anstatt die grundlegenden Probleme zu lösen soll jetzt der „Standortanwalt“ als zusätzliche bürokratische Partei wichtige Umweltanliegen klein reden. „Wer Verfahren nachhaltig beschleunigen will, muss die relevanten Materiengesetze modernisieren, deutlich mehr Sachverständige bereitstellen und die Projektbetreiber zu besseren Unterlagen verpflichten. Genau dort liegen die größten Verfahrensbremsen“, sagt Walder.
Bisher werden jene Interessen, die für ein Vorhaben sprechen, in der UVP sehr stark von den Projektwerbenden vertreten, die im Regelfall über sehr große finanzielle Ressourcen verfügen und deren rechtliche Stellung im Verfahren sehr gut abgesichert ist. Im Gegensatz dazu sind die Interessen von Umwelt und Natur nur allgemein definiert und müssen daher gesondert vertreten werden, um einen fairen Ausgleich aller Interessen zu erreichen. Genau das ist derzeit in Gefahr, insbesondere in Verbindung mit weiteren gefährlichen Vorhaben der früheren Bundesregierung wie dem potenziell rechtswidrigen „Standort-Entwicklungsgesetz“.
Rückfragehinweis:
Sarah Bimingstorfer, Pressesprecherin WWF Österreich, sarah.bimingstorfer@wwf.at, +43 676 83 488 216
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Hunderte Menschen setzen Zeichen für den Schutz des Platzertals
660 Meter Menschenkette in Innsbruck machte Ausmaß des geplanten Tiwag-Staudamms sichtbar – Initiative „Rettet das Platzertal“ fordert Stopp des Projekts und naturverträgliche Alternativen
WWF zu EABG-Einigung: Schutz der letzten Flussjuwele vor Aushebelung bewahrt
Untauglicher Entwurf der Koalition in parlamentarischen Verhandlungen entschärft, aber Druck auf Flüsse bleibt hoch – WWF fordert Energiewende mit naturverträglichen Standorten und mehr Effizienz
Budget: WWF kritisiert Kürzungen bei Umwelt und Klima
Umweltschutzorganisation ortet falsche Prioritäten: Umweltschädliche Subventionen bleiben großteils unangetastet, Biodiversität bleibt unterfinanziert, beim Klimaschutz wird gekürzt
WWF: Österreichs Luchsbestand auf nur mehr rund 30 Tiere geschrumpft
Tag des Luchses: Aktueller FFH-Bericht an die EU-Kommission zeigt weitere Verschlechterung der bislang größten Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel – WWF fordert rasche Bestandsstützung
WWF: Neun von zehn Flusspegeln mit Niedrigwasser
90 Prozent der Pegelmessstellen mit niedrigen bis sehr niedrigen Abflüssen – Flüsse in Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert mehr Renaturierung und Schutz für Gewässer
Welttag der Ozeane: WWF fordert Verdreifachung der Schutzgebiete im Mittelmeer
Rund 90 Prozent der Meeresfläche im Mittelmeer derzeit nicht geschützt – Überfischung, Verschmutzung und Klimakrise bedrohen einzigartige Artenvielfalt
WWF-Check: Rund ein Drittel der Grillfleisch-Angebote ohne österreichische Herkunft
95 Prozent der Grillfleisch-Angebote aus konventioneller Tierhaltung, nur jedes 20. Angebot ist Bio – WWF fordert verpflichtende Kennzeichnung von Herkunft und Haltung
Neue Studie: Ökonomin Stagl warnt vor Budgetrisiken durch fehlende Klimapolitik
Analyse zeigt hohe finanzielle Risiken durch Extremwetter, fossile Preisschocks und fehlende Vorsorge – WWF fordert stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken im Doppelbudget













