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WWF: Osttiroler Gletscherflüsse sind Hot Spots der Artenvielfalt
Presseaussendung
Innsbruck, 14. Juli 2016: Die Isel und ihre Zubringer sind wahre Schatzkammern der Natur. Sie bieten Zuflucht für die größte österreichische Population des Flussuferläufers – einer kiesbankbrütenden Vogelart, sind Lebensraum der größten Lachsart der Welt – dem Huchen – und ein wahres Fledermaus-Eldorado. Zum Schutz und Erhalt dieser Juwelen startete der WWF Anfang Juli eine E-Mail -Aktion auf www.fluessevollerleben.at. Darin fordert er die Aufnahme der Isel samt ihrer Zuflüsse als Natura 2000 Gebiete und damit den umfassenden Schutz dieses einzigartigen Gewässersystems mit ihrer einzigartigen Tier- und Pflanzenart.
„Flagship Species“ Deutsche Tamariske
Seit 2014 ist es amtlich: Die Vorkommen der Deutschen Tamariske an der Isel und ihren Zuflüssen Kalserbach, Schwarzach und Tauernbach sind genetisch so einzigartig und verschieden, wie nirgends sonst im Alpenraum. Diese zarte Pflanze ist ein Schotterbank – Pionier und Zeichen für intakte Alpenflüsse. Neben ihrer besonderen Schutzwürdigkeit ist sie deswegen auch die „Flagship Species“ im Kampf um die Unterschutzstellung der Osttiroler Gletscherflüsse.
Aber die Isel und ihre Zubringer haben viel mehr zu bieten: Der dort vorkommende Huchen ist die größte Lachsart der Welt. Er kann bis zu eineinhalb Meter lang und 60 Kilogramm schwer werden. Dieses „wandernde Schwergewicht“ legt an den Donauzubringern in Mitteleuropa große Distanzen zurück und fühlt sich vor allem in kalten und sauerstoffreichen Flüssen mit Kiesgrund wohl. An der Isel findet der seltene Fisch auch seine bevorzugten Laichplätze.
Darüber hinaus kommen an der Isel und ihren Zubringern gleich neun schützenswerte Naturlandschafts-Typen und ebenso viele Tierarten vor, für die laut den Natura 2000-Richtlinien Schutzgebiete auszuweisen sind. „Wir brauchen die ganze Vielfalt der Osttiroler Gletscherflüsse, aber im Moment braucht diese uns ganz dringend“, betont Gebhard Tschavoll, Kampagnenleiter Alpenflüsse beim WWF Österreich in Anspielung auf die noch nicht abgeschlossene Unterschutzstellung.
Weniger bekannt, aber ebenso bedeutend sind einige kleinere Tier- und Pflanzenarten im Isel-Gebiet: Der Kiesbank-Grashüpfer und die Türks -Dornschrecke sind stark gefährdete Insektenarten die auch an den Schotterflächen der Isel -Nebenflüsse optimale Lebensbedingungen vorfinden.
Ende Juni 2016 erster Fund einer jungen Mops-Fledermaus
Einzigartig in Tirol ist das Vorkommen der Bechstein – Fledermaus auf Schloss Bruck in Lienz. Hier wurde der bis jetzt einzige Nachweis in Tirol erbracht. Diese Art, die nur etwa so groß wie ein Zeigefinger wird, ist ein typischer Bewohner naturnaher Wälder. Die Mops-Fledermaus wurde zwar schon in Nordtirol gefunden, Ende Juni 2016 konnte nun aber das erste Mal ein Jungtier in Lienz festgestellt werden. Somit ist hier in Osttirol der erste Fortpflanzungsnachweis gelungen.
In St. Johann im Walde und in Schlaiten finden sich außerdem Kolonien der Kleinen Hufeisennase. Die Fledermaus mit dem bezeichnenden Namen hat eine geringe Reichweite von wenigen Kilometern und braucht zur Orientierung lineare, natürlich Strukturen – wie sie etwa Hecken oder die typischen Galeriewälder entlang der Isel und ihrer Zubringer bieten. „Durch meine regelmäßigen Kontrollen von Fledermauskolonien weiß ich, dass im Bereich der Osttiroler Gletscherflüsse eine außergewöhnliche Fledermaus-Fauna existiert. Der neue Nachweis der Mopsfledermaus zeigt einmal mehr das Alleinstellungsmerkmal dieser Habitate“, sagt Toni Vorauer, Zoologe und Fledermaus-Spezialist beim WWF
Von den Ursprüngen des Kalserbachs, auf fast 4.000 Meter im Glocknermassiv, bis zur Mündung der Isel bei Lienz, auf knapp 700 Meter Seehöhe, vereint das Gletscherflusssystem der Isel und ihrer Zubringer eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Das macht die Gewässer zu einer wahren Schatzkammer der Natur. Die Isel und ihre Gletscherbach-Zuflüsse müssen daher als Ganzes geschützt werden. Darum fordert der WWF von Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe eine Einbringung des gesamten Gletscherflusssystems als Natura 2000 Gebiet. .
Rückfragehinweis:
Theresa Gral, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/48817-216, E-Mail: theresa.gral@wwf.at
Gebhard Tschavoll, Kampagnenleiter Alpenflüsse, WWF Österreich: Tel.: +43 (0)676 83488303, E-mail: gebhard.tschavoll@wwf.at
Weitere Infos zur E-Mail Aktion an LHStv. Ingrid Felipe zum Schutz der Osttiroler Gletscherflüsse finden Sie auf: www.fluessevollerleben.at
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