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WWF: Ökologischen Gewässerschutz ausbauen statt austrocknen
Wien, am 20. März 2018 – Im Vorfeld des Weltwassertages fordert der WWF von Umweltministerin Elisabeth Köstinger ein ökologisches Schutzpaket für heimische Flüsse und Bäche. „60 Prozent unserer Gewässer sind in keinem guten Zustand und müssen saniert werden, nur 15 Prozent sind noch ökologisch intakt. Die EU-Ziele, zu denen sich Österreich verpflichtet hat, sind in weiter Ferne. Daher muss der Gewässerschutz endlich ausgebaut statt ausgetrocknet werden“, sagt Gerhard Egger, Leiter des Flüsse-Teams im WWF Österreich. Aktuell entscheidend ist, dass der EU-rechtlich verpflichtende Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP) ausreichend finanziert wird. Für den bereits seit 2015 laufenden, aber bisher nicht dotierten sechsjährigen Umsetzungszyklus braucht es zumindest 150 Millionen Euro. „Daher ist Finanzminister Hartwig Löger gefordert, Umweltministerin Elisabeth Köstinger die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen“, sagt Egger mit Blick auf die Budgetrede.
Bei der genannten Summe handelt es sich um eine langjährige und realistische Forderung des WWF. Denn genau diese 150 Millionen Euro hatte das Umweltministerium selbst im Februar 2018 in einem Gesetzesentwurf vorgesehen, diesen aber kurze Zeit später wieder zurückgezogen. Mit der Anschubfinanzierung würden weitere Finanzierungen durch Länder und Unternehmen ausgelöst, mit denen zum Beispiel naturnahe Uferstrukturierungen, Revitalisierungen von Gewässern und Fischaufstiegshilfen umgesetzt werden können. „Derzeit sind etliche Projekte in der Warteschleife. Daher muss die Bundesregierung das Programm mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausstatten, wie es auch die Finanzlandesräte der Bundesländer einhellig fordern“, sagt WWF-Experte Egger.
Österreichs Flüsse und Bäche werden im Schnitt alle 600 Meter von einer Barriere wie etwa einer Staumauer, einer Wehranlage oder Sohlschwelle unterbrochen. Dadurch wird der Sediment und Wasserhaushalt gestört, Fische und Kleintiere büßen enorm an Bewegungsspielraum ein, den sie zur Erreichung von Brut- und Laichgebieten, oder von sicheren Refugien bei Hoch-, oder extremen Niederwasser brauchen. „Ohne gesunde Flüsse ist auch die Qualität unseres Grundwassers gefährdet und es fehlen uns wichtige Überschwemmungsräume für eine nachhaltige Hochwasservorsorge“, betont WWF-Experte Egger und verweist auf die EU-Wasserrahmenrichtlinie, die Österreich erfüllen muss. „Bis 2027 müssen alle Gewässer wieder einen guten Zustand oder zumindest ein gutes Potential aufweisen. Ohne frisches Geld ist dieses Ziel nicht erreichbar. Das wäre gerade für ein Land wie Österreich eine Blamage.“
„Nachhaltiger Gewässerschutz zahlt sich auch wirtschaftlich aus und sichert tausende Arbeitsplätze“, verweist WWF-Experte Gerhard Egger auf die Ergebnisse einer vom Umweltministerium im Vorjahr präsentierten Studie. Durch Anschubfinanzierungen des Bundes von 23 Millionen Euro pro Jahr wurden 124 Millionen Euro an Investitionen ausgelöst. Die hohe Hebelwirkung der eingesetzten Mittel verdeutlicht, dass es sich um sehr gut eingesetztes Geld handelt, das eine mehrfache Dividende für Mensch, Umwelt und Natur bringt.
Über den Weltwassertag
Jedes Jahr am 22. März feiert die UNESCO den Weltwassertag, um auf die drängendsten globalen Herausforderungen im Wassermanagement aufmerksam zu machen. Dieses Jahr widmet sich der Tag dem Thema „nature-based solutions“ und steht damit ganz im Zeichen der Bewusstseinsbildung für die Bedeutung intakter Feuchtgebiete, Flüsse, Seen und Wälder für uns Menschen. Die UNESCO macht damit darauf aufmerksam, dass funktionsfähige Ökosysteme für die Versorgung von uns Menschen mit Trinkwasser-, aber auch für sichere und ertragreiche Lebensräume enorm wichtig sind. Dort wo wichtige Naturräume verloren gegangen sind, können die Funktionen durch Renaturierungen, wie zum Beispiel Aufforstungen und Gewässersanierungen wieder hergestellt werden.
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