Alexa Lutteri führt seit Anfang März das Presseteam der größten heimischen Naturschutzorganisation
WWF: Nationale Bodenstrategie vor Beschluss massiv verbessern
Die Umweltschutzorganisation WWF fordert die massive Überarbeitung der österreichweiten Bodenstrategie, die am kommenden Dienstag nur in einer sehr schwachen Form beschlossen werden soll. “Der bisherige Entwurf gleicht einer politischen Kapitulation vor dem Flächenfraß. Daher muss der Landwirtschaftsminister die geplante Strategie massiv verbessern und einen wirksamen Bodenschutz-Vertrag vorlegen”, sagt WWF-Programmleiterin Hanna Simons anlässlich des anstehenden Beschlusses durch die Österreichische Raumordnungskonferenz (ÖROK). “Nur mit verbindlichen Zielen und Maßnahmen ist echter Bodenschutz möglich. Ansonsten wird die Politik ihre eigenen Ziele krachend verfehlen”, warnt Simons vor einem Abblocken der notwendigen Reformen. Denn derzeit liegt der Bodenverbrauch mit im Schnitt 12 Hektar pro Tag um beinahe das Fünffache über dem 2030-Ziel der Bundesregierung von 2,5 Hektar pro Tag. “Anstelle unverbindlicher Absichtserklärungen braucht es eine verbindliche Obergrenze, die den Flächenfraß bis 2030 um 90 Prozent reduziert. Daran müssen sich alle notwendigen Maßnahmen ausrichten”, fordert Hanna Simons.
Im durchgesickerten Entwurf der Bodenstrategie fehlen ambitionierte Ziele und Strukturreformen. Extrem relevante Themen wie der Verkehr bleiben großteils ausgespart, der Naturschutz wird sogar völlig ignoriert. Zudem würde keine einzige Maßnahme mit direktem Einfluss auf den Bodenverbrauch vor 2026 in die Umsetzung gehen, die überfällige Anpassung des Finanzausgleichs für mehr Bodenschutz wird im Entwurf sogar erst für 2030 anberaumt. Selbst das Reduktionsziel aus dem Regierungsprogramm (2,5 Hektar pro Tag bis 2030) soll wieder relativiert werden. “Verbindlichkeit wäre damit keine gegeben. Die neue Strategie würde in der Umsetzung scheitern und die notwendigen Ziele verfehlen“, analysiert Hanna Simons vom WWF. Ebenfalls kritisch sind die fehlende Transparenz und Öffentlichkeitsbeteiligung.
Der neue WWF-Bodenreport 2023 liefert 18 Lösungsvorschläge, die im Zuge eines “Bodenschutz-Vertrages” von Bund, Ländern und Gemeinden umgesetzt werden sollen – darunter grundlegende Reformen in der Raumordnung, gegen die Zersiedelung und für die Ökologisierung des Steuersystems, dazu eine groß angelegte Naturschutz-Offensive. “Die Politik darf unsere Lebensgrundlagen nicht weiter für neue Schnellstraßen, Einkaufszentren und Parkplätze opfern”, sagt WWF-Programmleiterin Hanna Simons.
News
Aktuelle Beiträge
Inn-Aktionstag: Freiwillige aus drei Ländern im Einsatz für die Natur
Gemeinsamer Einsatz von 60 Freiwilligen für einen lebendigen und artenreichen Inn – Naturschutzaktionen in Tirol, Bayern und der Schweiz
Alpenverein und WWF fordern Stopptaste für Kaunertal-Ausbau
Unzureichend geplantes TIWAG-Projekt nicht genehmigungsfähig – Steigende alpine Risiken und Naturgefahren nicht ausreichend untersucht – Sicherheitslücken und Naturzerstörung sprechen gegen Konzernprojekt
Massen-Fischsterben aufgeklärt: WWF fordert rasche Dotierung der Unteren Lobau
Gutachten sieht Sauerstoffmangel als Ursache für Tod von rund 1.000 Fischen – WWF fordert Rettungspaket für Untere Lobau von der Wiener Stadtregierung
WWF fordert Offensive gegen Energieverschwendung
Naturschutzorganisation fordert rasches Handeln von Bund und Ländern – Echte Energiewende setzt zuerst beim Verbrauch an – Erneuerbare Energien konsequent naturverträglich ausbauen
Tiwag-Studie: WWF warnt vor Profiten auf Kosten der Natur
Naturschutzorganisation kritisiert Wasserkraft-Tunnelblick des Energiekonzerns – Alternativen zu teuren Uralt-Projekten wie Kaunertal-Ausbau gefordert – Schäden für Biodiversität werden ignoriert
WWF kritisiert Abschuss-Bilanz 2025: Alle zwei Wochen ein toter Wolf
25 Tötungen im Vorjahr, sieben weitere 2026 – Österreich schießt im mehrjährigen Vergleich sogar fünf Mal mehr als Deutschland – WWF fordert Kurswechsel
Frühes Zeichen des Frühlings: erster Weißstorch des Jahres in Marchegg
Im WWF-Reservat hat die Storchen-Saison begonnen – 2025 gutes Jahr für den Storchen-Bestand – Weitere Rückkehrer werden in den kommenden Wochen erwartet
20 Jahre WWF Earth Hour: Weltweit gehen am 28. März die Lichter aus
Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf










