Globale Halbzeitbilanz zeigt unzureichende Umsetzung – WWF fordert wirksame Maßnahmen und gesicherte Finanzierung, auch in Österreich – COP17-Konferenz startet am Montag
WWF zählt die letzten Berggorillas in Zentralafrika
Presseaussendung WWF
Wien, 22. Februar 2016 – Zusammen mit mehreren Naturschutz-Partnern in Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo (DRC) zählt der WWF derzeit die letzten weltweit existierenden Bestände von Berggorillas. Die Menschenaffen zählen zu den seltensten Primaten der Erde und können in Gefangenschaft nicht überleben. Heute leben weltweit noch etwa 880 Berggorillas. „Die Zählung ist notwendig um den weiteren Schutz der Affen zu gewährleisten und die endgültige Ausrottung zu verhindern“, so WWF-Artenschutzexperte Karim Ben Romdhane.
60 Experten, Ranger und Naturschützer sind derzeit im Grenzgebiet von Uganda, Ruanda und der DRC unterwegs und sammeln Spuren, Losungen und fotografieren die Gorilla-Familien. Dabei finden sie auch immer wieder Fallen und zerstören diese. Die Naturschützer wurden wochenlang für ihre Aufgaben trainiert. Die Lebensräume der Gorillas wurden in Quadraten von jeweils 500 Quadratmetern eingeteilt, um wirklich alle Tiere zu erfassen. Die Teams sind in zwei Etappen zu je drei Monaten durch die Wälder unterwegs. Die neue Etappe beginnt im April. Durch die enorme Menge an Daten werden die neuen Ergebnisse erst 2017 vorliegen. An der Auswertung ist auch das Max Planck Institut für Evolutionäre Anthropologie und die Dian Fossey Gorilla-Stiftung beteiligt.
Die wissenschaftlichen Ergebnisse werden in einer elektronischen Datenbank gespeichert. Das Ziel ist eine elektronische Bibliothek, die die DNA aller beobachteten Berggorillas erfassen wird. Aus dieser Datenbank lassen sich wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse über den Lebensraum und das Sozialverhalten der Primaten gewinnen. So sollen zukünftig neue Methoden zur Lösung des Konflikts zwischen Menschen und Menschenaffen entwickelt werden. „Wir hoffen, dass die Population der Berggorillas seit der letzten Zählung angestiegen ist, aber Garantie gibt es dafür leider keine“, so der WWF-Experte Ben Romdhane.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at
Artenschutzlexikon Gorilla.
Fotos von Berggorillas auf Anfrage bei karin.broetzner@wwf.at.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Klimastreik: WWF fordert Notfall-Programm für Klima und Natur
Umweltschutzorganisation verlangt verbindliches Klimagesetz und wirksamen Renaturierungsplan – Natürliche Schutzmaßnahmen stärken, fossile Großprojekte stoppen
WWF: Nationaler Renaturierungsplan lückenhaft und ambitionslos
Zum Ende der Begutachtung: Zentrale Maßnahmen fehlen, Finanzierung ungeklärt – Weitreichende Ausnahmen bei Stadtbegrünung – WWF fordert grundlegende Überarbeitung
WWF-Städtecheck: Große Lücken bei Stadtbegrünungsplänen
14 Städte untersucht: Planungslücken bei Maßnahmen, Finanzierung und Erfolgskontrolle – WWF fordert langfristige Begrünungsplanung und mehr Unterstützung durch Bund und Länder
WWF Living Planet Report: Wildtierbestände weltweit massiv eingebrochen
Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
WWF Living Planet Report: Wildtierbestände weltweit massiv eingebrochen
Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten
Wassermangel im Herbst: Sehr niedrige Wasserführung an über 80 Prozent der Flusspegel
September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register












