WWF-Bundesländerbarometer: Nur vier von 35 Bewertungen erreichen gute Umsetzung – Große Defizite beim Management von Biber, Fischotter, Luchs und Wolf – Lichtblick beim Seeadler
WWF Österreich fordert Sofortprogramm gegen die Klimakrise
Wien, 24. Mai 2019. Anlässlich des zweiten Globalen Klimastreiks am Freitag fordert der WWF Österreich alle Parlamentsparteien dazu auf, noch vor der Neuwahl ein ambitioniertes Klimaschutz-Programm mit konkreten Maßnahmen auf Schiene zu bringen. Die Jugend verlangt zu Recht wirksame Taten, um die hohen Gefahren und finanziellen Belastungen ihrer Zukunft abzufangen. „Der Kampf gegen die Klimakrise muss wichtiger sein als parteitaktische Überlegungen. Wir können es uns nicht leisten, weitere Monate und Jahre zu verlieren. Jetzt sind Mut und Verantwortung zu konkreten Maßnahmen gefragt, Stillstand hatten wir lange genug“, sagt Lisa Plattner vom WWF Österreich und appelliert an die Politik: „Ambitionierter Klimaschutz nützt allen Menschen. Er muss daher als überparteilicher Konsens außer Streit gestellt werden und damit unabhängig von Parteiinteressen und Wahlkämpfen Grundlage aller zukünftigen politischen Entscheidungen sein.“ Dasselbe gelte für die europäische Ebene: „Nach den Europawahlen muss dringend ein Nachhaltigkeitspakt verabschiedet werden, der ambitionierte Sofort-Maßnahmen für mehr Umwelt- und Klimaschutz enthält. Die Klimakatastrophe kennt keine nationalen Grenzen“, sagt Plattner.
Das vom WWF geforderte Sofortprogramm für Österreich muss die seit Jahren bekannten Vorschläge der Klimawissenschaft endlich in konkrete Politik umsetzen. „Alle Fachleute sind sich einig: Österreich braucht eine echte ökologische Steuerreform, die umweltfreundliches Verhalten belohnt und fossile Energien ausbremst. Umweltschädliche Subventionen in Milliardenhöhe müssen rasch abgebaut und umweltfreundlich investiert werden. Aus den freiwerdenden Mitteln wären sowohl ein eigener Öko-Bonus für Haushalte als auch beispielsweise ein großes Energiesparprogramm möglich. Das ließe sich aufkommensneutral umsetzen“, ist Plattner überzeugt.
Parallel dazu braucht es mehr Investitionen in die Mobilitätswende samt einem rascheren Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln und Radwegen. Besonders wichtig: Erneuerbare Energien müssen konsequent naturverträglich ausgebaut werden. „Aufgrund der Klimakrise zählen intakte Ökosysteme zu den besten Versicherungen für Mensch und Natur. Dennoch tut die Politik sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene viel zu wenig dafür und ignoriert wissenschaftliche Berichte über das beschleunigte Artensterben“, kritisiert Plattner.
Rückfragehinweis:
Sarah Bimingstorfer
WWF-Pressesprecherin
Mobil: +43 676 834 88 216
E-Mail: sarah.bimingstorfer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Hunderte Menschen setzen Zeichen für den Schutz des Platzertals
660 Meter Menschenkette in Innsbruck machte Ausmaß des geplanten Tiwag-Staudamms sichtbar – Initiative „Rettet das Platzertal“ fordert Stopp des Projekts und naturverträgliche Alternativen
WWF zu EABG-Einigung: Schutz der letzten Flussjuwele vor Aushebelung bewahrt
Untauglicher Entwurf der Koalition in parlamentarischen Verhandlungen entschärft, aber Druck auf Flüsse bleibt hoch – WWF fordert Energiewende mit naturverträglichen Standorten und mehr Effizienz
Budget: WWF kritisiert Kürzungen bei Umwelt und Klima
Umweltschutzorganisation ortet falsche Prioritäten: Umweltschädliche Subventionen bleiben großteils unangetastet, Biodiversität bleibt unterfinanziert, beim Klimaschutz wird gekürzt
WWF: Österreichs Luchsbestand auf nur mehr rund 30 Tiere geschrumpft
Tag des Luchses: Aktueller FFH-Bericht an die EU-Kommission zeigt weitere Verschlechterung der bislang größten Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel – WWF fordert rasche Bestandsstützung
WWF: Neun von zehn Flusspegeln mit Niedrigwasser
90 Prozent der Pegelmessstellen mit niedrigen bis sehr niedrigen Abflüssen – Flüsse in Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert mehr Renaturierung und Schutz für Gewässer
Welttag der Ozeane: WWF fordert Verdreifachung der Schutzgebiete im Mittelmeer
Rund 90 Prozent der Meeresfläche im Mittelmeer derzeit nicht geschützt – Überfischung, Verschmutzung und Klimakrise bedrohen einzigartige Artenvielfalt
WWF-Check: Rund ein Drittel der Grillfleisch-Angebote ohne österreichische Herkunft
95 Prozent der Grillfleisch-Angebote aus konventioneller Tierhaltung, nur jedes 20. Angebot ist Bio – WWF fordert verpflichtende Kennzeichnung von Herkunft und Haltung
Neue Studie: Ökonomin Stagl warnt vor Budgetrisiken durch fehlende Klimapolitik
Analyse zeigt hohe finanzielle Risiken durch Extremwetter, fossile Preisschocks und fehlende Vorsorge – WWF fordert stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken im Doppelbudget













