Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
WWF: Tausende nicht mehr gebrauchte Dämme drücken Gewässerqualität in ganz Europa
Wien, Brüssel, am 20. Juli 2018. (OTS) – Eine heute, Freitag, veröffentlichte Studie von Dam Removal Europe sieht alleine durch die Entsorgung von baulichen Altlasten großes Potenzial, um die Gewässerqualität in Europa zu verbessern und zugleich neuen Lebensraum für Natur und Mensch sicherzustellen. Sanierungsmaßnahmen dieser Art sind überfällig. Laut EU-Umweltagentur sind 60 Prozent der europäischen Gewässer in keinem guten Zustand. Der Umweltverband WWF sieht auch in Österreich etliche Flussstrecken, die unnötig hoher Belastung ausgesetzt sind, und fordert den Rückbau unrentabler und stillgelegter Wasserkraftwerke.
Ein konkretes Beispiel ist der Kamp in Niederösterreich. Durch Rückbau des ausgedienten Kraftwerks in Rosenburg könnten mehrere Kilometer Kampfluss wieder als Naturlebensraum zurückgewonnen werden. Stattdessen gerät der Kamp durch den geplanten Ausbau durch die EVN weiter unter Druck. „Für die Gesamtenergieversorgung Österreichs spielen so kleine Anlagen wie am Kamp kaum eine Rolle. Die Naturzerstörung ist hingegen immens“, warnt Gerhard Egger, Flussexperte des WWF. Schon jetzt sind im geschützten Kamp-Unterlauf mehr als 60 Prozent der Flussstrecke gestaut oder ausgeleitet. Eine zusätzliche und vor allem unnötige Belastung ist laut WWF unbedingt zu vermeiden. Vielmehr könnte ein Rückbau der Altanlage bei Rosenburg den Kamp wieder zu einem Naturfluss aufwerten. „Davon profitieren Fauna und Flora, aber auch die Tourismusregion“, erklärt WWF-Flussexperte Gerhard Egger. „Der Benefit durch eine derartige Flusssanierung könnte wesentlich höher ausfallen, als durch die vergleichsweise geringe wirtschaftliche Ausbeute eines neuen Kraftwerks.“
In Österreich ist die Flussbelastung durch Verbauung insgesamt sehr hoch. Von den 5.200 Wasserkraftwerken des Landes schöpfen bei Weitem nicht alle ihr Effizienzmaximum aus. Manche sind gar nicht mehr in Verwendung und stellen trotzdem eine Barriere dar. Laut Erhebungen des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus haben 70 Prozent der Anlagen keine funktionierende Fischaufstiegshilfe. Österreichweit versperren unglaubliche 30.000 Querbauwerke lebensnotwendigen Raum für Gewässerorganismen. „Angesichts des enormen Verlustes an natürlichem Gewässerraum, muss bei allen unproduktiven Querbauwerken die Frage gestellt werden, ob ein Rückbau nicht besser als die Erhaltung wäre“, erklärt Gerhard Egger. Modellfälle zeigen, dass sich die Gewässerfauna durch Renaturierungen sehr rasch regenerieren kann.
Die Beseitigung nicht mehr gebrauchter Barrieren kommt den EU-Mitgliedsländern auch bei der Erfüllung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zugute. Darin verpflichten sich die Europäischen Staaten, ihre Gewässer bis 2027 in einen guten Zustand zu bringen. Aktuell trifft dies in der EU, wie auch in Österreich, nur auf 40 Prozent aller Gewässer zu. Der Handlungsbedarf ist somit groß. Dennoch droht eine Abschwächung der EU-weiten Standards im Gewässerschutz für Flüsse, Seen und Grundwasser. Aktuell wird die Wasserrahmenrichtlinie durch die EU-Kommission in Form eines Fitness-Checks überprüft. UmweltschützerInnen in ganz Europa plädieren für die unveränderte Beibehaltung dieses wichtigen Instruments. Statt einer Abschwächung braucht es ernstzunehmende Ambitionen für die Umsetzung der Ziele, damit Wasser als eine der wichtigsten Ressourcen langfristig für alle Menschen in Europa gesichert bleibt.
Über Dam Removal Europe
Dam Removal Europe (DRE) ist ein Zusammenschluss von fünf Organisationen: WWF, World Fish Migration Foundation, European Rivers Network, The Rivers Trust and Rewilding Europe. DRE strebt einen breiten Schulterschluss an zwischen Menschen, Organisationen und Regierungen mit dem Ziel, Flüssen mehr Platz zu geben. Bewerkstelligt werden soll dies durch die Entfernung obsolet gewordener Dämme und Barrieren an Europas Flüssen. Die Studie von Dam Removal Europe (DRE) schätzt, dass alleine in Frankreich, Spanien, Polen und Großbritannien bis zu 30.000 vorwiegende kleinere Dämme überflüssig sind.
DRE-Studie 2018:
"Dam Removal: A viable solution for the future of our European Rivers"
https://www.damremoval.eu/policy-report
Rückfragehinweis:
Gerhard Egger, WWF-Flussexperte, Tel. 0676 834 88 272, E-Mail: gerhard.egger@wwf.at
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