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WWF: Zahl der wild lebenden Tiger ist gestiegen
Presseaussendung WWF
Delhi, 11. April 2016 – Die Zahl der wild lebenden Tiger von 3.200 Tieren im Jahr 2010 ist auf 3.890 gestiegen. Diese erfreuliche Zahl gab der WWF heute vor der Ministerkonferenz zum Tigerschutz bekannt, auf der sich ab morgen die verantwortlichen Minister der Staaten treffen, in denen heute noch wilde Tiger leben bzw. die sich zum Tigerschutz bekennen. Die Konferenz unter der Schirmherrschaft von Indiens Premierminister Narendra Modi findet genau zur Halbzeit zwischen dem Tigergipfel von St. Petersburg 2010 und dem nächsten chinesischen Jahr des Tigers im Jahr 2022 statt. Damals wurde vereinbart, dass die Zahl der wild lebenden Tiger in diesen zwölf Jahren von 3.200 auf 6.400 verdoppelt werden soll. Während Staaten wie Indien, Russland, Nepal und Bhutan teils große Erfolge beim Tigerschutz aufweisen, sind andere Staaten mit den wissenschaftlichen Zählungen im Rückstand. „Zum ersten Mal steigt die Zahl der wild lebenden Tiger wieder. Dies gelang nur durch die intensive Zusammenarbeit von Regierungen, lokaler Bevölkerung und Naturschützern“, freut sich Marco Lambertini, Generaldirektor des WWF International. Der Kampf gegen die Wilderei muss aber weitergehen, so der WWF, denn allein seit 2000 wurden 1.590 illegal gewilderte Tiger durch Polizei und Behörden beschlagnahmt. Vor 100 Jahren streiften noch mehr als 100.000 Tiger durch Asien.

2014 vereinbarten die 13 „Tigerstaaten“, dass 2016 die Daten aller Länder zu den Tigerpopulationen vorliegen sollen. Tatsächlich haben nicht alle Länder die Studien bis heute abgeschlossen oder veröffentlicht. Die aktuelle Zahl von knapp 3.900 wild lebenden Tigern beruht daher auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN). Grundlage dafür sind die Studien derjenigen Länder, die ihre Zahlen bereits vorgelegt haben. Spitzenreiter unter diesen Ländern sind Indien mit einer Steigerung von mehr als 500 Tigern und Nepal mit einer um zwei Drittel höheren Zahl als 2009. Auch in Russland und Bhutan kam es zu leichten Steigerungen bei den Populationen. In Malaysia, Thailand und Indonesien sind entsprechende Zählungen in Arbeit. Keine aktuellen Zahlen liegen bisher aus Myanmar vor. Der WWF fordert von allen Staaten nun wirksame Aktionspläne für die nächsten sechs Jahre um das Ziel der Verdoppelung der Tigerpopulationen zu erreichen.
Der WWF Österreich engagiert sich besonders für den Schutz des Indochinesischen Tigers im Grenzgebiet zwischen Thailand und Myanmar, das als eines der größten Hoffnungsgebiete gilt. Dabei werden Anti-Wilderer-Patrouillen eingesetzt, die regelmäßig die Wälder durchstreifen. Ein intensives Schutzgebietsmanagement und der Kampf gegen den illegalen Handel mit bedrohten Tierarten sowie wissenschaftliche Untersuchungen ergänzen diese Maßnahmen. Workshops, Trainings und die Arbeit mit der lokalen Bevölkerung schaffen Akzeptanz für den Tigerschutz. Der WWF bildete zahlreiche Wildhüter aus, stellt Ausrüstungsgegenstände wie Funk- und GPS-Geräte sowie Fahrzeuge zur Verfügung. Einheitliche wissenschaftliche Standards bei den Forschungen sollen verlässliche Daten zu den Tigern liefern, um die Politiker von Schutzmaßnahmen zu überzeugen.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231;
E-Mail: franko.petri@wwf.at. Infos zu Tigern: www.wwf.at/tiger-arten. Fotos auf Anfrage bei Hannes Greber, E-Mail: hannes.greber@wwf.at.
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