Umweltschutzorganisation warnt vor fehlenden Mitteln für Renaturierung und Gewässerschutz – Weniger Klimaschutz, mehr fossile Anreize
WWF Österreich: Klimastrategie mit Leben erfüllen
Wien, am 23.05.2018 – Anlässlich der parlamentarischen Enquete zur Klima- und Energiestrategie fordert der WWF Österreich eine deutliche Verbesserung des bisherigen Entwurfs. „Die Bundesregierung muss sich zu einer großen ökosozialen Steuerreform bekennen und alle umweltschädlichen Subventionen möglichst rasch streichen. Zusätzlich braucht es ein konkretes Energiespar-Programm und einen naturverträglichen Ausbau von Erneuerbaren Energien", sagt Hanna Simons, die Leiterin der Natur- und Umweltschutzabteilung des WWF. In die Pflicht nimmt Simons dafür nicht nur Umweltministerin Elisabeth Köstinger und Verkehrsminister Norbert Hofer, sondern auch deren Regierungskollegen Hartwig Löger. „Gerade der Finanzminister müsste auf das Abschaffen klimaschädlicher Subventionen in Milliardenhöhe drängen. Das würde sich mehrfach rechnen und neuen Spielraum für Offensivmaßnahmen schaffen", sagt Simons. Genau in diese Richtung gehen auch die Vorschläge zahlreicher wissenschaftlicher Institutionen.
Aus Sicht des WWF Österreich muss der Entwurf des Regierungspapiers mit verbindlichen Maßnahmen, Zeitplänen, Finanzierung und politischer Verantwortlichkeit erweitert werden. „Die neue Klimastrategie darf nicht zum reinen Papiertiger verkommen, sondern muss jetzt mit Leben erfüllt werden", fordert Simons klare Weichenstellungen ein. „Stillstand ist keine Option. Österreich läuft Gefahr, weder das Pariser Klimaschutzabkommen noch die weniger ehrgeizigen EU-Ziele zu erfüllen.
In diesem Fall drohen sogar Strafzahlungen in Millionenhöhe, ganz zu schweigen von den Folgekosten des Klimawandels für künftige Generationen", warnt Hanna Simons auch mit Blick auf jene Schwachstellen, die das „Schwarzbuch Klimastrategie" des WWF aufgedeckt hat (Online auf [www.wwf.at/de/klima-und-energiestrategie-2018] (www.wwf.at/de/klima-und-energiestrategie-2018)).
Darüber hinaus kritisiert der Umweltverband den intransparenten Ablauf der Konsultationsphase zur "Mission 2030". Denn bisher wurden weder alle eingegangenen Stellungnahmen noch die Protokolle der Stakeholder-Round-Tables veröffentlicht. Daher fordert der WWF erneut die volle Transparenz aller Eingaben sowie einen öffentlich zugänglichen Abschlussbericht mit konkreten Empfehlungen sowie allen Konsens- und Dissenspunkten – jeweils mit begründetem Zusatz der Bundesregierung, was für die finale Strategie berücksichtigt wird und was nicht.
Rückfragehinweis:
Gerhard Auer, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83488231, E-Mail: gerhard.auer@wwf.at, www.wwf.at/presse
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Vergiftete Gänsegeier: Neue Spuren im Kärntner Giftfall
WWF und BirdLife: Aktuelle Genanalyse des Mageninhalts liefert neue Erkenntnisse zur Vergiftung – Wölfe könnten das eigentliche Ziel der Täter gewesen sein
Artenschutz: WWF-Studie stellt Bundesländern schlechtes Zeugnis aus
WWF-Bundesländerbarometer: Nur vier von 35 Bewertungen erreichen gute Umsetzung – Große Defizite beim Management von Biber, Fischotter, Luchs und Wolf – Lichtblick beim Seeadler
WWF: Hunderte Menschen setzen Zeichen für den Schutz des Platzertals
660 Meter Menschenkette in Innsbruck machte Ausmaß des geplanten Tiwag-Staudamms sichtbar – Initiative „Rettet das Platzertal“ fordert Stopp des Projekts und naturverträgliche Alternativen
WWF zu EABG-Einigung: Schutz der letzten Flussjuwele vor Aushebelung bewahrt
Untauglicher Entwurf der Koalition in parlamentarischen Verhandlungen entschärft, aber Druck auf Flüsse bleibt hoch – WWF fordert Energiewende mit naturverträglichen Standorten und mehr Effizienz
Budget: WWF kritisiert Kürzungen bei Umwelt und Klima
Umweltschutzorganisation ortet falsche Prioritäten: Umweltschädliche Subventionen bleiben großteils unangetastet, Biodiversität bleibt unterfinanziert, beim Klimaschutz wird gekürzt
WWF: Österreichs Luchsbestand auf nur mehr rund 30 Tiere geschrumpft
Tag des Luchses: Aktueller FFH-Bericht an die EU-Kommission zeigt weitere Verschlechterung der bislang größten Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel – WWF fordert rasche Bestandsstützung
WWF: Neun von zehn Flusspegeln mit Niedrigwasser
90 Prozent der Pegelmessstellen mit niedrigen bis sehr niedrigen Abflüssen – Flüsse in Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert mehr Renaturierung und Schutz für Gewässer
Welttag der Ozeane: WWF fordert Verdreifachung der Schutzgebiete im Mittelmeer
Rund 90 Prozent der Meeresfläche im Mittelmeer derzeit nicht geschützt – Überfischung, Verschmutzung und Klimakrise bedrohen einzigartige Artenvielfalt












