In Namibia wurden 2025 so wenige Nashörner gewildert wie seit mehr als 10 Jahren nicht mehr. Der Rückgang um 53% zeigt, dass konsequenter Artenschutz wirkt.
WWF warnt: Kriminelle nützen Corona-Krise für Anschläge auf geschützte Greifvögel
Wien, am 9. April 2020. Aufgrund einer Häufung aktueller Fälle kritisiert die Naturschutzorganisation WWF Österreich, dass Kriminelle im Schatten der Corona-Krise massiv Jagd auf geschützte Greifvögel machen. Allein im März wurden für Österreich und drei seiner Nachbarländer (Ungarn, Tschechien, Slowakei) zumindest 27 illegal getötete Greifvögel dokumentiert. Das zeigt eine WWF-Liste aufgedeckter Fälle, wobei die Dunkelziffer noch weit höher sein dürfte. Denn mehrere weitere Verdachtsfälle werden derzeit noch abgeklärt. „Während das öffentliche Leben stark eingeschränkt ist und die Behörden sich auf die Bekämpfung der Pandemie konzentrieren, werden Dutzende geschützte Tiere zum Opfer skrupelloser Krimineller. Das ist ein echter Skandal und gefährdet wichtige Naturschutz-Erfolge“, kritisiert WWF-Artenschutzexpertin Christina Wolf-Petre und nimmt die Politik in die Pflicht. „Wilderei muss konsequent verfolgt und bestraft werden. Dafür müssen in Zukunft auch die ermittelnden Behörden mehr Ressourcen bekommen. Denn bisher bleiben die meisten Täter unentdeckt und fallen die Strafen oft zu gering aus, um abschreckend zu wirken."
Illegale Verfolgung zählt zu den am häufigsten dokumentierten Todesursachen bei seltenen Arten wie Seeadler und Kaiseradler. Im Rahmen des internationalen „PannonEagle LIFE Projekts“ setzt sich der WWF daher gemeinsam mit Partnern – darunter BirdLife Österreich – dafür ein, die illegale Verfolgung zu reduzieren. „Greifvögel fliegen auf ihren Streifzügen weit über Landesgrenzen hinweg. Daher ist es besonders wichtig, dass wir grenzüberschreitend gegen illegale Verfolgung zusammenarbeiten können“, sagt WWF-Biologin Wolf-Petre. Zur Unterstützung der Behörden werden im Zuge des Projektes zum Beispiel auch Hunde in den jeweiligen Ländern eingesetzt, um sowohl giftige Köder und als auch tote Tiere aufzuspüren.
Zivilcourage gefragt: Hinweise online oder telefonisch melden
Der WWF appelliert gemeinsam mit BirdLife an die Bevölkerung, bei Verdacht auf eine Vergiftung oder den Abschuss von Greifvögeln die Polizei zu verständigen oder auch anonym zu melden. Dies ist möglich unter der Meldeplattform www.kaiseradler.at, mit der App birdcrime sowie telefonisch unter +43 660/869 23 27
Hintergrund: Aktuelle Chronik bekannter Fälle allein im März 2020:
- 7. bis 11. März: Großer Vergiftungsfall in Ungarn mit drei Seeadlern und 16 Mäusebussarden
- 19. März: In Österreich besenderter Kaiseradler „Alois“ vermutlich abgeschossen
- 23. März: Vergifteter Kaiseradler in der Slowakei entdeckt
- 25. März: Seeadler in Tschechien vergiftet aufgefunden
- 28. März: Vergiftungsfall mit fünf Mäusebussarden in der Slowakei
Rückfragehinweis:
WWF Österreich, Mag. Volker Hollenstein, Leiter Politik & Kommunikation; Mobil: +43664 501 31 58; E-Mail: volker.hollenstein@wwf.at
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