Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
WWF Österreich: Marchfeld-Schnellstraße steht vor dem endgültigen Aus
Wien, St. Pölten, am 21. Februar 2020. Die Umweltschutzorganisation WWF Österreich freut sich über die nach dem Abschluss der Verhandlungen erwartete Absage des Bundesverwaltungsgerichtes an den westlichen Abschnitt der Marchfeld-Schnellstraße (S8-West). Hauptgrund dafür ist das Vorkommen des sehr seltenen Triels, dessen Bestand durch die teure Schnellstraße existentiell bedroht wäre, was durch das Gerichtsgutachten bestätigt wird. „Damit ist auch die Weiterführung der S8 durch das östliche Marchfeld und eine Querung der ökologisch höchst wertvollen Marchauen sehr unwahrscheinlich. Das Scheitern der S8-West wäre daher ein großer Erfolg für den Naturschutz und die langjährige Arbeit von Bürgerinitiativen und Umweltorganisationen“, sagt Jurrien Westerhof, der beim WWF Österreich für die Marchregion zuständig ist.
Besonders kritisch ist, dass die geplante Weiterführung der S8 in die Slowakei nicht ohne Querung der Marchauen möglich wäre. „Damit würde ein Naturschutzgebiet und Biodiversitäts-Hotspot von europaweiter Bedeutung – mit zahlreichen bedrohten Pflanzen- und Tierarten – von einer Betonschneise durchschnitten. Aus Naturschutzsicht wäre das völlig inakzeptabel. Dabei profitiert die Region immer mehr von Natur- und Fahrradtourismus und der Bio-Landwirtschaft“, so Westerhof.
WWF fordert Klimacheck und Öffi-Offensive
Nach wie vor unverständlich ist, dass ein derart verfehltes Bauvorhaben, das auch zu einer weiteren Zunahme der Treibhausgasemissionen geführt hätte, nicht allein schon aufgrund der Klimakrise gestoppt wird. „Daher braucht es dringend einen verbindlichen und unabhängigen Klimacheck für alle Infrastrukturvorhaben. Die Bundesregierung muss ihr dahin gehendes Versprechen rasch einlösen. Denn von der Lobau- bis zur Waldviertel-Autobahn stehen noch viele weitere klimaschädliche Projekte auf dem Plan“, warnt WWF-Vertreter Westerhof.
Für das Marchfeld fordert der WWF einen Planungsstopp für die Lobau-Autobahn und eine rasche Investitionsoffensive in umwelt- und klimaverträgliche Angebote – vom Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel bis zur Radweg-Infrastruktur: „Wo bleiben die gut getakteten und pendlertauglichen Busverbindungen? Wo sind im großteils völlig ebenen Marchfeld die Radwege? Daher muss das erwartete Scheitern der Schnellstraße zugleich der Startschuss für eine klimafreundliche Verkehrsinfrastruktur sein“, sagt Jurrien Westerhof vom WWF.
Rückfragehinweis:
Jurrien Westerhof, WWF-Programmbereichsleiter March-Thaya-Auen; E-Mail: jurrien.westerhof@wwf.at; Mobil: +43 676 834 88 260
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Wassermangel im Herbst: Sehr niedrige Wasserführung an über 80 Prozent der Flusspegel
September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
Good News: Kakapos kehren nach Neuseeland zurück
Die vom Aussterben bedrohte Vogelart erholt sich: 2026 ist der Bestand in Neuseeland so hoch, wie seit bereits 75 Jahren nicht mehr.
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung











